Diabetes, Jährliche

Diabetes und Augen: Jährliche Kontrollen schützen vor Erblindung

Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 03:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Fachbeiträge betonen jährliche Augentests bei Diabetes, warnen vor kosmetischen Risiken und nennen Schadstoffrückgänge durch Kosmetikverzicht.

Augengesundheit: Diabeteskontrollen und Risiken kosmetischer Eingriffe
Ein unbenutztes augenärztliches Untersuchungsgerät in einem hellen, sterilen Behandlungsraum. Illustration mit AI erstellt.

Augenärztliche Fachgesellschaften rücken derzeit zwei scheinbar gegensätzliche Themen in den Fokus: die Notwendigkeit konsequenter Vorsorgeuntersuchungen bei Diabetes-Patienten einerseits und die gesundheitlichen Risiken kosmetischer Eingriffe am und um das Auge andererseits. Beide Bereiche zeigen, wie eng die Augengesundheit mit systemischen Erkrankungen und äußeren Einflüsses verknüpft ist.

Jährliche Kontrollen für Diabetiker empfohlen

Der brasilianische Augenärzteverband CBO (Conselho Brasileiro de Oftalmologia) empfiehlt Menschen mit Diabetes mindestens einmal jährlich eine vollständige Augenuntersuchung. Schwangere mit vorbestehendem Diabetes sollten sich sogar alle drei Monate untersuchen lassen. Hintergrund ist die diabetische Retinopathie, die sich frühzeitig per Fundusuntersuchung mit Pupillendilatation erkennen lässt.

Eine gute Kontrolle des Blutzuckerspiegels schütze zusätzlich die Gefäße der Netzhaut, betonen die CBO und die Sociedade Brasileira de Diabetes. Als Quellen dieser Empfehlungen nennt der Verband die Experten Fernando Malerbi von der Sociedade Brasileira de Diabetes und Maria Auxiliadora Frazao von der CBO.

Die Dringlichkeit solcher Vorsorge unterstreichen Zahlen aus Deutschland: Rund 7,2 Prozent der Erwachsenen zwischen 18 und 79 Jahren sind laut Statista von Diabetes betroffen, 90 bis 95 Prozent davon vom Typ 2. Jährlich sterben laut Statista etwa 26.000 Menschen an den Folgen der Erkrankung, die Ärzte-Zeitung spricht sogar von jedem sechsten Todesfall im Zusammenhang mit Diabetes.

Bei Kindern registriert die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) jährlich rund 3.500 Neuerkrankungen des Typ-1-Diabetes. Als kritische Grenzwerte gelten eine Überzuckerung ab 250 mg/dl sowie eine Unterzuckerung unter 70 mg/dl.

Medikamentöse Nebenwirkungen oft unterschätzt

Neben der Netzhaut geraten auch medikamentöse Langzeitfolgen in den Blick. Eine im British Medical Journal (BMJ Open) veröffentlichte Studie von Ian Parsonage von der University of Bath befragte 124 Allgemeinärzte in Südwestengland zum Zusammenhang zwischen der Langzeiteinnahme von Metformin und einem Vitamin-B12-Mangel.

Zwar kannten 87 Prozent der Befragten diesen Zusammenhang, doch nur 39 Prozent kontrollierten den B12-Spiegel ihrer Patienten regelmäßig jährlich. Die britische Arzneimittelbehörde MHRA hatte bereits 2022 vor diesem Risiko gewarnt, die deutsche AkdÄ zog im selben Jahr in einer Drug Safety Mail nach. Die Nationale Versorgungsleitlinie Typ-2-Diabetes fordert inzwischen eine regelmäßige Überwachung des B12-Spiegels bei entsprechender Medikation.

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Kosmetische Eingriffe: tödliches Risiko in Helsinki

Wie ernst die Risiken kosmetischer Eingriffe sein können, zeigt ein Fall aus Finnland: Die 27-jährige Influencerin Olivia Oras starb Anfang September 2026 nach einer örtlichen Betäubung in einer privaten Schönheitsklinik in Helsinki – noch bevor die eigentlich geplante Fettabsaugung überhaupt durchgeführt wurde.

Eine Verlegung ins Universitätskrankenhaus Helsinki konnte ihr Leben nicht mehr retten. Die Familie erstattete am 6. September 2026 Anzeige, die Polizei Helsinki ermittelt seither wegen des Verdachts der schweren fahrlässigen Tötung. Festnahmen gab es bislang nicht.

Auch im Bereich der Nasenästhetik mahnen Fachleute zur Vorsicht: Nach einem Nasenbruch sollte eine Korrektur erst nach vollständig abgeschlossener Heilung erfolgen, was oft mehrere Monate dauert. Als geeignetes Mindestalter gilt meist 18 Jahre.

Zu den möglichen Komplikationen zählen Schwellungen und Blutergüsse, die sich in der Regel innerhalb weniger Wochen zurückbilden, aber auch Atemprobleme, Infektionen und unerfüllte ästhetische Erwartungen. Während leichte Verletzungen meist binnen einer Woche einen Rückgang in den Alltag erlauben, kann sich die Genesung nach einem operativen Eingriff über mehrere Wochen bis Monate hinziehen.

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Schadstoffbelastung durch Kosmetik

Auch alltägliche Kosmetikprodukte stehen unter Beobachtung. Eine im Fachjournal Environment International veröffentlichte Studie des französischen Forschungsinstituts Inserm ließ rund 100 Studentinnen in Grenoble fünf Tage lang auf Kosmetika verzichten.

Die Schadstoffwerte im Urin sanken deutlich: Monomethylphthalat um 22 Prozent, Methylparaben um 30 Prozent und Bisphenol A (BPA) um 39 Prozent. Die beteiligten Forschenden fordern angesichts dieser Ergebnisse strengere EU-Regeln für Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten.

Weitere Warnsignale am Auge

Augenärzte weisen zudem darauf hin, dass neu auftretende Lichtblitze im Auge oder eine plötzliche Häufung schwarzer Punkte – umgangssprachlich als „Rußregen“ bezeichnet – umgehend augenärztlich abgeklärt werden sollten. Solche Symptome können auf einen Netzhautriss oder eine Netzhautablösung hindeuten und stellen einen medizinischen Notfall dar. Das Risiko ist bei starker Kurzsichtigkeit und nach vorangegangenen Augenoperationen erhöht.

Insgesamt zeichnen die aktuellen Fachbeiträge ein Bild, in dem sowohl systemische Erkrankungen wie Diabetes als auch äußere kosmetische Eingriffe die Augengesundheit erheblich beeinflussen können. Regelmäßige fachärztliche Kontrollen bleiben demnach das zentrale Instrument, um schwerwiegende Folgen frühzeitig zu erkennen oder ganz zu vermeiden.

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