Diabetischer Fuß: Multidisziplinäre Programme senken Amputationen um bis zu 56 Prozent
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 15:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deChronische Wunden und Gefäßkomplikationen infolge von Diabetes mellitus stellen Gesundheitssysteme vor wachsende Herausforderungen. Um schwerwiegenden Krankheitsverläufen frühzeitig entgegenzuwirken, setzt die klinische Versorgung zunehmend auf spezialisierte Strukturen.
Am Hospital Universitario de Cabueñes in Gijón wurde eine multidisziplinäre Einheit für das Diabetische Fußsyndrom und chronische Wunden in Betrieb genommen. Die Einrichtung untersteht der Abteilung für Angiologie und Gefäßchirurgie und wird von Dr. Pablo del Canto koordiniert.
Multidisziplinäre Versorgung am Hospital Universitario de Cabueñes
Die neu geschaffene Einheit bündelt verschiedene medizinische Fachdisziplinen, um eine ganzheitliche Behandlung zu gewährleisten. Das Team setzt sich aus gefäßchirurgischem Personal, einer spezialisierten Pflegekraft, einer Pflegeassistenzkraft (TCAE) sowie erstmals einem Podologen zusammen, womit eine neue Berufskategorie im asturischen Gesundheitsdienst Sespa etabliert wurde.
Für eine umfassende Betreuung arbeitet das Kernteam eng mit weiteren Fachbereichen zusammen, darunter Endokrinologie, Traumatologie, Infektiologie, Innere Medizin, Mikrobiologie und Rehabilitation. Das Hospital Universitario de Cabueñes rechnet mit einer Kapazität von rund 600 Patienten pro Jahr, die in dieser spezialisierten Abteilung versorgt werden können.
Schnelle Diagnostik und ambulante Interventionen
Die primären Schwerpunkte der Abteilung liegen in der Überwachung der Blutzirkulation, einer zielgerichteten Infektionskontrolle und der Druckentlastung betroffener Gewebeareale. Ziel ist es, vermeidbare Amputationen konsequent zu reduzieren.
Um Verzögerungen im Behandlungsablauf zu vermeiden, gelten feste Versorgungsfristen: Schwerste Fälle sollen innerhalb von 48 Stunden behandelt werden, während für weniger dringende Fälle ein Behandlungsfenster von binnen 7 Tagen vorgesehen ist.
Wer sich mit der langfristigen Kontrolle seiner Blutzuckerwerte befasst, kann durch gezielte Bewegung im Alltag oft erstaunliche Effekte erzielen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber, wie Sie mit einfachen 3-Minuten-Übungen Ihre Werte spürbar verbessern können. Kostenloses E-Book mit 7 Sofort-Übungen herunterladen
Räumlich befindet sich die Einrichtung im ersten Obergeschoss des Krankenhauses im Bereich der ambulanten Gefäßchirurgie. Für die Diagnostik und Therapie stehen spezialisierte Medizingeräte bereit, darunter ein Doppler-Echograf sowie ein transkutaner Sauerstoffdruck-Monitor (TcPO?).
Zudem verfügt die Einheit über Instrumente für kleine chirurgische Eingriffe, sodass Korrekturen von Druckpunkten ambulant und ohne die Notwendigkeit eines stationären Krankenhausaufenthalts vorgenommen werden können.
Hohe Amputationsrisiken und epidemiologischer Druck
Die Notwendigkeit spezialisierter Fußambulanzen ergibt sich aus den gravierenden Risiken, die mit diabetischen Läsionen einhergehen. Angaben des Krankenhauses zufolge führt derzeit eine von fünf Infektionen bei Diabetespatienten zu einer Amputation.
Neben medizinischer Versorgung spielt die tägliche Routine eine entscheidende Rolle, um Blutzuckerwerte stabil zu halten und Folgekomplikationen zu vermeiden. Dieser Praxis-Guide zeigt Ihnen eine bewährte Methode, wie Sie Ihren HbA1c-Wert ganz ohne Fitnessstudio natürlich regulieren. Hier die kostenlose Anleitung für stabile Blutzuckerwerte sichern
Erfahrungswerte anderer medizinischer Einrichtungen verdeutlichen zugleich das präventive Potenzial: Durch den Einsatz strukturierter, multidisziplinärer Versorgungsprogramme für Diabetikerfüße lassen sich große Amputationen um 39 bis 56 Prozent reduzieren.
Gleichzeitig wächst die Zahl der Betroffenen. Nach Angaben der Regierung Asturiens weisen circa 9 Prozent der regionalen Bevölkerung eine Diabetes-Diagnose auf. Zudem wird für die kommenden Jahre ein Anstieg der Diabetes-Inzidenz in Europa um 10 Prozent prognostiziert.
Die Inbetriebnahme der neuen Einheit am Hospital Universitario de Cabueñes war durch eine offizielle Mitteilung der asturischen Regionalregierung bekannt gegeben worden, nachdem die regionale Tageszeitung LA NUEVA ESPAÑA vorab darüber berichtet hatte.
