Diabetes-Medikamente: SGLT2-Inhibitoren senken Alzheimer-Risiko um 43%
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 07:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Forscher entdecken zudem überraschende Schutzeffekte bei Diabetes-Medikamenten.
Welche Blutdrucksenker schützen das Gehirn?
Eine US-Studie mit 756 älteren Probanden untersuchte die Langzeitwirkung verschiedener Blutdruckmittel auf die Gefäßgesundheit im Gehirn. Die Ergebnisse, veröffentlicht in JAMA Network Open, zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Wirkstoffklassen.
Angiotensin-II-stimulierende Wirkstoffe wie Sartane und Dihydropyridin-Calciumantagonisten schnitten besser ab als hemmende Substanzen wie ACE-Hemmer und Betablocker. Pro fünf Jahre Einnahme der stimulierenden Mittel sank das Risiko für Arteriolosklerose um sechs Prozent. Bei über 15 Jahren Einnahme lag der Wert sogar 24 Prozent niedriger.
Die Forscher beobachteten zudem geringere Konzentrationen von phosphoryliertem Tau-Protein im Gehirn – ein Marker, der mit Alzheimer in Verbindung steht.
Diabetes-Medikamente mit überraschendem Nebeneffekt
Noch deutlichere Ergebnisse liefert eine Langzeitstudie mit over 112.000 älteren Erwachsenen. SGLT2-Inhibitoren senkten das Alzheimer-Risiko um 43 Prozent, GLP-1-Agonisten immerhin um 33 Prozent.
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Vorsicht bei Magenmitteln und Antidepressiva
Nicht alle gängigen Medikamente sind unbedenklich. Eine Analyse von rund 66.000 Teilnehmenden in Nature Metabolism warnt vor Protonenpumpenhemmern (PPI). Bei dauerhafter Einnahme steigt das Demenzrisiko um 44 Prozent, nach über zehn Jahren sogar auf 47 Prozent.
Auch Anticholinergika – enthalten in bestimmten Antidepressiva und Antihistaminika – erhöhen das Risiko für leichte kognitive Beeinträchtigungen um 47 Prozent, so eine Studie der University of California San Diego.
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Lebensstil als stärkster Schutzfaktor
Die gute Nachricht: Bis zu 45 Prozent aller Demenzfälle ließen sich vermeiden. Das zeigt eine Studie der Curtin School of Public Health in The Lancet Healthy Longevity. Die Forscher identifizierten 14 modifizierbare Risikofaktoren – darunter Bluthochdruck, Adipositas, Rauchen und Bewegungsmangel.
Das entscheidende Zeitfenster liegt zwischen 35 und 65 Jahren. Biologische Abbauprozesse beginnen oft 15 bis 20 Jahre vor den ersten Symptomen.
Wer in der Lebensmitte körperlich aktiv bleibt, senkt sein Demenzrisiko um 40 bis 45 Prozent. Eine Meta-Analyse in PLOS One empfiehlt sieben bis acht Stunden Schlaf, mindestens 150 Minuten Ausdauersport pro Woche und weniger als acht Stunden Sitzen täglich.
Zusätzlich zeigt eine Studie in Neurology: Wer regelmäßig liest oder schreibt, kann den Ausbruch von Alzheimer-Symptomen um bis zu fünf Jahre verzögern.
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