Deutschland, EU-Digitalranking

Deutschland fällt auf Platz 17: EU-Digitalranking zeigt Verwaltungs-Rückstand

Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 02:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Deutschland fällt im EU-Digitalranking auf Platz 17 zurück. Ein neues SPRIND-Programm sucht nun innovative IT-Lösungen für Behörden.

SPRIND-Förderrunde: GovTech-Lösungen gegen den digitalen Rückstand der Verwaltung
Modernes, minimalistisches Bürointerieur mit digitaler Datenvisualisierung auf einem Tablet, das die deutsche Verwaltungsreform repräsentiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Deutschland fällt im EU-Digitalranking weiter zurück – ein neues Förderprogramm soll nun die Verwaltung modernisieren. Die Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) sucht ab sofort innovative Lösungen gegen den Behördendschungel.

Die Bundesagentur für Sprunginnovationen hat eine neue Mission gestartet: Unter dem Titel „Deutschland, was geht" sind GovTech-Teams aufgerufen, digitale Lösungen für Verwaltungsprozesse zu entwickeln. Bewerbungen sind noch bis zum 20. August 2026 möglich. Eine Online-Informationsveranstaltung am 12. August soll Interessierten die Ziele und Rahmenbedingungen näherbringen – vorgestellt von Jeannette Gusko.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Die Verwaltungsreform steht weit oben auf der politischen Agenda. Befürworter einer Sozialstaatsreform, etwa Vertreter von PROSOZ Herten, fordern einheitliche Leistungsgesetze und den Ersatz zentraler Systeme durch modulare IT-Architekturen. Das soll die Komplexität auf kommunaler Ebene deutlich verringern.

Digitaler Abstieg: Deutschland rutscht auf Platz 17

Die Dringlichkeit solcher Initiativen untermauert der Bitkom-DESI-Index 2026: Deutschland fällt auf Platz 17 unter den 27 EU-Mitgliedstaaten zurück – im Vorjahr war es noch Rang 14. Mit 51,1 Punkten liegt die Bundesrepublik deutlich hinter Spitzenreiter Dänemark, das 76,4 Punkte erreicht.

Besonders auffällig ist die Kluft zwischen Infrastruktur und Verwaltung. Bei digitaler Infrastruktur, Kompetenzen und Wirtschaftsdigitalisierung belegt Deutschland immerhin Rang 11. Die 5G-Abdeckung liegt bei 99,5 Prozent und damit über dem EU-Durchschnitt von 96,8 Prozent. Doch bei den digitalen Verwaltungsleistungen reicht es nur für Platz 22. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst kritisiert die anhaltende Bürokratie und fordert ein schnelleres Tempo bei Digitalprojekten, um den Anschluss nicht zu verlieren.

KI-Regulierung: Neue Regeln für Hochrisikosysteme

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Parallel zu den Verwaltungsinitiativen treiben Deutschland und die EU die Regulierung neuer Technologien voran. Seit dem 2. August 2026 gilt der europäische KI-Act vollständig für Hochrisikosysteme – etwa in der Versicherungs- und Kreditwürdigkeitsbranche. Bei Verstößen drohen Geldstrafen von bis zu 15 Millionen Euro oder drei Prozent des globalen Umsatzes.

Auch national tut sich etwas: Der Bundeskabinett hat am 30. Juli das KI-Migrationsmanagementgesetz (KIMVG) auf den Weg gebracht. Der Entwurf erlaubt Behörden den Einsatz von KI und automatisierten Verfahren im Migrationsmanagement – einschließlich des Abgleichs öffentlich zugänglicher Internetdaten.

Bis 2029: Alle wichtigen Verwaltungsleistungen online

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Das Bundesjustizministerium hat einen Zeitplan für die digitale Transformation vorgelegt. Bis 2029 sollen alle wichtigen Verwaltungsleistungen online verfügbar sein. Kernstücke sind das Nationale Once-Only-Techniksystem (NOOTS) und KI-gestützte Software für Massenverfahren.

Ein weiterer Meilenstein: Am 2. Januar 2027 soll die nationale EUDI-Wallet an den Start gehen. Das Open-Source-Projekt, an dem auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) beteiligt ist, startet als digitaler Ausweis, Führerschein und Gesundheitsausweis. Die Integration der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) ist für Dezember 2028 geplant.

Während die großen Projekte noch in den Startlöchern stehen, setzen einige Kommunen bereits auf eigene Lösungen. In Wiesbaden automatisiert die Sozialverwaltung die Dokumentenverarbeitung, um mehr Personal für persönliche Beratung freizusetzen. In Katalonien hat ein Regionalprogramm mit 11 Millionen Euro Investition über 210 Verfahren vereinfacht – durch 38 integrierte KI-Programme spart die Verwaltung dort jährlich sechs Millionen Arbeitsstunden.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

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