Diabetes-Therapie, Wirkstoff

Diabetes-Therapie: Neuer Wirkstoff senkt Blutzucker um 2,65 Punkte

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 01:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Roche meldet für Enicepatid deutliche Verbesserungen bei Blutzucker und Gewicht; ein Phase-III-Programm ist ab dem ersten Halbjahr 2027 geplant.

Roche erzielt mit Enicepatid starke Phase-II-Ergebnisse
Modernes, steriles Labor-Interieur mit wissenschaftlichen Glasgeräten auf einem Edelstahltisch bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Der Schweizer Pharmakonzern Roche verzeichnet mit seinem Wirkstoffkandidaten Enicepatid einen bedeutenden Schritt in der klinischen Entwicklung. In der Phase-II-Studie CT-388-104 erreichte der duale GLP-1/GIP-Rezeptoragonist nach einer Behandlungsdauer von 48 Wochen beide primären Endpunkte.

An der Untersuchung nahmen 447 Erwachsene teil, die an Typ-2-Diabetes sowie Übergewicht oder Adipositas leiden. Das Präparat wird einmal wöchentlich subkutan verabreicht.

Signifikante Senkung des Blutzuckerspiegels und Gewichtsverlust

Die Auswertung der Studienergebnisse belegt eine deutliche Reduktion der Blutzuckerwerte. Unter der Höchstdosis von 24 mg sank der HbA1c-Wert nach 48 Wochen im Durchschnitt um 2,65 Prozentpunkte, ausgehend von einem mittleren Ausgangswert von 8,1 Prozent. Bei Teilnehmern mit einem anfänglichen HbA1c-Wert von über 8,5 Prozent betrug der Rückgang sogar 4,13 Prozentpunkte.

Insgesamt erreichten 90 Prozent der Probanden in der Hochdosisgruppe einen HbA1c-Wert von höchstens 6,5 Prozent. 62 Prozent der Behandelten erzielten sogar Werte unter 5,7 Prozent, was dem Bereich einer Normoglykämie ohne diabetische Einstufung entspricht.

Parallel zur Blutzuckersenkung zeigte sich ein mittlerer Verlust an Körpergewicht von 15,5 Prozent. Nach Angaben des Unternehmens war nach 48 Behandlungswochen noch kein Plateau bei der Gewichtsabnahme erkennbar.

Verträglichkeit und Sicherheitsprofil

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Hinsichtlich der Verträglichkeit erwies sich das Sicherheitsprofil als vergleichbar mit anderen Inkretin-Therapien. Die Abbruchrate aufgrund unerwünschter Ereignisse lag unter Enicepatid bei 2,0 Prozent, verglichen mit 0,0 Prozent in der Placebogruppe. Als häufigste unerwünschte Wirkungen traten leichte bis mittelschwere gastrointestinale Beschwerden auf.

Dr. Levi Garraway, Chief Medical Officer von Roche, hob ein potenziell branchenführendes Wirkprofil des Kandidaten hervor. Er verwies darauf, dass ein bedeutender Anteil der Patienten in weniger als einem Jahr einen normalisierten Glukosespiegel erreicht habe.

Strategische Einordnung und weiterer Zeitplan

Enicepatid ist bislang noch nicht zugelassen. Der Wirkstoff stammt aus der Übernahme von Carmot Therapeutics aus dem Jahr 2023, für die bis zu 3,1 Milliarden US-Dollar zugesagt worden waren. Roche verfolgt das Ziel, sich als Marktnummer drei hinter den führenden Herstellern Eli Lilly und Novo Nordisk zu etablieren.

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Analysten von Bloomberg Intelligence erwarten eine Markteinführung des Präparats bis zum Jahr 2030 und halten Spitzenumsätze von rund 4 Milliarden US-Dollar für möglich. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Roche-Aktie liegt bei 18.

Für die weitere klinische Entwicklung plant Roche ab dem ersten Halbjahr 2027 ein umfangreiches Phase-III-Programm, das die Blutzuckerkontrolle sowie kardiovaskuläre Endpunkte untersuchen soll.

Zwei Phase-III-Studien zur reinen Gewichtsreduktion unter den Bezeichnungen ENITH-1 und ENITH-2 laufen bereits. Laut einem Bericht vom 22. September 2026 untermauern die aktuellen Phase-II-Ergebnisse damit die Ambitionen des Konzerns im stark wachsenden Markt für Inkretin-basierte Stoffwechseltherapien.

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