Deutschland sucht Igel und Maulwurf: Bundesweite Zählaktion gestartet
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 13:58 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Deutsche Wildtier Stiftung hat zur bundesweiten Zählung von Igeln und Maulwürfen aufgerufen.
Mitmachaktion im Herbst
Die Aktion „Deutschland sucht Igel und Maulwurf“ läuft vom 18. bis 28. September. Es ist bereits die vierte Herbstzählung; das Projekt ist auf mindestens zehn Jahre angelegt.
Nach Angaben der Stiftung sollen Beobachtungen dabei helfen, die Bestände der beiden Tierarten besser einzuschätzen. Die Organisation verweist darauf, dass Igel und Maulwürfe in Deutschland offenbar abnehmen.
Beobachtungen online melden
Die Stiftung sammelt Meldungen auf der Internetseite „Igelsuche.de“. Auch Fotos und Angaben zum Fundort können dort eingetragen werden. Sichtungen aus Bayern nimmt zusätzlich der Landesbund für Vogel- und Naturschutz auf seiner eigenen Plattform entgegen.
An dem Projekt sind neben der Deutschen Wildtier Stiftung auch der Naturschutzbund Deutschland, das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung sowie die Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 beteiligt.
Warum die Tiere im Herbst auffallen
Im Herbst sind Igel oft noch auf Nahrungssuche, um sich Fettreserven für den Winterschlaf anzulegen. Maulwürfe bleiben dagegen auch in der kalten Jahreszeit aktiv, weil sie keinen Winterschlaf halten und weiter Würmer fressen müssen.
Die Stiftung will mit der Aktion zugleich das Bewusstsein für beide Arten schärfen. Jede einzelne Meldung soll dabei helfen, ein genaueres Bild über ihre Verbreitung zu gewinnen.
Einordnung: Warum die Zählung wichtig ist
Die Aktion knüpft an eine einfache, aber für den Artenschutz zentrale Frage an: Wie häufig sind Igel und Maulwürfe noch in Siedlungen, Gärten und auf Grünflächen anzutreffen? Gerade bei weit verbreiteten Wildtieren fehlen oft belastbare, flächendeckende Daten, weil sie sich nur schwer systematisch beobachten lassen.
Für die Einordnung ist entscheidend, dass die Erhebung nicht nur einzelne Sichtungen sammelt, sondern über mehrere Jahre Vergleichswerte schaffen soll. Solche langfristigen Mitmachprojekte sind besonders wertvoll, wenn Bestände unter Druck geraten könnten und Veränderungen im Alltag vieler Menschen sichtbar werden. Für Kommunen, Gartenbesitzer und Naturschutzverbände kann das Hinweise darauf geben, wo Lebensräume erhalten oder verbessert werden müssen.
Langfristige Beobachtung statt Momentaufnahme
Die aktuelle Herbstphase ist dafür besonders geeignet, weil Igel vor dem Winter häufiger oberirdisch unterwegs sind und Maulwürfe über ihre typischen Hügel leichter auffallen. Gleichzeitig zeigt die Aktion, dass Naturschutz heute zunehmend auf breite Beteiligung angewiesen ist: Je mehr Meldungen eingehen, desto robuster wird das Bild über Verbreitung und Entwicklung der Arten.
Für Leserinnen und Leser ist das Thema auch praktisch relevant. Wer im Garten oder bei Spaziergängen aufmerksam hinsieht, kann selbst zur Datensammlung beitragen und zugleich einen genaueren Blick auf Arten bekommen, die oft übersehen werden. Damit verbindet das Projekt Umweltbildung mit klassischer Bestandsbeobachtung.
Was das für den Naturschutz bedeutet
Langfristig können solche Bürgerwissenschafts-Projekte helfen, Trends früher zu erkennen und Schutzmaßnahmen gezielter zu planen. Gerade bei häufigen, aber wenig dokumentierten Arten ist das wichtig, weil Rückgänge sonst lange unbemerkt bleiben können.
