Diabetes-Remission, Ernährung

Diabetes-Remission: 54 Prozent erreichten sie mit Ernährung und Training

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Neue Leitlinien erweitern den Blick auf Typ-2-Diabetes; frühe Lebensstiländerungen erzielten in einer Studie bei 54 Prozent Remission.
Ein heller, minimalistischer medizinischer Untersuchungsraum mit einem Untersuchungstisch in sanftem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) rückt anlässlich des Weltdiabetestags 2026 die rechtzeitige Erkennung und gezielte Gegenmaßnahmen in den Mittelpunkt.

Am 4. November 2026 veranstaltet die Fachgesellschaft ab 9:00 Uhr im Wiener Presseclub Concordia ein Pressegespräch, das auch per Livestream übertragen wird. Unter dem Leitgedanken eines frühzeitigen Handelns bei Diabetes stehen die Früherkennung von Typ-1- und Typ-2-Diabetes, Prädiabetes sowie genetische Formen der Stoffwechselstörung im Fokus.

Dazu stellt die Fachgesellschaft neue Erhebungen vor. Neben aktuellen österreichischen Kennzahlen zu Amputationen werden moderne Therapieoptionen und gesundheitspolitische Forderungen thematisiert. Als Gesprächspartner nehmen Fritsch, Führer, Mader und Sourij teil; Anmeldungen nimmt die Organisation unter michael.leitner@publichealth.at entgegen.

Leitlinien-Update rückt den Systemcharakter in den Fokus

Die Dringlichkeit einer zeitnahen Intervention spiegelt sich in aktuellen Leitlinien internationaler Fachorganisationen wider. Im Konsensus-Update 2026 zur Typ-2-Diabetes-Leitlinie vollzogen die American Diabetes Association (ADA) und die European Association for the Study of Diabetes (EASD) einen Kurswechsel: Die Behandlung konzentriert sich nicht mehr vorrangig auf die reine Hyperglykämie, sondern begreift Typ-2-Diabetes als Systemerkrankung mit gravierenden Folgen für Herz, Nieren, Leber und Lebensqualität.

Die Fachgesellschaften empfehlen einen deutlich früheren Beginn organprotektiver Therapien. Bereits bei der Erstdiagnose soll ein erweitertes Screening stattfinden, das Herzinsuffizienz, steatotische Lebererkrankungen (MASLD), obstruktive Schlafapnoe sowie die psychische Gesundheit und Parodontalgesundheit umfasst.

Zudem werden spezifische Faktoren der Männer- und Frauengesundheit berücksichtigt. Erstmals fungiert auch die chronische niedriggradige Entzündung als modifizierbares Behandlungsziel, flankiert von Prioritäten auf Prävention, Gewichtsmanagement und einem gleichberechtigten Behandlungszugang.

Remissionschancen und kardiovaskuläres Risikomanagement

Welche Erfolge frühe Lebensstiländerungen bringen können, verdeutlicht eine kanadische Studie. Bei Personen mit frühem Typ-2-Diabetes erreichten 54 Prozent der Teilnehmenden innerhalb von 24 Wochen eine Remission. Voraussetzung dafür war ein intensives Programm aus einer kalorienreduzierten Ernährung in Verbindung mit Kraft- und Ausdauertraining.

Ebenso eng ist der Stoffwechsel an den Blutdruck gekoppelt. Wie Mediziner beim Fortbildungsformat FOMF Diabetes Update Refresher darlegten, weisen Personen mit arterieller Hypertonie ein 2- bis 4-fach erhöhtes Risiko auf, an Diabetes mellitus zu erkranken.

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Bei vorliegendem Diabetes sollte eine antihypertensive Behandlung ab einem Wert von 130/80 mmHg einsetzen. Nach Vorgaben der European Society of Cardiology (ESC) liegt eine Hypertonie ab einem Praxisblutdruck von 140/90 mmHg, einer Selbstmessung ab 135/85 mmHg oder einem 24-Stunden-Mittelwert ab 130/80 mmHg vor.

Die European Society of Hypertension (ESH) wiederum empfiehlt einen systolischen Zielkorridor von 120 bis 140 mmHg. Zudem tritt eine orthostatische Hypotonie bei bis zu 10 Prozent der Diabetiker und bei bis zu 50 Prozent der älteren Patienten auf.

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Wer sich mit dem Thema befasst, sollte auch die Rolle der Ernährung nicht unterschätzen. Ein ehemaliger Schwerst-Diabetiker zeigt in seinem Gratis-Ratgeber die 6 Goldenen Regeln, mit denen man den Blutzucker aktiv kontrollieren kann. Kostenlosen Ernährungs-Ratgeber hier herunterladen

Regionale Informationsangebote und spezialisierte Versorgungszentren

Flankierend zur Früherkennung werden vor Ort konkrete Informations- und Behandlungsangebote ausgebaut. Am 14. November 2026 laden das Landesinstitut für integrierte Versorgung Tirol und das Bezirkskrankenhaus Kufstein von 8:30 bis 12:30 Uhr zu einem kostenlosen Diabetes-Informationstag am Pflege Campus Kufstein (Endach 27a, 6330 Kufstein) ein.

Themen sind die Prävention von Typ-2-Diabetes sowie der Umgang mit einer manifesten Erkrankung; Anmeldungen sind bis zum 8. November 2026 über diabetes@tirol-kliniken.at oder telefonisch unter +43 50 504 25804 möglich.

Speziell an jüngere Betroffene richtet sich der 10. Essener Diabetestag für Kinder und Jugendliche, den Contilia und das Elisabeth-Krankenhaus Essen am 7. November 2026 zwischen 11:00 und 16:00 Uhr im örtlichen Hörsaalzentrum anbieten.

Neben Vorträgen zu Typ-1-Diabetes, hormonellen Abläufen und Blutzuckerwerten stehen Workshops zur Inklusion im Schul- und Kita-Alltag sowie Selbstverteidigungskurse für die Altersklassen 8 bis 12 sowie 12 bis 18 Jahre auf der Agenda; Anmeldungen sind unter kinderdiabetologie(at)contilia.de erforderlich.

Für schwerwiegendere Verläufe schafft die NÖ Landesgesundheitsagentur neue Strukturen: Im ersten Quartal 2027 nimmt Stockerau im Bezirk Korneuburg als erster Standort ein neues Diabeteszentrum in Betrieb. Bis 2030 sind zwei ergänzende Zentren in Mödling und Melk vorgesehen. Die Standorte richten sich gezielt an Patienten mit komplexen Krankheitsverläufen und sind Teil des regionalen Programms „Gesundheitsplan 2040+“.

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