Deutsche Herzstiftung: Führungswechsel in Frankfurt
04.05.2026 - 12:14:11 | boerse-global.de**
Der Wechsel an der Spitze der Deutschen Herzstiftung e.V. ist vollzogen. Seit gestern führt der 41-jährige Gesundheits- und Pflegemanager Friso Janßen die Geschäfte der Frankfurter Organisation. Er tritt die Nachfolge von Martin Vestweber an, der nach 22 Jahren an der Spitze in den Ruhestand gegangen ist. Der Zeitpunkt ist strategisch gewählt: Die Stiftung meldet stabile Finanzen und wachsende Mitgliederzahlen – steht aber auch vor neuen gesundheitspolitischen Herausforderungen auf europäische Ebene.
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Neues Führungsduo für eine neue Ära
Mit Janßen übernimmt ein erfahrener Gesundheitsmanager. Er bringt Führungserfahrung aus der Altenpflege und als Regionalleiter im Gesundheitswesen mit. Der Vorstandsvorsitzende Professor Dr. Thomas Voigtländer lobte die Kombination aus klinischer Expertise und Managementkompetenz: „Friso Janßen ist der ideale Kandidat, um die Patientenarbeit in eine neue Phase zu führen."
An seiner Seite steht Benjamin Schmitt als stellvertretender Geschäftsführer. Der Jurist, seit 2008 in der Stiftung, hatte die Leitung bereits kommissarisch seit Jahresbeginn inne. Janßen übernimmt zudem die Geschäftsführung der Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF), dem Forschungsarm der Organisation.
Prävention als Schwerpunkt
Der neue Geschäftsführer will die Sichtbarkeit der Herzstiftung erhöhen und den Fokus auf Prävention verstärken. „Die klinische Behandlung von Herzkrankheiten hat sich enorm verbessert", so die Einschätzung von Stiftungsexperten. „Doch die sozialen und Umweltfaktoren, die Herz-Kreislauf-Risiken begünstigen, erfordern entschlossenere Maßnahmen im öffentlichen Gesundheitswesen."
Die Strategie ist klar: Die Stiftung will ihre digitale Kommunikation ausbauen und zielgerichtete Aufklärungskampagnen starten. Bewährte Projekte wie das „Skipping Hearts"-Programm an Schulen und die jährlichen Herzwochen sollen weitergeführt werden. Das Ziel: Auch jüngere Zielgruppen für das Thema Herzgesundheit begeistern.
Stabile Finanzen, wachsende Forschung
Die Deutsche Herzstiftung startet aus einer Position der Stärke in die neue Führungsära. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte sie Einnahmen von 21 Millionen Euro – hauptsächlich durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Vermächtnisse. Diese Finanzierungsstruktur sichert die Unabhängigkeit von der Pharmaindustrie.
Die Mitgliederzahl ist auf rund 110.000 gestiegen. Diese breite Basis ermöglichte es der Organisation, allein 2025 6,7 Millionen Euro in die Herz-Kreislauf-Forschung zu investieren. Gefördert werden klinische Studien, Nachwuchswissenschaftler und Projekte zu Vorhofflimmern, Herzinsuffizienz und angeborenen Herzfehlern.
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Aktuelle Forschungsschwerpunkte liegen auf personalisierter Medizin und den Auswirkungen des Klimawandels auf die Herzgesundheit. Studien der DSHF untersuchen etwa die Risiken von Hitzewellen und Luftverschmutzung für Herzpatienten – ein Thema, das die Stiftung künftig stärker in ihre Beratungsangebote integrieren will.
Europäische Perspektive und globale Trends
Der Führungswechsel fällt mit einer Neuausrichtung der europäischen Herz-Kreislauf-Politik zusammen. Die EU-Kommission startete Anfang 2026 den „EU Safe Hearts Plan" – eine strategische Initiative zur Senkung der vorzeitigen Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 25 Prozent bis 2035. Mehr als 200 Millionen Euro sind für Forschung und Innovation vorgesehen, davon 40 Millionen Euro speziell für geschlechtsspezifische Unterschiede bei Herzkrankheiten.
Weltweit hat die World Heart Federation (WHF) ihre Strategie 2024–2026 auf gesundheitliche Chancengleichheit und den Einsatz von Technologie ausgerichtet. Aktualisierte Ernährungsempfehlungen internationaler Herzverbände betonen zudem stark verarbeitete Lebensmittel und Schlafdauer als entscheidende, veränderbare Risikofaktoren.
Der aktuelle Deutsche Herzbericht zeigt ermutigende regionale Trends: Bundesländer wie Sachsen-Anhalt, Bayern und das Saarland senkten ihre Herzinfarkt-Sterblichkeit zwischen 2022 und 2023 deutlich. Fachleute warnen jedoch, dass die zunehmende „Ambulantisierung" der Herzversorgung – die Verlagerung von Eingriffen aus dem stationären in den ambulanten Bereich – sorgfältig gesteuert werden muss.
Ausblick: Integrierte Herzversorgung
Die neue Führung wird ein Gesundheitssystem navigieren müssen, das zunehmend von Digitalisierung und integriertem Krankheitsmanagement geprägt ist. Die Stiftung hat mit ihrem Ratgeber 2026 zu Diabetes und Herzgesundheit bereits die enge Verbindung zwischen Stoffwechselstörungen und Herzinsuffizienz aufgegriffen.
Ein weiteres Ziel: der verbesserte Zugang zu innovativen Diagnoseverfahren wie der Koronar-CT-Angiographie (CCTA) , deren Einsatz seit der Aufnahme in den Leistungskatalog der Krankenkassen 2024 stark zugenommen hat. Durch Früherkennung und personalisierte Überwachung will die Stiftung die Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen koronarer Herzkrankheit weiter senken – aktuell sind es in Deutschland jährlich Hunderttausende.
Unter Janßens Führung will die Deutsche Herzstiftung ihre Rolle als Vermittlerin zwischen Medizin und Öffentlichkeit weiter stärken. Das Ziel: Wissenschaftliche Fortschritte in messbare Verbesserungen für Millionen Herzpatienten übersetzen.
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