Nobelpreise: Erhöhtes Preisgeld von 12 Millionen Kronen je Auszeichnung
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 15:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Nobelpreise sind in diesem Jahr höher dotiert: Die Nobelstiftung erhöht das Preisgeld pro Auszeichnung auf 12 Millionen schwedische Kronen, umgerechnet derzeit rund 1,06 Millionen Euro.
Preisgeld steigt um rund 65.000 Euro
Im vergangenen Jahr war jeder Nobelpreis noch mit 11 Millionen Kronen und damit mit knapp 1 Million Euro dotiert. Obwohl sich der Wechselkurs seitdem zuungunsten der schwedischen Krone entwickelt hat, bedeutet die Anhebung für die künftigen Preisträgerinnen und Preisträger einen deutlichen Mehrbetrag.
Der Unterschied beim Preisgeld beläuft sich nach aktueller Umrechnung auf rund 65.000 Euro. Damit überschreitet die Dotierung nun klar die Marke von einer Million Euro und stärkt die finanzielle Attraktivität der Auszeichnung zusätzlich zu ihrem ohnehin herausragenden Prestige.
Tradition seit 1901 mit zusätzlichen Wirtschafts-Nobelpreis
Die nach ihrem Stifter, dem Schweden Alfred Nobel, benannten Nobelpreise werden seit 1901 mit wenigen Ausnahmen jährlich vergeben. Sie zeichnen herausragende Leistungen in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden aus.
Ergänzt wird dieses Spektrum durch einen von der schwedischen Reichsbank gestifteten Preis für Wirtschaftswissenschaften, der im Andenken an Alfred Nobel verliehen wird. Auch dieser Preis ist an die Nobelstiftung angebunden und folgt bei der Vergabe ähnlichen Prinzipien wie die klassischen Nobelpreise.
Bekanntgabe im Oktober, Verleihung im Dezember
Die Preisträgerinnen und Preisträger der jeweiligen Kategorien werden üblicherweise Anfang Oktober bekanntgegeben. Die feierlichen Zeremonien zur Übergabe der Auszeichnungen finden traditionell am 10. Dezember statt, dem Todestag Alfred Nobels.
Verliehen werden die Preise in Stockholm und Oslo: Die meisten Auszeichnungen werden in der schwedischen Hauptstadt überreicht, während der Friedensnobelpreis in der norwegischen Hauptstadt vergeben wird.
Historische Dimension der Erhöhung
Die Anhebung des Nobelpreis-Preisgelds auf 12 Millionen schwedische Kronen markiert eine weitere Anpassung an wirtschaftliche Rahmenbedingungen und die Bedeutung der Auszeichnung. Seit der ersten Vergabe im Jahr 1901 ist das Preisgeld immer wieder verändert worden, mal nach oben, mal nach unten, etwa in Phasen schwacher Stiftungsrenditen oder hoher Inflation. In der langen Entwicklung der Auszeichnung bleibt die Dotierung ein Instrument, um den symbolischen Anspruch des „wichtigsten Wissenschaftspreises der Welt“ auch finanziell zu unterstreichen.
Kaufkraft, Währungen und Signalwirkung
Bemerkenswert ist, dass die Erhöhung in eine Phase fällt, in der sich die schwedische Krone gegenüber dem Euro und dem US-Dollar abgeschwächt hat. Damit wirkt die nominelle Steigerung in Kronen und die reale Kaufkraft für Preisträgerinnen und Preisträger in anderen Währungsräumen gegenläufig. Dennoch sendet die Stiftung mit der runden Millionengrenze in Euro ein klares Signal: Die Nobelpreise sollen auch finanziell sichtbar im Spitzenfeld internationaler Auszeichnungen bleiben, etwa im Vergleich zu großen Wissenschaftspreisen einzelner Staaten oder Stiftungen.
Bedeutung für Forschung, Kultur und Öffentlichkeit
Für die ausgezeichneten Personen steht zwar das Prestige im Vordergrund, doch die zusätzliche Summe kann konkrete Projekte ermöglichen – von der Finanzierung neuer Forschungsgruppen bis zur Absicherung freier schriftstellerischer Arbeit. Zugleich unterstreicht die Anhebung die Rolle der Nobelpreise als globales Medienereignis, das alljährlich Debatten über wissenschaftlichen Fortschritt, Friedensprozesse und literarische Trends bündelt. Für Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Organisationen, an denen die Geehrten tätig sind, verstärkt die höhere Dotierung den Werbeeffekt und die internationale Sichtbarkeit.
