DGUV-Regel, Psychische

DGUV-Regel 115-401: Psychische Entlastung jetzt Pflicht für Bürobetriebe

25.06.2026 - 08:02:05 | boerse-global.de

Psychische Belastung für Führungskräfte steigt. Experten raten zu Selbstführung, klaren Rollen und KI-Entlastung als Gegenmittel.

Sandwich-Position: Strategien gegen den Druck im mittleren Management
DGUV-Regel - Ein gestresster Manager in einem modernen Bürogebäude, symbolisch zwischen den Anforderungen von oben und unten gefangen, wirkt nachdenklich. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die strategischen Vorgaben von oben, die Erwartungen der Teams von unten – und dazwischen kaum Spielraum. Die sogenannte Sandwich-Position wird zur Dauerbelastung.

Doch Resilienz ist kein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal. Experten sind sich einig: Sie lässt sich trainieren. Auf individueller Ebene genauso wie durch strukturelle Maßnahmen im Unternehmen.

Warum der Druck gerade jetzt eskaliert

Das Umfeld für Manager wird härter. Eine Umfrage unter Schweizer Führungskräften vom Mai und Juni 2026 zeigt: Nur jedes zehnte Unternehmen bleibt von geopolitischen Krisen verschont. Die Folge: 52 Prozent der Firmen fahren Investitionen zurück. Weniger Budget, gleiche Ziele – das geht auf Kosten der Nerven.

Hinzu kommt der digitale Dauerstress. Auf dem 11. Präventionsforum in Berlin Mitte Juni 2026 warnten Experten vor den Folgen. Psychische Störungen waren bereits 2024 für 16,7 Prozent aller Krankheitstage verantwortlich – und für 42 Prozent der Erwerbsminderungsrenten. Besonders betroffen: Beschäftigte in kleinen und mittleren Unternehmen.

Selbstführung statt Selbstaufgabe

Wie kommen Führungskräfte da raus? Der Schlüssel liegt in der Selbstführung. Wer das Impostor-Syndrom kennt oder unter Kontrollzwängen leidet, kann gezielt gegensteuern. Stressmanagement ist kein Luxus – es ist Überlebensstrategie.

Der Hirnforscher Volker Busch hat einen radikalen Vorschlag: Nur eine einzige Priorität pro Tag. Klingt simpel, senkt das Stresslevel aber massiv. Manager von Eon oder der Commerzbank setzen genau darauf: Konzentration statt Multitasking, Pragmatismus statt Perfektionismus.

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Die Firma muss mitmachen

Individuelle Resilienz reicht nicht. Die Unternehmenskultur entscheidet mit. Oliver Herrmann von der Telekom beschreibt Organisationen als „energetische Systeme“. Sein Konzept: „Compassionate Leadership“ – in der Sache hart, im Ton wertschätzend. Arbeit soll Energie geben, nicht nur verbrauchen.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) liefert jetzt klare Vorgaben. Die im Juni 2026 aktualisierte Regel 115-401 für Bürobetriebe fordert explizite Maßnahmen zur psychischen Entlastung: größere Handlungsspielräume, wertschätzende Kommunikation, klare Strukturen.

KI als Entlastung – und neue Pflicht

Künstliche Intelligenz kann helfen. Sie nimmt Admin-Aufgaben ab und schafft Zeit für echte Führungsarbeit. Seit Februar 2025 verpflichtet die EU-KI-Verordnung Unternehmen zudem, KI-Kompetenz in der Belegschaft aufzubauen. Das schafft neue Weiterbildungsanforderungen – aber auch echte Entlastung.

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42 Prozent der Erwerbsminderungsrenten gehen auf psychische Störungen zurück – und die Sandwich-Position macht Führungskräfte besonders verletzlich. Statt zu warten, bis der Druck eskaliert, können Sie jetzt mit klaren Rollenprofilen und KI-Entlastung gegensteuern. Schutz-Bundle für Führungskräfte sichern

Das Problem mit den Rollen

Personalexperten mahnen: Viele Führungspositionen sind zu vage definiert. Bis 2036 fehlen in Deutschland voraussichtlich 4,3 Millionen Arbeitskräfte. Klare Rollenprofile werden zur Überlebensfrage – besonders in der IT. Wer nicht genau weiß, wofür er verantwortlich ist, verbrennt schneller.

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