DFB-Nachwuchs: Drei Leitprinzipien sollen die Ausbildung neu ausrichten
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 14:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Deutsche Fußball-Bund richtet die Ausbildung im Kinder- und Jugendbereich grundlegend neu aus. Mit einer veränderten Trainingsphilosophie soll die sportliche sowie individuelle Entwicklung junger Talente künftig gezielter gefördert werden.
Im Zentrum dieses Ansatzes stehen vor allem drei Leitprinzipien: Freude am Spiel, hohe Intensität und stetige Wiederholung. Auf diese Weise beabsichtigt der Verband, bundesweit die Qualität der Einheiten auf den Sportplätzen nachhaltig anzuheben.
Die Kernsäulen des neuen Konzepts
Verantwortlich für die strategische Neuausrichtung zeichnet Hannes Wolf in seiner Funktion als DFB-Direktor für Nachwuchs, Training und Entwicklung. Wolf definiert Freude, Intensität und Wiederholung als die drei tragenden Säulen der reformierten Ausbildungsphilosophie. Ziel ist es, den Nachwuchsfußball über verbesserte Rahmenbedingungen wirksamer zu gestalten.
Dazu setzt der Verband verstärkt auf Faktoren wie Eigenverantwortung und eine konsequent individuelle Entwicklung. Die jungen Spielerinnen und Spieler sollen auf dem Platz mehr praktische Spielzeit erhalten, um Handlungsschnelligkeit und technische Fertigkeiten in praxisnahen Spielsituationen kontinuierlich zu erproben und zu verfeinern.
Durch häufige Ballkontakte und aktive Spielbeteiligung verspricht sich der Verband spürbare Fortschritte in den motorischen und spielerischen Abläufen.
Neue Spielformen für eine breite Beteiligung
Um die angestrebte Intensität im Trainingsalltag praktisch umzusetzen, sieht das Konzept veränderte Spielformen vor. Als exemplarisches Modell für eine hohe Beteiligung dient unter anderem das Spielformat Drei-gegen-Drei auf mehreren parallel angelegten Feldern. Durch diese Verkleinerung der Spielgruppen wird vermieden, dass einzelne Kinder längere Phasen ohne direkte Einbindung ins Spielgeschehen verbleiben.
Der DFB richtet den Kinder- und Jugendfußball neu aus: Freude am Spiel, hohe Intensität und stetige Wiederholung sollen die Trainingsqualität bundesweit anheben. Wie Sie diese drei Leitprinzipien konkret in Ihre nächste Einheit bringen, zeigt unser kostenloser Leitfaden. Trainingsleitfaden jetzt anfordern
Vielmehr zwingen die kompakten Spielfelder zu ständiger Aufmerksamkeit, raschen Entscheidungen und fortwährender Bewegung. Die damit verbundene Steigerung der Wiederholungszahlen je Trainingseinheit soll die Lerneffekte maximieren. Das übergeordnete Ziel dieser methodischen Anpassungen besteht darin, flächendeckend auf den Sportplätzen in ganz Deutschland ein höheres Trainingsniveau zu etablieren.
Internationaler Nachholbedarf bei den Einsatzzeiten
Die Notwendigkeit dieser Neuausrichtung verdeutlicht auch der internationale Kontext. Andere Fußballnationen setzen in ihren Strukturen teilweise deutlich stärker auf junge Akteure.
Zu oft stehen Kinder am Rand und warten auf den nächsten Ballkontakt. Kleine Spielformen wie Drei-gegen-Drei auf mehreren Feldern ändern das — jeder ist ständig im Spiel, muss sich bewegen und entscheiden. Unser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie solche Formen Schritt für Schritt aufbauen. Mehr Ballkontakte im Training: Leitfaden sichern
Dass im deutschen System Nachholbedarf besteht, belegen Erhebungen aus den Profiligen: Laut einem Vergleich der Einsatzzeiten in europäischen Profiligen aus der Saison 2022/23 erhielten in Deutschland ausgebildete Spieler im eigenen Land weniger Spielzeit als dies bei vergleichbaren Akteuren in Frankreich, Spanien und Italien der Fall war.
Mit der Implementierung der neuen Trainingsphilosophie möchte der DFB dieser Entwicklung aktiv entgegensteuern. Indem bereits im Kindes- und Jugendalter die Grundlagen über mehr Einsatzchancen, intensive Übungsformen und eigenständiges Agieren gelegt werden, soll der deutsche Fußball im Nachwuchsbereich den Anschluss an die führenden europäischen Ausbildungsländer sichern.
Teile dieses Beitrags beruhen auf Recherchen von SWR.
