Diabetisches Makulaödem: Mercks Remigromig erreicht Studienziel nach 52 Wochen
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 17:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die medikamentöse Behandlung von diabetesbedingten Netzhauterkrankungen steht vor neuen Entwicklungen. Der Pharmakonzern Merck verzeichnete in der zulassungsrelevanten Phase-2b/3-Studie BRUNELLO einen zentralen Fortschritt: Der Wirkstoffkandidat Remigromig erreichte bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit diabetischem Makulaödem das primäre Studienziel. Laut Berichten vom 24. September 2026 zeigte sich das Prüfpräparat gegenüber der etablierten Vergleichstherapie als wirksam.
Studienergebnisse zur Sehschärfe nach 52 Wochen
Die klinische Untersuchung umfasste 984 Teilnehmende, die im Verhältnis 1:1:1 randomisiert wurden. Im Rahmen der Studie untersuchten die Forschenden zwei Dosierungen des Prüfpräparats im direkten Vergleich zur Standardbehandlung mit Ranibizumab 0,5 mg.
Nach einem Behandlungszeitraum von 52 Wochen erwiesen sich sowohl Remigromig 0,5 mg als auch Remigromig 0,8 mg beim mittleren Wechsel der bestkorrigierten Sehschärfe (BCVA) gegenüber Ranibizumab 0,5 mg als nicht unterlegen.
Allgemein wurden beide Dosierungen von Remigromig gut vertragen. Allerdings zeigten sich im Sicherheitsprofil Unterschiede zur Vergleichsgruppe: Proliferative diabetische Retinopathie, Glaskörperblutungen sowie Therapieabbrüche aufgrund von unerwünschten Nebenwirkungen traten unter der Gabe von Remigromig häufiger auf als unter Ranibizumab.
Detaillierte statistische Kennzahlen blieben zunächst offen; Merck veröffentlichte weder mittlere Sehschärfegewinne noch Unterschiede, Konfidenzintervalle oder genaue Ereignisraten. Weitere Auswertungen des Datenmaterials laufen derzeit noch.
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Wirkansatz und Bedeutung für Diabetesbetroffene
Remigromig verfolgt einen spezifischen biologischen Ansatz zur Stabilisierung der retinalen Gefäße: Das Molekül aktiviert den Wnt-Signalweg, der die Funktion der Blut-Retina-Schranke unterstützen soll. Ein solcher Schutzmechanismus ist bei fortgeschrittenen diabetischen Gefäßschäden von Bedeutung, da Gefäßundichtigkeiten maßgeblich zur Entstehung des Makulaödems beitragen.
Die medizinische Relevanz des Krankheitsbildes ist beträchtlich. Laut Daten der National Institutes of Health (NIH) sind weltweit rund 5,5 % der Menschen mit Diabetes von einem diabetischen Makulaödem betroffen. Die Erkrankung zählt zu den wesentlichen Ursachen für Sehverschlechterungen und Sehverlust bei Personen mit chronisch erhöhtem Blutzuckerspiegel.
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Klinisches Programm und Ausblick
Das Entwicklungsprogramm von Merck stützt sich auf eine frühere Akquisition: Im Jahr 2024 hatte der Konzern das Unternehmen EyeBio übernommen. Die Transaktion umfasste eine Vorauszahlung von 1,3 Mrd. US-Dollar sowie Vereinbarungen über meilensteinabhängige Zusatzzahlungen von bis zu 1,7 Mrd. US-Dollar.
Neben der BRUNELLO-Studie läuft mit BAROLO bereits eine zweite zulassungsrelevante Phase-2b/3-Studie zur Überprüfung des Wirkstoffs. Einen konkreten Termin für das Einreichen eines Zulassungsantrags nannte Merck bislang nicht.
Die offizielle Vorstellung der vollständigen Jahresdaten ist für den 10. Oktober 2026 im Rahmen des Jahreskongresses der American Academy of Ophthalmology (AAO) in New Orleans geplant. An den Finanzmärkten sorgten die ersten Ergebnisse für positive Reaktionen; die Aktien von Merck legten im Morgenhandel um 1,7 % zu.
