Diabetes, Zahnverlust

Diabetes und Zahnverlust: 43,5% der schlecht eingestellten Patienten betroffen

15.06.2026 - 06:23:39 | boerse-global.de

Eine große Studie belegt: Unzureichend eingestellter Diabetes begünstigt Zahnverlust deutlich. Experten raten zu Ernährungsumstellung und Bewegung.

Studie: Schlechte Blutzuckerwerte erhöhen Risiko für Zahnverlust
Diabetes - Eine Auswahl gesunder Lebensmittel wie frisches Gemüse, Obst und Vollkornprodukte, kunstvoll auf einem Holztisch arrangiert. 15.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine neue Studie der Universität Göteborg zeigt: Wer seinen Blutzucker nicht im Griff hat, riskiert nicht nur Stoffwechselprobleme, sondern auch den Verlust von Zähnen.

Die Untersuchung mit über 872.000 Probanden belegt einen klaren Zusammenhang. Bei Typ-1-Diabetikern mit schlechter Blutzuckereinstellung verloren 43,5 Prozent innerhalb von zehn Jahren mindestens einen Zahn. Zum Vergleich: Bei gut eingestellten Patienten lag die Quote bei 25 Prozent, bei Menschen ohne Diabetes bei 29 Prozent.

Noch drastischer fällt das Bild bei Typ-2-Diabetes aus. Fast jeder zweite Patient verlor im Untersuchungszeitraum mindestens einen Zahn. Einen massiven Verlust von mehr als fünf Zähnen erlitten 12,6 Prozent der schlecht eingestellten Typ-2-Diabetiker – in der Kontrollgruppe ohne Diabetes waren es nur 3,7 Prozent.

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Neben Parodontitis diagnostizierten die Forscher auch ein erhöhtes Risiko für Periimplantitis. Soziale Benachteiligung verschärft die Risikofaktoren zusätzlich.

So beugen Sie Zahnverlust vor

Ärzte empfehlen eine gezielte Ernährungsumstellung. Dr. Tran Viet Thang von der Universitätsklinik in Ho-Chi-Minh-Stadt formuliert eine dreifache Grundregel:

Erstens: Weißes Fleisch und Fisch als Proteinquellen bevorzugen. Protein sollte 20 bis 30 Prozent der Energiezufuhr ausmachen, um gesättigte Fettsäuren zu reduzieren.

Zweitens: Raffinierte Kohlenhydrate durch Vollkornprodukte ersetzen. Brauner Reis oder Hafer machen idealerweise 50 bis 65 Prozent der Energie aus. Die Ballaststoffe verlangsamen die Zuckeraufnahme und verhindern Blutzuckerspitzen.

Drittens: Ballaststoffreiches Blattgemüse wie Grünkohl und Spinat bilden eine zentrale Säule. Stärkehaltiges Wurzelgemüse sollten Diabetiker meiden.

Das ideale Nährstoffverhältnis: Proteine 15–20 Prozent der Gesamtkalorien, Fette 20–30 Prozent (bevorzugt ungesättigte), Kohlenhydrate 45–55 Prozent mit niedriger Verdauungsgeschwindigkeit.

Diese Obstsorten sind ideal

Dr. Pham Viet Hoang von der Vietnamesischen Akademie für Traditionelle Medizin empfiehlt Guaven und Rosenäpfel. Guaven punkten mit hohem Vitamin-C-Gehalt und positiver Wirkung auf den LDL-Cholesterinspiegel. Der Rosenapfel überzeugt mit niedrigem Kalorienwert (25–30 kcal pro 100 g) und 90 Prozent Wasseranteil.

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Bewegung senkt Blutzuckerspitzen

Tägliche körperliche Aktivität von mindestens 30 Minuten ist Pflicht. Fachleute raten zu moderater Bewegung direkt nach den Mahlzeiten – Spaziergänge halten die postprandiale Glukosekurve flach.

Verzichten sollten Diabetiker weitgehend auf Softdrinks, Süßigkeiten und Innereien. Das minimiert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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