Deutschland, International

Ziel 100 Millionen Kunden: Revolut investiert Milliarden

23.09.2025 - 15:30:36 | dpa.de

Die britische Digitalbank will mit Milliardensummen tiefer in den globalen Bankenmarkt vordringen. Auch in Deutschland investiert der Konkurrent von Trade Republic und N26. Doch hier hat Revolut Mühe.

Die britische Digitalbank Revolut will mit ihrer Finanzplattform zum globalen Finanzanbieter aufsteigen (Symbolbild). - Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa
Die britische Digitalbank Revolut will mit ihrer Finanzplattform zum globalen Finanzanbieter aufsteigen (Symbolbild). - Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Die britische Neobank Revolut treibt mit Milliardensummen ihr Wachstum im umkämpften Bankenmarkt voran. In den nächsten fünf Jahren seien global Investitionen von 11,5 Milliarden Euro geplant, teilte das Unternehmen zur Eröffnung seines neuen Hauptsitzes in London mit. Im Zuge der Investments sollten 10.000 neue Jobs weltweit entstehen. Ziel sei es, bis Mitte 2027 die Marke von 100 Millionen Privatkunden zu erreichen, kündigte der Konkurrent der Berliner Digitalbank N26 und des Neobrokers Trade Republic an.

Revolut will mit seiner App Bankgeschäfte einfach machen und zum globalen Finanzanbieter aufsteigen. 2015 gegründet und zunächst bei Geldtransfers und Währungsumtausch in Großbritannien aktiv, ist die Neobank auf mehr als 65 Millionen Kunden weltweit gewachsen.

Rund die Hälfte der Investitionen soll Revolut zufolge nun in die Kernmärkte Großbritannien, Frankreich und USA fließen. Vorgesehen seien etwa 3,4 Milliarden Euro für Großbritannien und 425 Millionen Euro für die USA. 

Die Milliardengelder sollen zudem die Expansion in Lateinamerika, dem asiatisch-pazifischen Raum und dem Nahen Osten ermöglichen. Bis 2030 wolle man in über 30 neue Märkte eintreten, darunter Mexiko und Indien. Auch bei Geschäftskunden will Revolut zulegen.

Harte Konkurrenz in Deutschland

Die Neobank wächst zwar schnell, in Deutschland hat sie aber Mühe. Hier trifft Revolut auf harte Konkurrenz von Trade Republic, der wesentlich größeren Neobank N26 und etablierten Direktbanken wie ING und DKB.

Der hiesige Bankenmarkt ist mit Privatbanken, Sparkassen und Volksbanken zersplittert - nicht zuletzt in viele regionale Häuser. Zudem gelten die Deutschen als wenig digital- und börsenaffin, während sie ihre Ersparnisse gerne in Bankeinlagen stecken. In Deutschland, wo Revolut seit 2022 tätig ist und eine Niederlassung in Berlin hat, solle das Team wachsen, hieß es. 

Zuletzt hatte die Neobank 2,5 Millionen Privatkunden in Deutschland, sprach aber von einem schwierigen Markt. So wachse man in Frankreich schneller. Erst im Mai hat Revolut eine Milliardeninvestition in Paris angekündigt.

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