Diabetes, Blutzucker-

Diabetes: Nur 13,6 Prozent erreichen Blutzucker-, Blutdruck- und LDL-Ziel

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 07:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Daten aus Korea zeigen häufige Begleiterkrankungen und Lücken bei der Kontrolle von Blutzucker, Blutdruck und LDL-Cholesterin.
Ein Stethoskop liegt auf einem sterilen, weißen Untersuchungstisch in einer medizinischen Praxis bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die langfristige Behandlung von Diabetes erfordert weit mehr als die alleinige Senkung des Blutzuckerspiegels. Dennoch gelingt es nur einem kleinen Teil der Betroffenen, alle relevanten Risikofaktoren gleichzeitig unter Kontrolle zu halten.

Laut dem Bericht „Diabetes Fact Sheet 2026“ der Korean Diabetes Association erreichten lediglich 13,6 Prozent der Menschen mit Diabetes ab 30 Jahren alle drei empfohlenen Zielwerte für Blutzucker, Blutdruck und LDL-Cholesterin.

Hohe Verbreitung von Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen

Die Daten der kardiometabolischen Fachgesellschaft verdeutlichen das erhebliche Ausmaß an Begleiterkrankungen. In der Altersgruppe ab 30 Jahren wiesen 63,2 Prozent der Personen mit Diabetes eine Hypertonie auf. Unter einer Hypercholesterinämie litten 71,8 Prozent der Betroffenen. Fast die Hälfte aller Patienten – genau 47,1 Prozent – war von beiden Begleiterkrankungen gleichzeitig betroffen.

Bei der Betrachtung der einzelnen Zielparameter zeigten sich deutliche Behandlungslücken. Einen HbA1c-Wert von unter 6,5 Prozent erzielten der Auswertung zufolge lediglich 38,7 Prozent der Diabetiker. Unter den Patienten mit begleitender Hypertonie gelang es zudem nur 42,1 Prozent, ihren Blutdruck auf einen Wert von unter 130/80 mmHg einzustellen.

Differenzierte Zielkorridore für das kardiovaskuläre Risiko

Die Regulierung der Blutfettwerte gilt als entscheidender Baustein der Risikominimierung, da das Herz-Kreislauf-Risiko bei Diabetes um das Zwei- bis Dreifache ansteigt.

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Die Korean Diabetes Association empfiehlt daher risikoadaptierte Grenzwerte für das LDL-Cholesterin:
- Bei Vorliegen einer kardiovaskulären Erkrankung, eines Endorganschadens oder von mindestens drei Hauptrisikofaktoren wird ein LDL-Wert von unter 55 mg/dL angestrebt.
- Bei einer Diabetesdauer von mindestens zehn Jahren oder bei Vorliegen von Hauptrisikofaktoren liegt das Ziel bei unter 70 mg/dL.
- Beträgt die Diabetesdauer weniger als zehn Jahre und liegen keine zusätzlichen Risikofaktoren vor, gilt ein Wert von unter 100 mg/dL als Richtgröße.

In medizinischen Fachkreisen gilt ein HbA1c-Wert von unter 6,5 Prozent als allgemeine Richtschnur, wobei Anpassungen je nach Alter, Komplikationen und Unterzuckerungsrisiko erfolgen sollten. Für die tägliche Selbstmessung werden Nüchternblutzuckerwerte zwischen 80 und 130 mg/dL sowie Werte von unter 180 mg/dL zwei Stunden nach den Mahlzeiten veranschlagt.

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Internationale Parallelen und präventive Diagnostik

Die Schwierigkeit, mehrere kardiometabolische Parameter simultan zu beherrschen, beschränkt sich nicht auf einzelne Regionen. Eine im Fachjournal „Primary Care Diabetes“ publizierte Untersuchung einer Forschungsgruppe der Universität Ostfinnland kam zu vergleichbaren Ergebnissen: In Finnland erreichten etwas mehr als 10 Prozent der Typ-2-Diabetiker alle fünf Behandlungsziele bestehend aus Blutzucker, LDL-Cholesterin, Blutdruck, Body-Mass-Index und Nichtrauchen. Bei 57 Prozent lagen mindestens zwei Risikofaktoren außerhalb des Zielbereichs, wobei Übergewicht die häufigste Hürde darstellte.

Um Gefäßschäden und Spätfolgen frühzeitig abzufangen, raten Fachärzte neben der Optimierung der Messwerte zu standardisierten Vorsorgeuntersuchungen. Dazu zählen ein jährliches Screening auf Neuropathien, die regelmäßige Begutachtung des Augenhintergrunds sowie wiederkehrende Laboranalysen von Urin-Albumin und der glomerulären Filtrationsrate (eGFR).

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