Deutschland beschließt „Digital Only-Revolution für Ämter
14.05.2026 - 15:28:44 | boerse-global.deDie Digitalminister von Bund und Ländern haben einen radikalen Kurswechsel eingeleitet: Behördengänge sollen künftig komplett digital ablaufen.
Am Dienstag endete in Hamburg die zweitägige 5. Digitalministerkonferenz (DMK) mit einem wegweisenden Beschluss. Die Minister einigten sich auf einen umfassenden Rahmen zur Modernisierung der Verwaltung – mit dem Prinzip „Digital Only" als neuem Standard. Ziel ist es, Bürger und Unternehmen von lästigen Behördengängen zu befreien und Deutschland endlich ins digitale Zeitalter zu katapultieren.
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„Wir brauchen einen grundlegenden Mentalitätswechsel", sagte Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger. „Unser Ziel sind durchgängig digitale Prozesse, die den Gang zum Amt überflüssig machen." Die Beschlüsse sind Teil der Bundesmodernisierungsagenda, die über 200 Einzelmaßnahmen umfasst – vereinbart bereits im Dezember 2025.
Unternehmen in 24 Stunden gründen
Ein Prestigeprojekt der Konferenz: „Gründen in 24 Stunden". Künftig sollen Unternehmer ihre firma innerhalb eines Tages komplett digital anmelden können. Das senkt die Hürden für Existenzgründer und Finanzdienstleister massiv.
Herzstück der Digitalstrategie ist die Weiterentwicklung der „DeutschlandID" – ein zentraler digitaler Ausweis, der als sicherer Zugang zu allen Verwaltungsleistungen dient. Die Minister einigten sich auf gemeinsame Standards und offene Protokolle. Das Prinzip: „Einer prüft für alle" – Daten sollen künftig nur noch einmal erhoben und dann zwischen Behörden geteilt werden.
Hessens Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus betonte, dass ein innovationsfreundlicher Umgang mit dem Datenschutz entscheidend sei. Statt zersplitterter Prüfungen soll ein einheitliches Verfahren Rechtssicherheit schaffen – besonders wichtig für den Finanzsektor mit seinen hohen Sicherheitsanforderungen.
Die digitale Kluft überbrücken
Doch der Vorstoß birgt Risiken. Benjamin Grimm, Digitalminister Brandenburgs, warnte: „Der digitale Wandel darf niemanden ausschließen." Eine Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt: Während 50 Prozent der 60- bis 69-Jährigen ihre digitalen Fähigkeiten als gut einstufen, sind es bei den Über-70-Jährigen nur 36 Prozent.
Vor Ort gibt es bereits Initiativen zur Abhilfe. In Mannheim fördert die Diakoniestiftung ein Projekt mit 4.000 Euro, um digitale Hürden abzubauen. In Hanau eröffnete eine „VHS-Lounge" im Rathaus – unterstützt mit 57.500 Euro von Google. Und in Rheinland-Pfalz helfen „Digitalbotschafter" Senioren beim Umgang mit Smartphones.
Warnung vor Betrugswelle
Parallel zur Digitalisierung steigt die Gefahr durch Cyberkriminalität. Erst am Dienstag wurde ein Ehepaar in Steinau Opfer von falschen Bankmitarbeitern – mit erheblichem finanziellen Schaden. Die Polizei Köln und andere Dienststellen warnen vor einer Welle sogenannter „Fake-Bank-Mitarbeiter"-Maschen.
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Bereits am Montag warnten Behörden vor betrügerischen E-Mails zum Rundfunkbeitrag. Die Täter locken mit angeblichen Rabatten und fordern Überweisungen. Sicherheitsexperten betonen: Keine seriöse Bank verlangt PINs oder TANs am Telefon oder per E-Mail. Bei Verdacht gilt: Sofort Konto sperren lassen unter der Notrufnummer 116 116.
Ausblick: „Deutschland-Stack" und Reformgeist
Der Fahrplan für die digitale Transformation steht. Am 11. Juni 2026 findet in Berlin die Fachkonferenz „Deutschland-Stack decoded" statt – hier sollen die technischen Grundlagen der neuen Verwaltungsplattform vorgestellt werden.
Dr. Bernhard Rohleder, Geschäftsführer des Digitalverbands Bitkom, begrüßte die Koordination: „Erfolgreiche Digitalisierung gelingt nur, wenn Bund und Länder an einem Strang ziehen." Auch der eGovernment-Gipfel 2026 steht unter dem Motto „Agenda 2027: Verwaltungsdigitalisierung mit Reformgeist".
Konkret wird es bereits: Im Frühjahr 2026 startete der bundesweite Rollout des digitalen Führerscheinantrags. Das Land Hessen und der Bund haben dafür 38,7 Millionen Euro bereitgestellt. Das Ziel: Das „Once-Only"-Prinzip – Bürger müssen ihre Daten künftig nur noch einmal angeben, nicht mehr bei jeder Behörde neu.
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