Depressive, Symptome

Depressive Symptome: 27 Prozent der Mädchen betroffen, bei Jungen nur 7

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 06:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die DAK-Untersuchung zeigt häufige Erschöpfung und depressive Symptome sowie deutliche Unterschiede nach Geschlecht und sozialer Lage.
Ein leerer, sonnendurchfluteter Schulflur mit minimalistischer Architektur und ruhiger Atmosphäre. Illustration mit AI erstellt.

Umfangreiche Erhebungen zeichnen ein besorgniserregendes Bild über den gesundheitlichen Zustand von Jugendlichen in Deutschland. Wie Daten des DAK-Präventionsradars zeigen, der vom IFT-Nord in Kiel durchgeführt wurde, weisen 84 Prozent der Schulkinder in den Klassenstufen 5 bis 10 lediglich eine niedrige oder moderate Gesundheitskompetenz auf.

Nur 16 Prozent der Befragten verfügen über eine hohe Kompetenz im Umgang mit der eigenen Gesundheit. Bei Kindern und Jugendlichen aus Familien mit niedrigem Sozialstatus sinkt dieser Wert weiter auf lediglich 12 Prozent. Die Untersuchung stützt sich auf Erhebungen aus dem Schuljahr 2024/2025, an denen 26.586 Schülerinnen und Schüler aus 1.712 Klassen an 116 Schulen in 14 Bundesländern teilnahmen.

Erschöpfung und depressive Symptome belasten den Alltag

Die Ergebnisse der DAK-Studie verdeutlichen gravierende körperliche und seelische Beeinträchtigungen im Schulalltag. Demnach fühlen sich 65 Prozent der Schulkinder mindestens einmal pro Woche erschöpft. Fast ein Drittel der Befragten leidet mehrmals wöchentlich unter Schlafproblemen, während etwa ein Sechstel regelmäßig über Kopfschmerzen klagt.

Besonders ausgeprägt sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern bei depressiven Symptomen: Während 7 Prozent der Jungen betroffen sind, liegt der Anteil bei den Mädchen bei 27 Prozent. In der Altersgruppe der 14- bis 17-jährigen Mädchen mit niedrigem Sozialstatus steigen depressive Symptome sogar auf 43 Prozent an.

Anzeige

Wer sich mit belastenden Faktoren wie Erschöpfung und innerer Unruhe konfrontiert sieht, kann über die gezielte Aktivierung des Nervensystems neue Energie finden. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Selbstheilungskräfte in nur wenigen Minuten täglich aktivieren. Kostenlosen Vagus-Therapie Report jetzt herunterladen

Insgesamt berichten 18 Prozent der Schulkinder über depressive Symptome, wohingegen dieser Wert bei jenen mit hoher Gesundheitskompetenz bei 12 Prozent liegt. Zudem gaben 41 Prozent der Schülerinnen und 25 Prozent der Jungen an, sich einsam zu fühlen. Angesichts dieser Befunde plädiert DAK-Chef Andreas Storm für die Einführung eines Schulfachs Gesundheit.

Soziale Ungleichheit und Defizite im Schulumfeld

Die Wechselwirkung zwischen sozialer Lage und Wohlbefinden belegen auch weitere Studien. Den Ergebnissen der HBSC-Studie zufolge berichten Schülerinnen und Schüler in Deutschland über mehr Beschwerden als in früheren Erhebungen.

Sozioökonomisch benachteiligte Jugendliche seien unzufriedener, wiesen eine schlechtere Gesundheit auf und zeigten ein ungünstigeres Gesundheitsverhalten. Bei der HBSC-Erhebung aus dem Jahr 2022 zeigte sich die Gesundheitskompetenz rückläufig: Knapp ein Viertel der Jugendlichen wies ein niedriges Niveau auf, rund 14 Prozent ein hohes.

Gleichzeitig verweist die SINUS-Studie auf ein schwindendes Vertrauen in Bildungsgerechtigkeit: Zwei von drei Jugendlichen sehen keine gleichen Bildungschancen. Ein Fünftel fühlt sich in der Schule nicht wohl, und jede vierte befragte Person hatte bereits das Gefühl, den schulischen Anforderungen nicht gewachsen zu sein.

Anzeige

Die beschriebenen Belastungen im Alltag erfordern oft neue Strategien, um die eigene Resilienz und Gelassenheit nachhaltig zu stärken. Erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book, welche Achtsamkeitsübungen selbst bei einem vollen Zeitplan funktionieren und für mehr Balance sorgen. Gratis E-Book: Achtsamkeit im Alltag entdecken

Zusätzliche Belastungen entstehen durch das materielle Schulumfeld. Laut einer Umfrage des Deutschen Kinderhilfswerks bewerten zwar rund drei von vier Schülerinnen und Schülern die Pausenbereiche als ausreichend groß, doch nur durchschnittlich 44 Prozent sind mit den Schultoiletten zufrieden.

Eine Untersuchung an 17 Berliner Schulen aus dem Jahr 2023 ergab, dass fast die Hälfte der Lernenden weniger aß oder trank, um den Gang zur Schultoilette zu vermeiden.

Auch die Verpflegungskosten stellen einen Faktor dar: Nach Angaben des Verbands Deutscher Schul- und Kitacaterer (VDSKC) kostete das Schulessen im Jahr 2023 im Schnitt 4,20 Euro an Grundschulen sowie 4,45 Euro an weiterführenden Schulen.

Zur Unterstützung der Infrastruktur stellt das sogenannte Startchancen-Programm über einen Zeitraum von zehn Jahren gut 20 Milliarden Euro für rund 4.000 Schulen bereit.

Medizinische Risikofaktoren im Jugendalter

Psychische Störungen bei Jugendlichen entstehen nach Einschätzung des Psychiaters Marc Risch vom BZBS durch ein komplexes Zusammenspiel psychologischer, biologischer und sozialer Einflussfaktoren. Statistisch bestehe ein Risiko von rund 20 Prozent, psychisch zu erkranken, sowie ein Risiko von 25 Prozent, im Leben ernsthaft aus der Bahn zu geraten.

Etwa 10 Prozent eines Kollektivs benötigten konkrete Unterstützung – bezogen auf rund 3.000 Lernende am BZBS entspreche dies etwa 300 Personen. Zudem seien in einer solchen Gruppe statistisch drei bis neun Suizidversuche pro Jahr zu erwarten. Überdies wachse in Europa jedes vierte Kind mit einem psychisch belasteten Elternteil auf.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70443311 |