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Kälte und Vogelgrippe: Wie es Vögeln nach dem Winter geht

06.04.2026 - 05:00:24 | dpa.de

Der Winter hat manchen Vögeln zugesetzt. Bei anderen war es die Vogelgrippe. Welche Tiere noch auf dem Rückflug sind und was für einen guten Frühling wichtig ist, erklärt ein Experte.

  • Damit es für die Vogelwelt ein gutes Frühjahr wird, ist es laut dem Experten wichtig, dass es nicht zu trocken wird. (Archivbild) - Bild: Britta Pedersen/dpa
    Damit es für die Vogelwelt ein gutes Frühjahr wird, ist es laut dem Experten wichtig, dass es nicht zu trocken wird. (Archivbild) - Bild: Britta Pedersen/dpa
  • Im vergangenen Herbst sind viele Kraniche an der Vogelgrippe gestorben. (Archivbild) - Bild: Patrick Pleul/dpa
    Im vergangenen Herbst sind viele Kraniche an der Vogelgrippe gestorben. (Archivbild) - Bild: Patrick Pleul/dpa
Damit es für die Vogelwelt ein gutes Frühjahr wird, ist es laut dem Experten wichtig, dass es nicht zu trocken wird. (Archivbild) - Bild: Britta Pedersen/dpa Im vergangenen Herbst sind viele Kraniche an der Vogelgrippe gestorben. (Archivbild) - Bild: Patrick Pleul/dpa

Mit dem Frühling sind viele Vögel zurück in Deutschland oder erholen sich von dem teils heftigen Winter. «Sie haben den Winter gut gemeistert, wenn man bedenkt, dass er doch recht harsch war», sagte Martin Rümmler, Vogelschutzexperte beim Naturschutzbund (Nabu). Für einige Vogelgruppen seien die Witterungsbedingungen eine Herausforderung gewesen. 

Dabei sei in der Regel nicht die Kälte das Problem gewesen, sondern der durch Schnee und Eis eingeschränkte Zugang zu Nahrung, erklärte der Experte. Aufgrund von zugefrorenen Gewässern hatten Wasservögel wie Enten und Schwäne Probleme, offene Wasserstellen zu finden. 

Auch fischfressende Vögel wie Eisvogel oder Kormoran stellte das vor Schwierigkeiten. Für Arten, die auf dem Boden Samen oder Insekten suchen, konnte die Schneedecke zum Problem werden. Es könne sein, dass beispielsweise das Rebhuhn deswegen größere Verluste erlitten habe. 

Viele Zugvögel wieder zurück

Rümmler geht davon aus, dass es auch andere Arten Probleme hatten. Es sei jedoch nicht ungewöhnlich, dass manche Arten im Winter leicht dezimiert würden. «Das sind also normale Populationsschwankungen», sagte er. Inwiefern sich das auf die Bestände ausgewirkt habe, lasse sich frühstens im nächsten Jahr sagen.

Inzwischen sind viele Vögel, die in wärmeren Gefilden überwintert haben, wieder zurück in Deutschland. Aus ihren Winterquartieren südlich der Sahara kommen laut des Vogelexperten derzeit die Rauchschwalben nach Deutschland, bald folgen die Mehlschwalben. Bis spätestens im Mai seien dann alle Brutvögel wieder da. 

Was ist mit der Vogelgrippe?

Eine Bedrohung für die Vogelwelt war in den vergangenen Monaten auch die Vogelgrippe. Am stärksten unter der Krankheit litten vergangenen Herbst die Kraniche, wie Rümmler sagte. Diese seien auch beim Rückflug zum Teil davon betroffen gewesen, allerdings nur in vergleichsweise wenigen Fällen.

Ein Grund dafür könnte sein, dass sich das Virus verändert oder sich eine gewisse Immunität bei den Tieren entwickelt habe. Vor allem liege das jedoch am Verhalten der Kraniche, erklärte der Experte. Anders als beim Zug in den Süden, wo sie sich an großen Plätzen ansammeln, ziehen sie auf dem Rückweg in relativ kleinen Gruppen, um schnell in ihre Brutgebiete zu kommen. Dadurch werde die Wahrscheinlichkeit der Ansteckung deutlich geringer.

Aufgrund eingesammelter Opfer gehe man davon aus, dass rund ein Zehntel der 400.000 Kraniche, die im Herbst über Deutschland zogen, an der Krankheit gestorben seien. Die Population der Kraniche sei aber sowohl in Deutschland als auch europaweit sehr gesund und kräftig. «Das heißt, noch gibt es erst mal keinen Grund zur Sorge», sagte Rümmler.

Damit das Frühjahr für die Vogelwelt erfolgreich wird, sollte es ihm zufolge nicht zu trocken werden. Dann könnten Pflanzen und Insekten gedeihen, die als wichtige Nahrungsgrundlage für eine erfolgreiche Brut dienen. Etwaige Verluste aus dem Winter seien dann «eigentlich relativ schnell wieder aufgehoben oder kompensiert».

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