Deutschland, Hamburg

Rothirsch ist Tier des Jahres 2026

19.11.2025 - 09:11:45 | dpa.de

Der Rothirsch hat in einer Abstimmung die meisten Stimmen erhalten, er wird damit Tier des Jahres 2026. Aber so ein Titel ist meist keine gute Nachricht, denn die betroffenen Tiere brauchen Schutz.

Der Rothirsch ist zum Tier des Jahres 2026 gewählt worden. (Archivbild) - Bild: Patrick Pleul/dpa/ZB
Der Rothirsch ist zum Tier des Jahres 2026 gewählt worden. (Archivbild) - Bild: Patrick Pleul/dpa/ZB

Der Rothirsch ist Deutschlands Tier des Jahres 2026. Das majestätische Tier setzte sich bei der jährlichen Abstimmung gegen Hermelin und Goldschakal durch, wie die Deutsche Wildtier Stiftung in Hamburg mitteilte. «Mit der Ernennung des Rothirschs zum Tier des Jahres 2026 möchten wir auf eine Art aufmerksam machen, die in Deutschland zwar zahlreich vorkommt und sogar Konflikte mit der Land- und Forstwirtschaft hervorruft, gleichzeitig aber vor großen Herausforderungen steht», sagt der Leiter Natur- und Artenschutz bei der Deutschen Wildtier Stiftung, Andreas Kinser.

Etwa 220.000 Rothirsche leben in Deutschland

Der Rothirsch (Cervus elaphus) ist das größte Landsäugetier, das regelmäßig bei uns in Deutschland lebt, wie die Deutsche Wildtier Stiftung erläutert. Hirschkühe, Kälber und Jungtiere leben in Rudeln zusammen, auch die Hirsche bilden außerhalb der Brunftzeit Rudel. In Deutschland gibt es demnach etwa 220.000 Rothirsche, verteilt auf rund ein Viertel der Landesfläche.

Eigentlich fühlen sich Rothirsche laut der Stiftung auf Wiesen und Feldern mit einzelnen Baumgruppen und Gehölzen am wohlsten. «Doch weil sie dort von Menschen zunehmend bedrängt und bejagt werden, ziehen sie sich meist in den Wald zurück.» 

Genetischer Austausch in Gefahr

Vor allem junge Hirsche unternehmen weite Wanderungen, um neue Lebensräume zu besiedeln. Das sorgt auch für den genetischen Austausch zwischen einzelnen Rothirsch-Populationen - eigentlich. Denn ihre Ausbreitungsmöglichkeiten enden den Angaben zufolge heute häufig an Autobahnen, Bahntrassen, Kanälen oder behördlich vorgeschriebenen Grenzen der Artverbreitung. 

Das hat weitreichende Folgen: Durch die Verinselung der Rothirsch-Vorkommen verliere die Art mehr und mehr genetische Vielfalt, heißt es von der Stiftung. Populationsgenetiker sprechen demnach bereits vom Beginn eines Aussterbeprozesses.

 «Um dem Rothirsch zu helfen, müssen seine Lebensräume wieder besser miteinander vernetzt werden. Das schaffen wir unter anderem, indem mehr Grünbrücken über Autobahnen gebaut werden und wandernde Tiere grundsätzlich nicht gejagt werden dürfen» sagte Kinser laut Mitteilung. «Nur wenn wir dem Rothirsch wieder mehr Raum geben, kann es gelingen, diese faszinierende Tierart langfristig in Deutschland zu erhalten.»

Erstmals gab es dieses Jahr eine offene Online-Abstimmung zum Tier des Jahres, zuvor hatten lediglich die Spenderinnen und Spender der Stiftung den Sieger gewählt.

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