Diabetes-Forschung: DDZ startet ENDODIATRACK-Programm für Ärzte
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 23:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ) in Düsseldorf hat das Clinician-Scientist-Programm ENDODIATRACK ins Leben gerufen. Das Programm, dessen Name für ENDOcrinology and DIAbetology for Translational Research and Advanced Clinical Knowledge steht, richtet sich an klinisch tätige Wissenschaftler in den Bereichen Diabetologie, Endokrinologie und Innere Medizin.
Ziel der Initiative ist es, eine Brücke zwischen akademischer Forschung und der praktischen Patientenversorgung zu schlagen, wie aus einem Bericht von deutschesgesundheitsportal.de vom 26.10.2026 hervorgeht.
Strukturierte Weiterbildung und geschützte Forschungszeiten
Das Programm ENDODIATRACK kombiniert eine strukturierte klinische Weiterbildung mit geschützten Forschungszeiten. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten zählen die klinische Studienmedizin, hormonelle und metabolische Erkrankungen, innovative Diagnostik sowie translationale Forschung.
Für eine Teilnahme setzt das DDZ ein abgeschlossenes Medizinstudium sowie die Approbation in Deutschland voraus. Bewerber müssen zudem ein Interesse an klinischer Stoffwechselforschung vorweisen und über gute Englischkenntnisse verfügen.
Prof. Michael Roden, wissenschaftlicher Geschäftsführer des DDZ, erklärte laut dem Bericht, das primäre Ziel des Programms bestehe darin, die nächste Generation klinisch tätiger Wissenschaftler auszubilden und die Verbindung zwischen Forschung und medizinischer Versorgung nachhaltig zu stärken.
Forschungskontext zu Stoffwechsel- und Folgeerkrankungen
Die translationale Stoffwechselforschung gewinnt angesichts komplexer Risikofaktoren weiter an Bedeutung. Wie Prof. Michael Roden im Rahmen von Veröffentlichungen des DDZ und des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) hervorhob, erhöht ein hoher Konsum zuckergesüßter Getränke das Risiko für Übergewicht und Typ-2-Diabetes, während Fruktose gezielt die Ausbildung einer metabolischen Fettleber fördert.
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Zur Verdeutlichung der Nährwertbelastung verweisen Fachleute darauf, dass ein halber Liter Cola etwa 210 Kilokalorien und 53 Gramm Zucker enthält, was umgerechnet rund 18 Würfelzuckern à 3 Gramm entspricht.
Hinsichtlich präventiver Steuerungsmaßnahmen bleibt die Evidenzlage differenziert: Ein langfristiger Rückgang von Diabetes-Neuerkrankungen infolge einer Zuckersteuer gilt nach Angaben von DDZ und UKD bislang als nicht ausreichend belegt.
Allerdings verweisen Experten auf erste internationale Erfahrungen, die positive Effekte auf den Zuckergehalt von Produkten, das Kaufverhalten der Konsumenten sowie einzelne Gesundheitsindikatoren belegen. Um langfristige Krankheitsverläufe besser zu verstehen, begleitet die Deutsche Diabetes-Studie (GDS) am DDZ und UKD Menschen mit neu diagnostiziertem Diabetes über einen Zeitraum von 20 Jahren.
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Wachsende Belastung der Gesundheitssysteme
Der Bedarf an spezialisierten Schnittstellen zwischen Klinik und Forschung spiegelt sich in den epidemiologischen Erhebungen wider. Nach Daten der Nationalen Diabetes-Surveillance des Robert Koch-Instituts (RKI) entfallen über 90 Prozent aller Diabetesfälle auf den Typ 2, während Typ 1 rund 5,5 Prozent ausmacht. In Deutschland behandeln Ärzte Schätzungen zufolge rund acht Millionen Menschen mit Diabetes.
Auch international verzeichnet die Stoffwechselerkrankung einen kontinuierlichen Zuwachs. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leben weltweit rund 830 Millionen Menschen mit Diabetes, wovon mehr als die Hälfte bislang unbehandelt bleibt.
Laut Berichten im Fachjournal The Lancet hat sich die weltweite Verbreitung der Erkrankung unter Erwachsenen seit 1990 von etwa 7 Prozent auf rund 14 Prozent verdoppelt. Programme wie ENDODIATRACK zielen darauf ab, den wachsenden Versorgungs- und Forschungsbedarf durch die gezielte Förderung medizinischen Personals strukturell zu begegnen.
