MMX-Mission, Marsmond Phobos

Marsmond Phobos: Japan startet Mission mit Rover Idefix

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 04:47 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Sonde soll den Marsmond Phobos erforschen und erstmals Material von einem Marsmond zur Erde bringen. Der deutsch-französische Rover Idefix übernimmt dabei eine zentrale Rolle.

Phobos liefert Ziel für Japans MMX-Mission

  • Eine H3-Rakete startete vom Weltraumbahnhof Tanegashima mit der japanischen MMX-Sonde.
  • Die Sonde soll 2027 den Mars erreichen und den Rover 2029 aus 40 bis 100 Metern Höhe absetzen.
  • Für 2031 ist die Rückkehr von mindestens zehn Gramm Phobos-Material zur Erde vorgesehen.
  • Ziel der japanischen Raumsonde «MMX» ist der Marsmond Phobos. (Archivbild) - Bild: -/JAXA via DLR/dpa
  • Der Rover «Idefix» soll die Marsmond-Oberfläche 100 Tage lang erkunden. (Archivbild) - Bild: -/Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)/dpa
  • Auf Phobos herrschen extreme Temperaturen. (Archivbild) - Bild: ESA/DLR/FU Berlin/dpa
Ziel der japanischen Raumsonde «MMX» ist der Marsmond Phobos. (Archivbild)  - Bild: -/JAXA via DLR/dpa Der Rover «Idefix» soll die Marsmond-Oberfläche 100 Tage lang erkunden. (Archivbild)  - Bild: -/Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)/dpa Auf Phobos herrschen extreme Temperaturen. (Archivbild) - Bild: ESA/DLR/FU Berlin/dpa

Japan startet MMX-Sonde mit Rover Idefix

Eine japanische Raumsonde mit dem deutsch-französischen Rover Idefix ist vom Weltraumbahnhof Tanegashima Richtung Mars aufgebrochen. Die MMX-Mission soll Phobos erforschen und 2031 erstmals Proben von einem Marsmond zur Erde bringen.

Landung auf Phobos ist für 2029 geplant

Eine H3-Rakete brachte die Sonde erfolgreich ins All. Nach rund einem Jahr Flugzeit soll MMX 2027 eine Umlaufbahn des Mars erreichen; für 2029 ist die Ankunft des Rovers auf Phobos vorgesehen.

Die Muttersonde soll Idefix aus einer Höhe von etwa 40 bis 100 Metern auf dem unregelmäßig geformten Marsmond absetzen. Dort soll der rund 25 Kilogramm schwere Rover die Oberfläche erkunden und Daten für die spätere Probenentnahme liefern.

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Rover für extreme Bedingungen

Idefix wurde von DLR und CNES entwickelt und unter anderem auf Temperaturen zwischen minus 170 und plus 70 Grad Celsius getestet. Wegen der sehr geringen Schwerkraft gilt die Landung und Fahrt auf Phobos als besondere technische Herausforderung.

Der Rover soll sich nach der Landung selbstständig aufrichten und die Oberfläche 100 Tage lang untersuchen. DLR-Kontrollzentren in Köln und Toulouse steuern seinen Betrieb.

Proben sollen 2031 zur Erde gelangen

Die Mission soll die Topografie, Zusammensetzung und Schwerkraft von Phobos untersuchen. Mindestens zehn Gramm Material sollen aus einer Tiefe von mindestens zwei Zentimetern entnommen und mit einem Rückkehrmodul zur Erde gebracht werden.

Die Daten sollen auch klären, ob die Marsmonde eingefangene Asteroiden sind oder durch einen Meteoriteneinschlag auf dem Mars entstanden. Japan knüpft damit an die Asteroidenmission Hayabusa2 an, während China mit Tianwen 3 ebenfalls eine Rückführung von Marsproben vorbereitet.

Die MMX-Mission verbindet mehrere wissenschaftliche und technologische Ziele. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Phobos und Deimos eingefangene Asteroiden sind oder aus Material entstanden, das ein Einschlag auf dem Mars ins All geschleudert hat. Die Antwort könnte helfen, die frühe Entwicklung des Mars und die Entstehung kleiner Himmelskörper im inneren Sonnensystem besser zu verstehen.

Für die europäische Beteiligung ist der Rover Idefix entscheidend. Seine geplante Fahrt auf Phobos stellt wegen der extrem geringen Schwerkraft besondere Anforderungen an Landung, Fortbewegung und Kommunikation. Die Messungen des Rovers sollen zudem die spätere Auswahl eines geeigneten Landeplatzes für die Probenentnahme unterstützen.

Internationale Probenjagd

Mit MMX reiht sich Japan in den internationalen Wettbewerb um extraterrestrische Bodenproben ein. Die Mission knüpft an die Erfahrungen der Hayabusa2-Mission an, die Material vom Asteroiden Ryugu zur Erde zurückbrachte. Parallel verfolgen die USA mit Perseverance und China mit Tianwen eigene Marsprojekte. Die Rückführung von mindestens zehn Gramm Phobos-Material würde deshalb nicht nur neue Forschung ermöglichen, sondern auch die technologische Rolle Japans und seiner Partner in der Tiefenraum-Erkundung stärken.

Für Leser in Deutschland ist besonders die Beteiligung von DLR und Airbus relevant: Entwicklung, Bau und Betrieb des Rovers verteilen sich auf deutsche und französische Einrichtungen. Die nächsten entscheidenden Etappen liegen in der Ankunft am Mars, dem Absetzen von Idefix und der späteren Rückkehr der Proben.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Deutschlandfunk: „Japanische Sonde zum Mars aufgebrochen“ (19.10.2026)

Der Beitrag bestätige den Start von Tanegashima und stelle die geplante Probenentnahme auf Phobos heraus. Einen anderen Schwerpunkt als die dpa-Meldung setze er auf die internationale Zusammenarbeit sowie die mögliche Bedeutung des Marsmondes für spätere bemannte Missionen.

Tagesschau: „Idefix“ soll Rätsel der Mars-Monde lösen (19.10.2026)

Der Beitrag ordne den Rover als zentrales Instrument zur Untersuchung der Herkunft von Phobos und Deimos ein. Zusätzlich beschreibe er die schwierige Navigation, die geringe Schwerkraft und die verzögerte Kommunikation als besondere Herausforderungen.

Beide Beiträge bestätigten den Start und die wissenschaftliche Zielsetzung. Unterschiede ergeben sich vor allem beim Schwerpunkt: Während der Deutschlandfunk die internationale Perspektive betone, konzentriere sich die Tagesschau stärker auf die technischen Bedingungen des Rover-Einsatzes.

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