Dialyse-Ernährung, Selbstmanagement

Dialyse-Ernährung: Selbstmanagement hängt stark von Gesundheitsüberzeugungen ab

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 04:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bei 215 Hämodialysepatienten standen Gesundheitsüberzeugungen und allgemeines Selbstmanagement mit der Ernährungspraxis in Zusammenhang.

Hämodialyse: Studie zeigt Faktoren für Ernährungsselbstmanagement
Eine Nahaufnahme von frischem Gemüse in einer Holzschale auf einer hellen Küchenarbeitsplatte bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Eine bedarfsgerechte Ernährung zählt für dialysepflichtige Patienten zu den anspruchsvollsten Aufgaben im Behandlungsalltag. Eine Querschnittsstudie an 215 Erhaltungs-Hämodialyse-Patienten eines tertiären Krankenhauses im chinesischen Shenzhen hat nun die verhaltensbezogenen Pfade des ernährungsbezogenen Selbstmanagements analysiert.

Die Untersuchung, deren Datenerhebung im Zeitraum von Januar bei Mai 2026 stattfand, stützt sich auf das sogenannte IMB-Modell, das Informationsstand, Motivation und Verhaltensfertigkeiten miteinander verknüpft.

Ergebnisse der Erhebung und zentrale Einflussfaktoren

Im Rahmen der Untersuchung erzielten die 215 erfassten Hämodialyse-Patienten einen mittleren Score für das ernährungsbezogenen Selbstmanagement von 86,47 ± 9,86 Punkten, was einer Erfüllungsrate von 72,06% entspricht.

In der statistischen Regressionsanalyse zeigten sich insbesondere zwei Faktoren signifikant positiv mit dem ernährungsbezogenen Selbstmanagement assoziiert: die individuellen Gesundheitsüberzeugungen mit einem Wert von ?=0,190 (P=0,003) sowie das allgemeine Selbstmanagement mit ?=0,365 (P<0,001).

Im erstellten Pfadmodell erwiesen sich die Gesundheitsüberzeugungen mit ?=0,437 (P=0,001) als die stärkste Einflussgröße auf das allgemeine Selbstmanagement.

Das Selbstmanagement wiederum wies mit einem Koeffizienten von ?=0,380 (P<0,001) den stärksten direkten Zusammenhang mit der ernährungsspezifischen Umsetzung auf. Die statistische Modellierung erklärte 25,7% der Varianz beim allgemeinen Selbstmanagement sowie 33,2% der Varianz beim ernährungsbezogenen Selbstmanagement.

Zudem bestanden indirekte Assoziationen über das Selbstmanagement für das Hämodialyse-Wissen, die Gesundheitsüberzeugungen und die soziale Unterstützung. Den stärksten indirekten Effekt verzeichneten die Autoren für die Gesundheitsüberzeugungen mit ?=0,166. Zur Absicherung dieser indirekten Effekte wurden im Rahmen der statistischen Auswertung 5000 Bias-korrigierte Bootstrap-Resamples herangezogen.

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Wachsende Belastung durch chronische Nierenleiden

Die Bedeutung strukturierter Selbstmanagement-Strategien wächst vor dem Hintergrund hoher Patientenzahlen. Schätzungen aus der globalen Krankheitslastanalyse für das Jahr 2023 beziffern die weltweite Prävalenz der chronischen Nierenkrankheit bei Erwachsenen ab 20 Jahren auf 14,2%, was rund 788 Millionen Betroffenen entspricht.

Für China beziffern die Vergleichswerte die Quote auf 8,2% oder etwa 82 Millionen Menschen. Laut dem chinesischen Nierendatensystem wurden Ende 2024 rund 1,183 Millionen Dialysepatienten im Land registriert, von denen etwa 1,027 Millionen eine Hämodialysebehandlung erhielten.

Chronische Nierenerkrankungen entwickeln sich in der Regel schleichend und bleiben über lange Zeiträume symptomlos. Die Nierengesundheit ist dabei eng mit Stoffwechselprozessen und der kardiovaskulären Funktion verknüpft. Eine eingeschränkte Nierenfunktion gilt in der klinischen Praxis als relevanter Risikofaktor für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse.

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Vor diesem Hintergrund fordert die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie eine konsequentere Früherkennung der chronischen Nierenkrankheit, da die Erkrankung im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Leiden häufig unbemerkt bleibe.

Zudem treten im Verlauf spezifische Mangelerscheinungen auf: Während ein Vitamin-K-Mangel in Europa allgemein selten vorkommt, stellen Dialysepatienten mit chronischen Nierenleiden hierbei eine bekannte Ausnahme dar.

Ergänzende Auswertungen betonen die Rolle weiterer metabolischer Faktoren. So zeigen Daten aus Erhebungen bei Erwachsenen mit Diabetes, dass Lebensstilfaktoren wie Protein- und Ballaststoffaufnahme mit Nierenfunktionsparametern korrelieren, wobei die entsprechenden Mediationsbefunde querschnittlicher Natur sind.

Für Menschen unter Nierenersatztherapie bleibt die gezielte Unterstützung der Verhaltenskompetenz und der eigenen Überzeugungen ein zentraler Hebel zur Sicherung der Behandlungsqualität.

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