Diapiaron: WolgGMU startet Phase II für ein neues Diabetes-Medikament
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 06:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deWissenschaftler der Staatlichen Medizinischen Universität Wolgograd (WolgGMU) haben mit der zweiten Phase der klinischen Prüfung des Kapselpräparats Diapiaron begonnen. Das Medikament wird gezielt für die Behandlung von Typ-2-Diabetes, Adipositas und dem metabolischen Syndrom erforscht.
Nachdem die erste Phase der klinischen Studien erfolgreich abgeschlossen werden konnte, steht nun die Erprobung an einer breiteren Patientengruppe im Mittelpunkt der pharmazeutischen Entwicklung.
Neuer Ansatz über GPR119-Rezeptoren
Diapiaron unterscheidet sich in seiner Funktionsweise grundlegend von etablierten Therapien auf dem Markt. Während weit verbreitete Medikamente wie Ozempic auf GLP-1-Mimetika setzen, fungiert Diapiaron als GPR119-Rezeptor-Agonist. Durch diesen Mechanismus stimuliert der Wirkstoff körpereigene Darmhormone, die für die natürliche Blutzuckerregulation zuständig sind.
Ein wesentliches Merkmal des Kapselpräparats liegt in seiner Verteilung im Organismus: Die pharmakologische Wirkung entfaltet sich überwiegend direkt im Darm. Gleichzeitig erfolgt nur eine minimale systemische Aufnahme in den restlichen Körper, was die Belastung des Gesamtsystems potenziell verringern kann.
Angaben zu den Eigenschaften des Wirkstoffs und zum Start der Phase-II-Prüfung stammen von Denis Babkow, Prorektor an der Staatlichen Medizinischen Universität Wolgograd.
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Ergebnisse aus den präklinischen Laborversuchen
Im Vorfeld der aktuellen Humanstudien durchlief das Präparat umfangreiche Testreihen im Labor sowie in Tiermodellen. In Tierversuchen zeigte Diapiaron dabei den Erhalt und die Wiederherstellung von insulinproduzierenden Pankreas-Beta-Zellen. Dieser Effekt gilt in der Diabetesforschung als bedeutender Ansatzpunkt, um das Fortschreiten der Erkrankung auf zellulärer Ebene zu verlangsamen oder aufzuhalten.
Ergänzende Zellversuche im Labor lieferten zudem erste Hinweise zum Sicherheitsprofil: An Leber- und Herzzellen wies das Präparat keine Toxizität auf. Die Wissenschaftler der Universität betonen jedoch, dass sich die tatsächliche Verträglichkeit und Sicherheit erst nach dem vollständigen Abschluss der Studien am Menschen abschließend beurteilen lässt.
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Zeitplan für die weitere Entwicklung
Mit dem Übergang in die Phase II der klinischen Prüfung steht das Forschungsprojekt vor einem entscheidenden Schritt zur Überprüfung der Wirksamkeit und Dosierung. Bis zu einer möglichen therapeutischen Anwendung im Praxisalltag liegt jedoch noch ein mehrstufiger Zulassungsprozess vor dem Entwicklerteam.
Eine Markteinführung von Diapiaron ist von der Staatlichen Medizinischen Universität Wolgograd frühestens für das Jahr 2028 geplant. Bis dahin müssen die noch ausstehenden Phasen der klinischen Entwicklung durchlaufen und die Daten zur therapeutischen Sicherheit umfassend ausgewertet werden.
