Depressionen, Angststörungen

Depressionen und Angststörungen: Neue Studie zeigt dramatischen Anstieg

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 21:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Psychische Leiden überholen Atemwegsinfekte als häufigsten Krankschreibungsgrund. Die DAK meldet einen Anstieg von bis zu 15 Prozent in mehreren Bundesländern.

Psychische Erkrankungen: Neuer Spitzenreiter bei Krankschreibungen
Ein moderner, leerer Büroarbeitsplatz in gedimmtem Licht symbolisiert die steigende Belastung durch psychische Erkrankungen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In mehreren Bundesländern haben psychische Leiden erstmals die häufigste Ursache für Krankschreibungen überholt. Daten der DAK-Gesundheit zeigen einen Anstieg von bis zu 15 Prozent.

Krankmeldungen: Psychische Diagnosen überholen Infekte

Bayern und Hessen verzeichnen einen Anstieg psychisch bedingter Fehltage um jeweils 12 Prozent. Gleichzeitig sanken Atemwegserkrankungen in Bayern um 25 Prozent auf 142 Tage je 100 Versicherte. Der Trend setzt sich im Norden fort: Schleswig-Holstein meldet ein Plus von 15 Prozent, Niedersachsen von 7 Prozent.

Der allgemeine Krankenstand blieb stabil zwischen 4,6 und 5,6 Prozent. Die durchschnittliche Krankheitsdauer stieg leicht auf 9,2 bis 9,6 Tage. Mecklenburg-Vorpommern hält mit 6,4 Prozent den Spitzenwert – hier kamen Muskel-Skelett-Erkrankungen mit einem Plus von zehn Prozent hinzu.

Erwerbsminderungsrente: Jeder Zweite fällt psychisch aus

Die Deutsche Rentenversicherung meldet für 2024: Bei 40,4 Prozent der Neuzugänge waren psychische Erkrankungen der Grund für eine Erwerbsminderungsrente. Eine bloße Diagnose reicht jedoch nicht. Die Rentenversicherung prüft individuell durch Gutachten und Krankheitsverlauf. Grundsatz: Rehabilitation vor Rente.

Das Betriebsklima beeinflusst den Umgang mit Krankmeldungen massiv. Arbeitgeber mit Misstrauenskultur erzielen katastrophale Werte: Nur 13,8 Prozent der Mitarbeiter würden sie weiterempfehlen. Zum Vergleich: Der Durchschnitt liegt bei 67,4 Prozent.

Anzeige

Dauerstress und psychische Belastungen am Arbeitsplatz können das gesamte Nervensystem aus dem Gleichgewicht bringen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie mit gezielten Übungen Ihren „Gesundheitsschalter“ aktivieren und so Stress sowie Erschöpfung effektiv entgegenwirken können. Kostenlosen Vagus-Ratgeber inkl. Trainingsvideo anfordern

Therapieplätze in Gefahr: Gesetz löst Proteste aus

Das am 10. Juli verabschiedete GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz sorgt für Ärger. Es budgetiert Psychotherapie – Branchenverbände fürchten den Wegfall von bis zu 30 Prozent der Plätze. In Nordrhein-Westfalen stehen rund 5.600 Kassensitze 4,5 Millionen Betroffenen gegenüber.

Die Wartezeiten könnten auf 1,5 Jahre steigen. Ein Drittel der Therapeuten denkt laut Umfragen über die Aufgabe ihres Kassensitzes nach. Eine Nachverhandlung ist für September 2026 geplant.

Internationale Lösungen: Tschechien macht Tempo

Tschechien setzt seit 2018 auf einen radikalen Umbau. 100 Zentren für psychische Gesundheit sollen bis 2030 entstehen – 52 arbeiten bereits. Multiprofessionelle Teams bieten Erstgespräche innerhalb von 48 Stunden. Ziel: Langwierige Klinikaufenthalte vermeiden. EU-Mittel helfen bei der Finanzierung, der Fachkräftemangel bremst.

Auch in Vietnam wird das Ausmaß deutlich: 15 Millionen Menschen leiden an psychischen Störungen. Ärzte fordern weniger Stigmata und besseren Zugang zu Früherkennung.

Anzeige

Wenn die psychische Belastung im Alltag zunimmt, ist eine schnelle und diskrete Ersteinschätzung der eigenen mentalen Gesundheit besonders wertvoll. Erfahren Sie in nur zwei Minuten anonym und kostenlos, wie Sie Warnsignale richtig deuten und Ihre geistige Balance bewahren. Jetzt kostenlosen 7-Fragen-Selbsttest starten

Zukunftsforschung: Krisenmüdigkeit verstärkt Probleme

Forscher beobachten eine anhaltende pessimistische Grundstimmung. Drei Viertel der Befragten gaben an: Die ständige Krisenberichterstattung verstärkt ihre Zukunftsangst. 76 Prozent fühlen sich durch Falschinformationen verunsichert.

Ein Hoffnungsschimmer kommt aus der Forschung: Eine Übersichtsarbeit vom Juni 2026 zeigt, dass Kreatin in Kombination mit Medikation und Verhaltenstherapie bei Depressionen helfen könnte. Die Evidenz reicht jedoch noch nicht für eine allgemeine Empfehlung.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69881137 |