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Starliner: NASA plant neuen Astronautenflug zur ISS für 2028

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 03:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die NASA plant für 2028 einen neuen bemannten Starliner-Flug zur Internationalen Raumstation. Zuvor soll ein unbemannter Test zeigen, ob die technischen Schwachstellen des Boeing-Raumschiffs behoben sind.

Der krisengeplagte Starliner soll wieder fliegen. (Archivbild) - Bild: Uncredited/NASA/AP/dpa
Der krisengeplagte Starliner soll wieder fliegen. (Archivbild) - Bild: Uncredited/NASA/AP/dpa

Die US-Raumfahrtbehörde NASA plant, 2028 wieder Astronauten mit dem krisengeplagten Raumschiff „Starliner“ zur Internationalen Raumstation ISS zu bringen.

Unbemannter Test vor dem Neustart

Zuvor soll noch in diesem Jahr oder Anfang 2027 eine unbemannte Testmission stattfinden. NASA-Chef Jared Isaacman sagte bei einer Pressekonferenz, die Behörde habe gemeinsam mit Boeing die bei früheren Flügen festgestellten Probleme bearbeitet; Teile des Raumschiffs würden neu gestaltet.

Der Starliner wurde von Boeing im Auftrag der NASA als Alternative zum Crew Dragon des Raumfahrtunternehmens SpaceX entwickelt. Das Projekt war von Rückschlägen, technischen Problemen und jahrelangen Verzögerungen geprägt.

Neun Monate statt einer Woche

Im Juni 2024 flogen die NASA-Astronauten Suni Williams und Barry Wilmore mit dem Starliner zur ISS. Wegen technischer Probleme entschied die NASA aus Sicherheitsgründen, die beiden nicht mit dem Raumschiff zurückkehren zu lassen.

Statt der ursprünglich geplanten rund einwöchigen Mission blieben Williams und Wilmore etwa neun Monate im All. Sie kehrten schließlich mit einem anderen Raumschiff zur Erde zurück. Die NASA stufte die Panne später als „Type-A-Zwischenfall“ ein, die höchste Kategorie für einen Zwischenfall bei der Raumfahrtbehörde.

Zweiter Anbieter als NASA-Ziel

Die NASA hält dennoch am Starliner fest. Sie verfolgt seit Jahren das Ziel, für bemannte Flüge mindestens zwei unabhängige Optionen zu besitzen. Aktuell ist vor allem SpaceX mit Falcon-Raketen und Dragon-Raumschiffen für die Behörde im Einsatz.

Diese Systeme könnten nach Angaben des Unternehmens in einigen Jahren durch das noch in der Testphase befindliche Starship ergänzt oder ersetzt werden, sobald es bemannte Flüge routinemäßig durchführen kann.

Ein Neustart unter strengen Bedingungen

Der geplante Starliner-Flug ist vor allem ein Versuch, die bemannte Raumfahrtoption der NASA breiter aufzustellen. Seit dem Ende des Space-Shuttle-Programms setzt die Behörde im kommerziellen Crew-Programm auf privat entwickelte Systeme. Derzeit trägt dabei vor allem SpaceX mit Dragon-Raumschiffen und Falcon-Raketen die regulären Crew-Transporte zur ISS.

Der Starliner soll diese Abhängigkeit verringern. Das ist strategisch relevant, weil ein zweiter Anbieter Ausfälle, Wartungsphasen oder technische Verzögerungen besser abfedern könnte. Zugleich muss Boeing nach dem problematischen Flug von 2024 nicht nur einzelne Bauteile überarbeiten, sondern das Vertrauen in die Sicherheitsbewertung des gesamten Systems zurückgewinnen.

Wettbewerb mit SpaceX verschiebt sich

Der Zeitplan fällt in eine Phase, in der SpaceX sein Starship weiterentwickelt. Das System erreichte am 28. September 2026 erstmals die Erdumlaufbahn, musste den Testflug wegen eines Triebwerksproblems jedoch vorzeitig beenden. Die NASA will Starship langfristig für bemannte Mondmissionen einsetzen. Für die ISS bleibt der Starliner damit zunächst eine Ergänzung zu Dragon; entscheidend werden die Ergebnisse des unbemannten Tests und die technische Freigabe für eine neue Crew.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „"Starship"-Rakete erreicht erstmals Erdumlaufbahn“ (28.09.2026)

Der Bericht ordne den Starship-Test als wichtigen Schritt für SpaceX ein, betone aber zugleich, die Rakete sei wegen technischer Probleme früher als geplant in den Pazifik zurückgekehrt. Damit bestätige er den wachsenden technologischen Wettbewerb, setze den Schwerpunkt jedoch auf SpaceX und nicht auf die Starliner-Pläne der NASA.

n-tv: „Der Börsen-Tag: Starship erreicht erstmals Orbit - SpaceX-Aktie im Plus“ (28.09.2026)

Der Beitrag hebe hervor, das Erreichen des Orbits sei ein lange erwarteter Meilenstein gewesen, und stelle den Zusammenhang mit den künftigen NASA-Mondmissionen her. Anders als der Starliner-Bericht betrachte er vor allem die wirtschaftliche Reaktion und die Entwicklungsperspektive von SpaceX; offen bleibe, wann Starship tatsächlich für bemannte Einsätze zugelassen werde.

Beide Berichte bestätigten die wachsende Bedeutung von SpaceX für die US-Raumfahrt, setzten aber unterschiedliche Schwerpunkte: Während tagesschau.de den technischen Testverlauf beleuchte, konzentriere sich n-tv.de stärker auf Marktreaktion und Programmgröße.

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