Diabetes, SGLT2-Inhibitoren

Diabetes: SGLT2-Inhibitoren senken Alzheimer-Risiko um 43%

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 18:29 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Curcuma-Extrakt zeigt in Studie gefäßschützende Wirkung bei Typ-2-Diabetes, doch Experten warnen vor Risiken hochdosierter Präparate.

Curcuma-Studie: Potenzial bei Diabetes, aber Vorsicht geboten
Nahaufnahme von Kurkumawurzeln und -pulver, umgeben von stilisierten Nervenbahnen und Blutgefäßen in einem medizinischen Kontext. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine aktuelle Studie zeigt das Potenzial von Curcuma longa – doch Experten warnen vor unkontrollierter Einnahme.

Gefäßschutz und Neuropathie: Was die Curcuma-Studie belegt

Eine klinische Untersuchung Mitte Juli 2026 befasste sich mit dem gefäßprotektiven Potenzial von Curcuma longa-Extrakt bei Typ-2-Diabetes-Patienten. 76 Probanden erhielten über drei Monate täglich 1.200 mg eines Extrakts mit 97 Prozent Curcuminoiden.

Die Ergebnisse: Glykokalyx-Marker und Enzyme wie MMP-2 und MMP-9 gingen zurück. Gleichzeitig stiegen protektive Faktoren wie SIRT1 und Nrf2 an. Auch Entzündungsmarker wie NF-?B p65 reduzierten sich. Klinisch zeigte sich eine Verbesserung der Symptome bei diabetischer Neuropathie.

Die Forschung unterstreicht damit das Potenzial von Curcuminoiden als ergänzende Therapie zur Unterstützung der Gefäßgesundheit.

Vorsicht bei hochdosierten Präparaten

Trotz der positiven Befunde mahnen Experten zur Zurückhaltung. Der Ernährungsmediziner Andreas Michalsen wies Mitte Juli darauf hin: Curcumin senke den Blutdruck nur geringfügig und sei als alleinige Maßnahme gegen Bluthochdruck meist unzureichend.

Zudem gilt die von der EFSA festgelegte tägliche Höchstmenge von 3 mg Curcumin pro Kilogramm Körpergewicht. Besondere Vorsicht ist bei der Kombination mit Piperin geboten: Sie erhöht zwar die Bioverfügbarkeit, kann aber potenziell leberschädigend wirken.

Schwangere, Stillende und Patienten mit Gallensteinen sollten laut Fachmeinung komplett auf solche Präparate verzichten. Eine Übersichtsarbeit der Semmelweis Universität vom Juli 2026 betont: Für gesundes Altern des Gehirns ist eine abwechslungsreiche, polyphenolreiche pflanzliche Ernährung entscheidender als isolierte Nahrungsergänzungsmittel.

Mikronährstoffmangel: Fast jeder zweite Diabetiker betroffen

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Eine aktuelle Metaanalyse im Fachmagazin BMJ Nutrition, Prevention & Health liefert alarmierende Zahlen: Rund 45 Prozent der Typ-2-Diabetes-Patienten leiden unter Mikronährstoffmangel. Besonders häufig sind Defizite bei Vitamin D (60,5 Prozent), Magnesium (42 Prozent) und Eisen (28 Prozent).

Hinzu kommt: Die Langzeiteinnahme von Metformin kann die Aufnahme von Vitamin B12 hemmen. Um diese Versorgungslücken systematisch zu schließen, ist ab 2028 ein bundesweites Pflicht-Screening auf Mangelernährung bei jeder stationären Krankenhausaufnahme vorgesehen.

Das Universitätsklinikum Leipzig bereitet sich bereits darauf vor – es wurde am 10. Juli 2026 als ernährungsmedizinische Schwerpunktabteilung zertifiziert.

Neue Therapieoptionen: Von Alzheimer-Schutz bis Wundheilung

Neben der Mikronährstoffversorgung rücken innovative Ansätze in den Fokus:

SGLT2-Inhibitoren und Demenz: Eine im Juni 2026 in JAMA Network Open veröffentlichte Studie mit über 112.000 Teilnehmern zeigt: SGLT2-Inhibitoren senken das Alzheimer-Risiko um bis zu 43 Prozent. Für GLP-1-Agonisten wurde eine Reduktion von bis zu 33 Prozent festgestellt.

Wundheilung: Die B&K Corporation Limited gab am 13. Juli den Abschluss der Patientenrekrutierung für eine Phase-II-Studie bekannt. Untersucht wird ein rhPDGF-BB Gel zur Behandlung von diabetischen Fußulzera.

Blutzuckerkontrolle: Aktuelle Daten zu Continuous Glucose Monitoring (CGM) belegen: Die Systeme senken den HbA1c-Wert bei Typ-2-Diabetikern um rund einen Prozentpunkt. Anwender verbleiben durchschnittlich vier Stunden pro Tag länger im Zielbereich.

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Lebensstilintervention: Eine im Juli veröffentlichte prospektive Studie mit 48 Patienten bestätigte die Wirksamkeit von Low-Carb-Konzepten. Innerhalb von sechs Monaten führte ein entsprechendes Coaching zu einer mittleren Gewichtsabnahme von 5,2 Kilogramm und einer deutlichen HbA1c-Senkung von 60,0 auf 49,7 mmol/mol.

Die Entwicklungen zeigen: Die Diabetes-Therapie wird zunehmend integrativer – sie kombiniert medikamentöse Innovationen, digitale Überwachung und gezielte Ernährungsmedizin.

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