Deutschland-Stack: BMDS und Databund unterzeichnen Kooperationsvertrag
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 18:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDS) und der Branchenverband Databund haben am 30. Juli 2026 eine weitreichende Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Im Rahmen der sogenannten „Mittelstands-Initiative“ soll die Entwicklung und Implementierung offener Standards sowie Programmierschnittstellen (APIs) für den sogenannten Deutschland-Stack vorangetrieben werden. Ziel der Vereinbarung ist es, den IT-Mittelstand enger in die staatlichen Digitalisierungsprozesse einzubinden und einen fairen Wettbewerb im Markt für Verwaltungssoftware sicherzustellen.
Stärkung des IT-Mittelstands und der Verwaltungsdigitalisierung
Die Kooperation sieht vor, dass das Digitalministerium, der Verband Databund sowie verschiedene kommunale Fachverfahrenshersteller eng zusammenarbeiten. Durch die Festlegung auf offene Standards soll die Modernisierung der öffentlichen Verwaltung beschleunigt werden. Ein zentraler Aspekt ist dabei die Schaffung interoperabler Systeme, die einen reibungslosen Datenaustausch zwischen verschiedenen Anwendungen ermöglichen.
Staatssekretär Markus Richter vom Bundesdigitalministerium hob im Zusammenhang mit der Unterzeichnung hervor, dass die Initiative zu spürbaren Verbesserungen für die Bürgerinnen und Bürger führen werde. Durch effizientere Abläufe in den Behörden und modernere digitale Schnittstellen verspricht sich das Ministerium eine höhere Geschwindigkeit bei Verwaltungsleistungen.
Auch vonseiten der Wirtschaft wird die Vereinbarung positiv bewertet. Der Chef des Branchenverbands Databund, Sirko Scheffler, bezeichnete die Unterzeichnung als einen wesentlichen Fortschritt für die mittelständische IT-Wirtschaft in Deutschland. Die Initiative schaffe die notwendigen Rahmenbedingungen, damit kleinere und mittlere Unternehmen ihre Expertise besser in die digitale Infrastruktur des Staates einbringen können.
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PDV GmbH schließt sich der Initiative an
Unmittelbar mit der Bekanntgabe der Kooperation am 30. Juli 2026 trat auch die PDV GmbH der Vereinbarung bei. Das Unternehmen bringt nach eigenen Angaben eine über 35-jährige Erfahrung im Bereich von E-Akte-Lösungen in die Initiative ein. Aktuell unterstützt der IT-Dienstleister rund 760 Institutionen und betreut dabei etwa 250.000 Nutzer.
Der Beitritt des Unternehmens unterstreicht die Zielsetzung, Fachverfahren über offene Standards direkt an den Deutschland-Stack anzubinden. Die Einbindung spezialisierter Fachverfahrenshersteller gilt als kritischer Erfolgsfaktor für den Erfolg der Initiative, da diese die operativen Anforderungen der kommunalen und staatlichen Stellen detailliert kennen.
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Offenes Format für weitere Marktteilnehmer
Die am 30. Juli geschlossene Vereinbarung ist nicht exklusiv. Wie das Ministerium und der Verband mitteilten, steht die Initiative weiteren Unterzeichnern offen. Man lade weitere Akteure aus der IT-Branche und insbesondere spezialisierte Softwarehersteller dazu ein, sich an der Entwicklung der offenen Standards zu beteiligen.
Durch die breite Beteiligung verschiedener Marktteilnehmer soll sichergestellt werden, dass der Deutschland-Stack als technisches Fundament der Verwaltung nicht von einzelnen Anbietern abhängig ist, sondern auf einer vielfältigen Anbieterlandschaft basiert. Dies soll langfristig die technologische Souveränität der Bundesrepublik stärken und Innovationen im Bereich E-Government fördern.
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