DHEA gegen Depression: Charité startet Studie mit 2,3 Millionen Euro
09.06.2026 - 04:39:26 | boerse-global.de
Chronische Nervenschmerzen bekommen einen neuen Forschungsansatz. Und ein altes Antidepressivum zeigt überraschende Wirkung gegen das Altern.
Die Medizin erlebt derzeit einen Paradigmenwechsel. Weg von isolierten Symptomen, hin zu systemischen Zusammenhängen. Das zeigt sich in gleich mehreren Fachbereichen – von der Frauenheilkunde über die Neurologie bis zur Kardiologie.
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Aus PCOS wird PMOS: Ein neuer Name für eine unterschätzte Krankheit
Das Fachmagazin The Lancet hat im Mai 2026 eine grundlegende Neudefinition vorgestellt. Aus dem Polyzystischen Ovarsyndrom (PCOS) wird das Polyendokrine Metabolische Ovarialsyndrom (PMOS). Der neue Name betont den systemischen Stoffwechselcharakter der Störung.
Etwa jede achte Frau ist betroffen. Doch bis zu 70 Prozent haben keine gesicherte Diagnose. Die Diagnosekriterien bleiben stabil: Mindestens zwei von drei Merkmalen müssen vorliegen – seltener Eisprung, Androgenüberschuss oder eine veränderte Eierstock-Morphologie.
In der Therapie gewinnen GLP-1-Agonisten neben Metformin an Bedeutung. Und ab 2026 sollen Liposuktionen bei Lipödemen verstärkt Kassenleistung werden – basierend auf Beschlüssen des Gemeinsamen Bundesausschusses aus dem Jahr 2025.
1,2 Millionen Euro gegen chronische Nervenschmerzen
Am 8. Juni startete das EU-Projekt RESOLVE. Es erforscht neue Therapiewege gegen chronische Nervenschmerzen. Das ERA-NET-NEURON-Programm fördert das Vorhaben mit insgesamt 1,2 Millionen Euro.
350.000 Euro fließen an den Standort Essen. Dort leiten Dr. Szepanowski und Professor Giebel das Projekt. Der Fokus liegt auf extrazellulären Vesikeln aus Stammzellen. Das Konsortium vereint Expertise aus Deutschland, Großbritannien, Litauen, Rumänien und Kroatien.
DHEA gegen Depression: Charité startet große Studie
Die Charité – Universitätsmedizin Berlin prüft seit Juni 2026 ein neues Therapiekonzept. Das körpereigene Hormon DHEA soll als Zusatztherapie bei behandlungsresistenter Depression eingesetzt werden.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die randomisierte Doppelblindstudie mit 2,3 Millionen Euro. Neun Zentren sind beteiligt. Professor Christian Otte leitet die Untersuchung. DHEA ist vielversprechend, weil sein Spiegel im Körper bereits ab dem dritten Lebensjahrzehnt sinkt.
Altes Antidepressivum, neue Wirkung: Mianserin verlängert Leben
Die Alternsforschung liefert parallel überraschende Ergebnisse. In Nature Communications vom 5. Juni 2026 wurde nachgewiesen: Das Antidepressivum Mianserin verlängert in Tierversuchen die Lebensspanne deutlich.
Der Mechanismus: Das Generikum stellt die Calcium-Homöostase wieder her und reduziert Entzündungsmarker. Ein Paradebeispiel für Drug Repositioning – alte Medikamente für neue Zwecke.
Kardiologie: Strom statt Hitze bei Vorhofflimmern
Das Bach-Mai-Krankenhaus in Hanoi vermeldete Anfang Juni 2026 einen technologischen Durchbruch. Die Pulsfeldablation (PFA) zur Behandlung von Vorhofflimmern wurde erfolgreich eingeführt.
Anders als herkömmliche Methoden nutzt die PFA hochintensive elektrische Feldimpulse. Keine thermische Energie. Das minimiert das Risiko für umliegendes Gewebe erheblich.
Alzheimer: Anti-Tau-Antikörper verlangsamt Abbau um 40 Prozent
Eine Phase-III-Studie gibt Hoffnung im Kampf gegen Demenz. Ein neuer Anti-Tau-Antikörper verlangsamt den kognitiven Abbau bei Alzheimer-Patienten im Frühstadium um bis zu 40 Prozent.
Die Verabreichung erfolgt monatlich subkutan über 18 Monate. Das Sicherheitsprofil ist vorteilhaft. Experten rechnen mit einer möglichen Zulassung im Jahr 2027.
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Bewährte Verfahren auf dem Prüfstand
Nicht alles, was neu ist, ist auch besser. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) veröffentlichte am 8. Juni einen Vorbericht zur neuromuskulären Elektrostimulation bei venösen Beingeschwüren.
Das Ergebnis: Der Nutzen bleibt unklar. Die Datenlage ist unvollständig. Interessierte Kreise können bis zum 6. Juli 2026 Stellung nehmen.
Flankiert werden all diese Entwicklungen von massiven Infrastrukturprojekten. Das Land Salzburg investiert bis 2040 rund eine Milliarde Euro in den Ausbau seiner Kliniken. Ein neues Zentrum für Onkologie soll bereits im Februar 2027 fertig sein.
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