Diabetische Nephropathie: Oleanolsäure-Öl bremst den Nierenfunktionsverlust
Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deNierenschäden zählen zu den schwerwiegendsten Folgeerkrankungen bei einem Diabetes mellitus. Eine im Fachjournal „Diabetes, Obesity and Metabolism“ veröffentlichte Untersuchung spanischer Forscher liefert nun neue Hinweise darauf, wie funktionelle Lebensmittel das Fortschreiten einer diabetischen Nephropathie bremsen könnten.
Das Team um Javier Sánchez Perona und Alejandro Matamoros Domínguez untersuchte in einer klinischen Studie die Wirkung eines mit Oleanolsäure angereicherten Öls auf Typ-2-Diabetiker.
Verlangsamter Funktionsverlust bei eingeschränkter Filtration
An der Untersuchung nahmen 97 Personen mit Typ-2-Diabetes teil. Über einen Zeitraum von 12 Monaten konsumierten die Teilnehmenden zusätzlich zu ihrer regulären Standardmedikation täglich 55 ml eines funktionellen Olivenöls, das mit 600 mg/kg Oleanolsäure angereichert war.
Die Ergebnisse zeigten, dass die Gabe des angereicherten Öls den Rückgang der geschätzten glomerulären Filtrationsrate bremste. Zudem verhinderte das funktionelle Öl den Anstieg des Albumin/Kreatinin-Quotienten im Urin, während sich dieser Wert in der Kontrollgruppe verschlechterte.
Im Verlauf der zwölfmonatigen Einnahme stabilisierte sich die Nierenfiltration beziehungsweise verbesserte sich im Studienverlauf, statt wie im typischen Krankheitsverlauf erwartet weiter abzusinken.
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Die Studienautoren wiesen jedoch darauf hin, dass das Öl die Nierenfunktion nicht grundlegend wiederherstellte, sondern primär die Verschlechterung verlangsamte.
Zudem trat der protektive Effekt nicht bei allen Probanden gleichermaßen auf: Eine Schutzwirkung ließ sich ausschließlich bei jenen Patienten nachweisen, die bereits zu Studienbeginn eine eingeschränkte Nierenfunktion aufwiesen. Bei Probanden mit normaler Nierenfunktion zeigten sich dagegen keine signifikanten Unterschiede.
Abbau schädlicher Glykationsendprodukte
Als zentralen Wirkmechanismus identifizierten die Forscher den Einfluss der Oleanolsäure auf fortgeschrittene Glykationsendprodukte (AGE). Bei den Probanden, die das angereicherte Öl einnahmen, wurden geringere Konzentrationen dieser schädlichen Verbindungen festgestellt. Oleanolsäure begrenze die Akkumulation von AGE und fördere zugleich deren aktiven Abbau im Organismus, erklärten die Wissenschaftler.
Gleichzeitig ordneten die Autoren das Studiendesign ein: Ursprünglich war die Untersuchung auf die Überprüfung der glykämischen Kontrolle ausgelegt. Die nun dokumentierten Effekte auf die Nierenparameter seien daher als hypothesengenerierend zu bewerten. Um die Resultate zu bestätigen und therapeutische Dosierungen abzuleiten, seien weiterführende, größere Studien erforderlich.
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Einordnung in die bisherige Studienlage
Die Relevanz präventiver Ansätze unterstreichen weltweite Gesundheitsstatistiken. Nach Angaben der International Diabetes Federation lebten im Jahr 2024 weltweit rund 589 Millionen Erwachsene im Alter zwischen 20 und 79 Jahren mit Diabetes, was etwa einer von neun Personen entspricht. Auf den Typ 2 entfallen demnach rund 95 Prozent aller Fälle.
Die aktuellen Befunde knüpfen an frühere Untersuchungen an. Bereits im Jahr 2019 hatte die PREDIABOLE-Studie bei 176 prädiabetischen Teilnehmern ein um 55 Prozent geringeres Diabetesrisiko nachgewiesen. An der Universität Málaga zeigten zudem Tierversuche im Jahr 2024, dass triterpenoidreiche Öle Nierenschäden bei diabetischen Ratten deutlicher reduzierten als herkömmliche Vergleichsöle.
Ergänzend dazu dokumentierte die CORDIOPREV-Makrostudie, dass eine Mittelmeerdiät auf Basis von nativem Olivenöl extra den Rückgang der Nierenfiltration verlangsamen konnte, insbesondere bei Diabetikern mit bereits leicht reduzierter Filterleistung.
