Diabetischer, Fuß

Diabetischer Fuß: Nur drei Spezialisten versorgen die Region Gangwon

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 07:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In Gangwon gibt es drei Fuß- und Sprunggelenksspezialisten für schwere diabetische Fußkomplikationen; ein regionales Überweisungsnetzwerk wird gefordert.
Ein leerer, steriler Krankenhausflur in einer ländlichen Region bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Regionale Engpässe bei qualifizierten Fachärzten stellen die medizinische Versorgung vor wachsende Herausforderungen. Wie Medienberichte verdeutlichen, gefährdet der Mangel an spezialisierten Fuß- und Sprunggelenkschirurgen in bestimmten Regionen die Versorgungssicherheit von Patienten mit schweren diabetischen Fußkomplikationen.

Laut einem Bericht von chosun.com vom 26.10.2026 verschärft sich die Situation insbesondere abseits großer Ballungsräume, wo Betroffene bei akuten Entzündungen oder Gewebeschäden auf weite Wege und eine knappe personelle Infrastruktur treffen.

Hohes Risiko für Ulzerationen im Krankheitsverlauf

Das diabetische Fußsyndrom gehört zu den schwerwiegendsten Folgeerkrankungen bei Diabetes mellitus. Durch Nervenschäden und Durchblutungsstörungen bemerken viele Erkrankte kleinere Verletzungen zunächst nicht, woraus sich rasch tiefe Gewebedefekte entwickeln können.

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Laut internationalen Leitlinien erleiden ca. 19–34% der Diabetiker mindestens einmal im Leben ein Fußulkus. Werden derartige Geschwüre nicht frühzeitig und adäquat versorgt, drohen Infektionen, die bis auf den Knochen übergreifen und im ungünstigsten Fall einen chirurgischen Eingriff erfordern.

Um solche drastischen Konsequenzen abzuwenden, ist eine qualifizierte Betreuung durch spezialisierte Chirurgen von großer Bedeutung. Diese Fachkräfte beurteilen die Durchblutungssituation, führen Wundbereinigungen durch, entlasten betroffene Areale und nehmen rekonstruktive Eingriffe vor. Fehlt es jedoch an entsprechend ausgebildeten Medizinern, verzögert sich der Behandlungsbeginn oft entscheidend.

Kritische Personalkapazitäten in Gangwon

Wie angespannt die Lage in einzelnen Gebieten sein kann, verdeutlicht die Situation in der südkoreanischen Region Gangwon. Dem Bericht zufolge gibt es dort insgesamt nur drei Fuß- und Sprunggelenksspezialisten für schwere diabetische Fußkomplikationen.

Zuletzt begann einer dieser Spezialisten am Gangneung Asan Hospital seine Tätigkeit, was zumindest lokal für eine punktuelle Entlastung sorgt. Dennoch zeigt die geringe Gesamtzahl der Experten die Anfälligkeit des Systems, wenn eine kleine Gruppe von Chirurgen eine gesamte Region abdecken muss.

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Für Betroffene mit komplexen Krankheitsbildern bedeuten solche personellen Engpässe nicht selten weite Anfahrtswege oder Verzögerungen bei der Terminvergabe. Bei fortschreitenden Infektionen ist ein rasches Handeln jedoch maßgeblich, um Gewebeverluste zu begrenzen.

Forderung nach abgestimmten Versorgungsnetzwerken

Angesichts dieser Defizite rückt die Kooperation zwischen verschiedenen Versorgungsstufen stärker in den Fokus. Prof. Jo Jae Ho von der Hallym-Universität Chuncheon fordert ein regionales Netzwerk aus Primärversorgern und Fachkliniken mit einem Überweisungs- und Rücküberweisungssystem, um Amputationen zu vermeiden.

Ein solches System soll gewährleisten, dass Hausärzte und niedergelassene Mediziner gefährdete Patienten frühzeitig erfassen und gezielt an spezialisierte Zentren überweisen.

Nach der spezialisierten Intervention an einer Fachklinik soll die strukturierte Nachsorge wieder heimatnah im Primärbereich stattfinden. Auf diese Weise ließen sich spezialisierte Chirurgen für komplexe Fälle freihalten und die Behandlungsabläufe für Betroffene spürbar stabilisieren.

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