Diabetes: Neues Medikament senkt Herzrisiko um 82 Prozent
11.06.2026 - 23:51:48 | boerse-global.de
Neue Medikamente wirken bei bestimmten Genen deutlich besser. Und ein Tennisspieler zeigt, dass Typ-1-Diabetes im Spitzensport kein Hindernis ist.
Kliniken setzen auf Qualitätssiegel
Die GFO Kliniken Rhein-Berg am Vinzenz Pallotti Hospital in Bensberg erhielten im Juni erneut die Zertifizierung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Rund 20 Prozent aller stationären Patienten haben eine Diabetes-Diagnose. Deshalb wird ab einem Blutzuckerwert von 200 mg/dl ein spezialisiertes Team aktiv. Solche Strukturen senken die Sterblichkeit, Komplikationsraten und die Liegedauer.
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Das Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen bekam ebenfalls im Juni zum fünften Mal die Fünf-Sterne-Zertifizierung des Bundesverbandes Klinischer Diabetes-Einrichtungen. Mit über 1.400 stationären Diabetesfällen pro Jahr liegt der Schwerpunkt auf modernen Technologien und kardiovaskulärer Risikoabschätzung. Auch das Gemeinschaftskrankenhaus Bonn erweiterte sein Qualitätssiegel – es umfasst nun auch die stationäre Behandlung des diabetischen Fußsyndroms.
Gentherapie: Medikamente wirken bei bestimmten Genen besser
Eine Analyse der DECLARE-TIMI 58-Studie in „Nature Medicine" zeigt: Der SGLT2-Hemmer Dapagliflozin senkt das Risiko für Herzinsuffizienz-Krankenhausaufenthalte bei Trägern bestimmter Kardiomyopathie-Gene um 82 Prozent. Bei Patienten ohne diese Marker liegt die Reduktion bei 30 Prozent. Das ist ein großer Schritt in Richtung Präzisionsmedizin.
Diamyd Medical sicherte sich im Juni ein Patent für Retogatein (GAD65) zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Das Patent gilt spezifisch für Patienten mit dem genetischen Marker HLA DR3-DQ8. Die Marker DR3-DQ2 und DR4-DQ8 kommen bei bis zu 90 Prozent der Typ-1-Diabetiker vor.
Neue Ambulanz für Kinder und Früherkennung
Am Städtischen Krankenhaus Pirmasens eröffnet am 15. Juni eine neue endokrinologische Spezialambulanz. Unter der Leitung von Alsu Zhachik behandelt sie Wachstums- und Schilddrüsenstörungen, Typ-1-Diabetes und Adipositas. Damit haben Patienten in der Region kürzere Wege zur spezialisierten Betreuung.
Im Mai startete das Fr1da-Screening auf Typ-1-Diabetes für Kinder von zwei bis zehn Jahren in Berlin und Brandenburg. Ziel ist die frühzeitige Erkennung von Krankheitsvorstufen, um schwere Stoffwechselentgleisungen bei der Erstdiagnose zu verhindern.
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Cholesterin und ein Grand-Slam-Sieger
Am Tag des Cholesterins im Juni wiesen Experten auf strenge LDL-Zielwerte hin. Für sehr hohe Risikopatienten empfehlen europäische Leitlinien Werte unter 55 mg/dl. Die Kombination aus Diabetes und Vorhofflimmern erhöht die Sterblichkeit signifikant.
Alexander Zverev zeigte im Juni, dass Typ-1-Diabetes im Leistungssport kein Hindernis ist. Mit seinem Sieg bei den French Open gewann er als erster Profisportler mit dieser Diagnose ein Grand-Slam-Turnier. Die Deutsche Diabetes-Hilfe betonte die Bedeutung solcher Vorbilder für die Wahrnehmung der täglichen Managementleistung, die Betroffene erbringen müssen.
