Device-Code-Attacken, Betrugswelle

Device-Code-Attacken: Betrugswelle springt um 1.380 Prozent

05.07.2026 - 00:22:39 | boerse-global.de

Gefälschte Handelsplattformen mit KI-Deepfakes verursachen Rekordschäden. Polizei und Sparkassen warnen vor der perfiden Masche.

KI-Deepfakes und 250-Euro-Falle: Neue Betrugswelle bei Anlegern
Device-Code-Attacken - Eine Hand greift nach einem holographischen Bildschirm mit Finanzdaten, auf dem sich ein verschwommenes, bedrohliches Gesicht spiegelt. 05.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Sparkassen-Finanzgruppe und mehrere Polizeibehörden schlagen Alarm. Im Fokus: gefälschte Handelsplattformen, die zunehmend Künstliche Intelligenz einsetzen, um Anleger zu täuschen. Die Schäden sind enorm.

Die „250-Euro-Falle“: So funktioniert die Masche

Alles beginnt harmlos. Über soziale Medien oder E-Mails locken professionell gestaltete, aber gefälschte Anlageseiten mit einem Einstieg für gerade mal 250 Euro. Das Geld reicht, um den Anschein eines aktiven Handelskontos zu erwecken.

Doch dann zeigen die Plattformen plötzlich hohe Gewinne an. Die Freude währt kurz. Es folgen Forderungen nach deutlich höheren Summen. Namen wie Maplecrest Limited, Falcon Cap Global, FinancialStackTrading und Premier Shares tauchen in diesem Zusammenhang immer wieder auf.

Das Muster ist fast immer identisch: Wer seine angeblichen Gewinne – im Einzelfall bis zu 38.000 Euro – auszahlen lassen will, wird blockiert. Statt Geld zu erhalten, fordern die Betrüger weitere Zahlungen. Angeblich für Steuern, Gebühren oder Sicherheitsleistungen.

Deepfakes: Prominente als Lockvögel

Eine neue Qualität erreicht der Betrug mit KI. Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg warnt vor Deepfakes, die prominente Persönlichkeiten für betrügerische Angebote werben lassen. Ein bekanntes TV-Gesicht und ein gefälschtes Video eines TV-Arztes dienten bereits als Aushängeschild für die kriminellen Plattformen.

Die Folgen sind verheerend. Ein 51-jähriger Anleger aus dem Salzburger Pongau überwies innerhalb eines Monats rund 40.000 Euro. Ein KI-generiertes Video hatte ihn in die Irre geführt. Erst als die Betrüger für eine angebliche Auszahlung von 170.000 Euro eine weitere fünfstellige Summe forderten, flog der Schwindel auf.

Allein in Baden-Württemberg verursachte diese Betrugsform im vergangenen Jahr einen Rekordschaden von 212 Millionen Euro. Die Dunkelziffer liegt laut LKA-Experten deutlich höher.

Anzeige

Die Zahl der Device-Code-Attacken explodierte um 1.380 Prozent – und KI-Deepfakes täuschen selbst erfahrene Anleger. Mit den 3 Sofort-Maßnahmen aus diesem kostenlosen Guide schützen Sie Ihr Konto in wenigen Minuten. Jetzt kostenlosen Schutz-Guide anfordern

Phishing und Device-Code-Attacken im Höhenflug

Neben dem Anlagebetrug steigen auch technische Angriffe massiv. Die Zahl der Device-Code-Attacken schnellte im ersten Halbjahr 2026 um 1.380 Prozent nach oben. Die Methode zielt darauf ab, Sicherheitsvorkehrungen bei Konto-Anmeldungen zu umgehen.

Parallel dazu warnt die Verbraucherzentrale vor Phishing-Mails. Unter dem Vorwand einer „Sommer-Klimabeihilfe“ versuchen Kriminelle, persönliche Daten und Kontozugriffe zu erlangen.

Ermittlungserfolge: Europol schlägt zu

Trotz der Professionalisierung gibt es Erfolge. Europol zerschlug im April eine länderübergreifende Callcenter-Struktur mit einem Gesamtschaden von rund 50 Millionen Euro. Über 1.400 betrügerische Webseiten wurden abgeschaltet.

In Einzelfällen gelang es, Gelder zurückzuholen oder Kryptowährungen im Wert von mehreren zehntausend Euro zu beschlagnahmen.

So schützen Sie sich

Anzeige

Fake-Plattformen locken mit 250 Euro und leeren dann Ihr Konto – allein in Baden-Württemberg entstand 2025 ein Rekordschaden von 212 Millionen Euro. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie gefälschte Anlageseiten sicher erkennen und Ihre Daten schützen. Fake-Plattform-Checkliste jetzt sichern

Sicherheitsexperten und Polizei raten zu äußerster Vorsicht. Warnsignale sind unrealistische Gewinnversprechen, künstlicher Zeitdruck und Vorauszahlungen für Auszahlungen. Prüfen Sie Angebote gründlich und kontaktieren Sie bei Zweifeln Ihr Kreditinstitut.

Betroffene sollten keine weiteren Zahlungen leisten, rechtliche Schritte einleiten und umgehend Anzeige erstatten.

de | wissenschaft | 69691592 |