Diätgetränke, Wasser

Diätgetränke oder Wasser: 104-Wochen-Studie findet vergleichbaren Gewichtsverlust

Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 20:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach 104 Wochen war der Gewichtsverlust mit beiden Getränken vergleichbar; statistisch bedeutsame Unterschiede zeigten sich nicht.

SWITCH-Studie: Wasser und Diätgetränke erzielen ähnliche Gewichtsabnahme
Zwei leere, klare Trinkgläser auf einer modernen Küchenarbeitsplatte in hellem, natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Der langfristige Nutzen von kalorienfrei gesüßten Getränken bei der Gewichtskontrolle wird in der Ernährungswissenschaft kontrovers diskutiert. Während offizielle Leitlinien wie jene der Weltgesundheitsorganisation (WHO) derzeit von Nicht-Zucker-Süßstoffen zur Gewichtskontrolle abraten, liefern klinische Langzeitstudien differenzierte Einblicke.

Eine im Fachjournal British Journal of Nutrition veröffentlichte Untersuchung der University of Liverpool, die sogenannte SWITCH-Studie, vergleicht über einen Zeitraum von 104 Wochen die Wirkung von Wasser und Diätgetränken auf die dauerhafte Gewichtsreduktion.

Studiendesign und Gewichtsverlauf über zwei Jahre

Für die randomisierte kontrollierte Studie wurden 493 Erwachsene im Alter von 18 bis 65 Jahren mit Übergewicht oder Adipositas und einem Body-Mass-Index (BMI) zwischen 27 und 35 untersucht. Die Rekrutierung fand zwischen 2016 und 2021 in einer Region im Vereinigten Königreich statt.

Die Probanden wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: 246 Personen tranken Wasser, während 247 Teilnehmer täglich mindestens zwei Portionen à 330 Milliliter an Diätgetränken mit Süßstoffen wie Aspartam, Acesulfam-K oder Sucralose zu sich nahmen. Beide Gruppen nahmen an einem strukturierten Verhaltensprogramm teil, das Ernährungssitzungen und Bewegungselemente umfasste.

Nach 104 Wochen zeigte sich in beiden Gruppen ein messbarer Erfolg: In der Gruppe mit Diätgetränken lag der durchschnittliche Gewichtsverlust bei -4,8 Kilogramm (entsprechend 10,6 US-Pfund). In der Wassergruppe betrug die Reduktion -3,7 Kilogramm beziehungsweise -3,8 Kilogramm (8,2 US-Pfund).

Der rechnerische Unterschied von 2,4 US-Pfund beziehungsweise 29 Prozent war statistisch nicht signifikant. Die beteiligten Forscher, darunter Prof. Joanne Harrold von der University of Liverpool und Prof. Jason Halford von der University of Leeds und University of Liverpool, stuften die Ergebnisse beider Ansätze daher als gleichwertig ein.

Der Gewichtsverlust blieb in beiden Gruppen auch im letzten Jahr der Untersuchung stabil, als keine begleitende Unterstützung durch das Verhaltensprogramm mehr stattfand.

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Die 104-Wochen-Daten aus Liverpool zeigen: Beide Gruppen verloren vergleichbar Gewicht — der Unterschied war statistisch nicht signifikant. Entscheidend war das begleitende Verhaltensprogramm, nicht das Getränk. Wie Sie daraus einen Plan für zwei Jahre machen, steht in diesem kostenlosen Leitfaden. Jetzt kostenlosen Praxis-Leitfaden anfordern

Körperzusammensetzung, Stoffwechsel und Appetitverhalten

Neben dem Gesamtgewicht erfassten die Wissenschaftler weitere physiologische Parameter. Der Taillenumfang sank in beiden Gruppen um 5 Zentimeter (rund 2 Zoll), begleitet von einer Verringerung des Hüftumfangs sowie Verbesserungen bei der Körperzusammensetzung und metabolischen Biomarkern.

Eine detaillierte Analyse einer Subgruppe von 48 Teilnehmern ergab zudem einen vergleichbaren Verlust an Körperfett und Magermasse in beiden Armen der Untersuchung.

Klinisch bedeutsame Unterschiede bei Blutdruck und Cholesterinwerten traten nicht auf. Bei den Konsumenten von Diätgetränken stiegen Cholesterin und der Langzeitblutzuckerwert HbA1c leicht an, während der diastolische Blutdruck in der Wassergruppe etwas stärker sank. Diese Beobachtungen stützten sich jedoch auf lediglich 14 bis 16 Personen pro Gruppe und galten als medizinisch nicht signifikant.

Die Zuckeraufnahme verringerte sich bei allen Probanden, wobei der Rückgang in der Süßstoffgruppe etwas ausgeprägter war. Die konsumierten Süßstoffmengen lagen vollständig innerhalb der Sicherheitsgrenzen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Zudem gab es keine Anzeichen für Appetitstörungen, gesteigertes Hungergefühl oder metabolische Folgeschäden.

Methodische Grenzen und Finanzierung

Die Aussagekraft der Daten unterliegt methodischen Rahmenbedingungen: Von den ursprünglich 493 Teilnehmenden erreichten 220 den Endpunkt nach 104 Wochen – 117 in der Wassergruppe und 103 in der Gruppe mit Diätgetränken. Neben der regionalen Begrenzung führten auch Einschränkungen während der COVID-19-Pandemie zu Verzögerungen und Studienabbrüchen.

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Die WHO rät derzeit von Süßstoffen zur Gewichtskontrolle ab — die Langzeitdaten zeichnen ein differenzierteres Bild: keine Hinweise auf gesteigerten Appetit, Süßstoffmengen innerhalb der EFSA-Grenzen. Wer Klarheit statt Verunsicherung will, findet hier die Einordnung. Süßstoff-Faktencheck jetzt sichern

Finanziert wurde das Forschungsprojekt von der American Beverage Association. Die verantwortlichen Wissenschaftler betonten, dass die Durchführung, die Datenanalyse und die Berichterstattung vollständig unabhängig unter ihrer eigenen Kontrolle lagen.

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