Demenzwoche, Kostenlose

Demenzwoche September: Kostenlose Schulungen für pflegende Angehörige

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 21:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bayern baut Unterstützungsangebote für Demenz und häusliche Pflege aus. Die Aktionswoche bündelt Schulungen, Beratung und regionale Veranstaltungen.

Bayerische Demenzwoche stärkt Pflegewissen und regionale Netzwerke
Ein ruhiges, sonnendurchflutetes Wohnzimmer mit einem Sessel und Blick in einen herbstlichen Garten, das eine friedliche Atmosphäre vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Vom 18. bis zum 27. September 2026 findet die Bayerische Demenzwoche unter dem Motto „Festhalten, was verbindet“ statt. Die Initiative zielt darauf ab, die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Demenz zu fördern und deren Angehörigen praktische Unterstützung im Pflegealltag zu bieten.

Angesichts steigender Fallzahlen und einer zunehmenden Belastung der häuslichen Pflege rückt die Vernetzung regionaler Akteure sowie die fachliche Qualifizierung von ehrenamtlichen und privaten Pflegepersonen in den Mittelpunkt der Analyse.

Statistische Entwicklung und infrastrukturelle Rahmenbedingungen

Die Relevanz koordinierter Unterstützungsangebote wird durch aktuelle Kennzahlen zur Pflegesituation verdeutlicht. Nach Angaben von Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach werden derzeit 83 Prozent der rund 630.000 pflegebedürftigen Menschen im Freistaat zu Hause betreut.

Die Prognosen für die kommenden Jahrzehnte zeigen einen erheblichen Mehrbedarf auf: Bis zum Jahr 2050 werden in Bayern voraussichtlich mindestens 980.000 Pflegebedürftige erwartet.

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Um dieser Entwicklung zu begegnen, setzt das Land auf den Ausbau lokaler Strukturen. Seit dem Jahr 2020 wurden über das Förderprogramm „Pflege im sozialen Nahraum“ insgesamt 10.471 Pflegeplätze mit einer Summe von 486,6 Millionen Euro gefördert. Das bestehende Netz in Bayern umfasst laut ministeriellen Angaben derzeit 59 Pflegestützpunkte, rund 100 Fachstellen sowie 3.860 Angebote zur Unterstützung im Alltag. Getragen wird diese Infrastruktur maßgeblich durch das Engagement von etwa 13.500 ehrenamtlichen Helfern.

Bildungsangebote und lokale Vernetzung während der Demenzwoche

Ein Schwerpunkt der Aktionswoche liegt auf der Vermittlung von Fachkompetenz an pflegende Angehörige. Die AOK Bayern bietet hierzu in Kooperation mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft die kostenlose Schulung „Hilfe beim Helfen“ sowie den Online-Pflegekurs „Menschen mit Demenz“ an. Diese Programme sollen Grundlagen über das Krankheitsbild vermitteln und Strategien für den Umgang mit Betroffenen aufzeigen.

Regionale Veranstaltungen ergänzen dieses Portfolio. In Erlangen findet am 19. September eine Auftaktveranstaltung in der Stadtbibliothek statt, die sich mit Wissensvermittlung und konkreten Handlungsmöglichkeiten befasst. Weitere Termine sind für den 21. September in Herzogenaurach und den 22. September in Eckental vorgesehen.

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Parallel dazu organisiert die Caritas-Sozialstation Ingolstadt am 19. September einen speziellen Pflegekurs in der Caritas-Tagespflege Ringsee, der Themen wie Therapiemöglichkeiten und Entlastungsstrategien für Familien behandelt.

Über die bayerischen Landesgrenzen hinaus zeigen ähnliche Initiativen den hohen Beratungsbedarf. Das Kompetenzzentrum Pflege im Rheingau-Taunus-Kreis hat für den Zeitraum vom 15. September bis zum 16. November 2026 eine Serie von 13 Veranstaltungen angekündigt, die unter anderem finanzielle Aspekte der Pflege thematisieren. Auch das DemenzNetzwerk Lippstadt bietet mit einer Sprechzeit am 9. September ein niederschwelliges Beratungsformat an.

Langfristige Qualifizierung in der Seelsorge

Neben der medizinischen und praktischen Pflege rückt zunehmend die psychosoziale Begleitung in den Fokus. Das Bistum Würzburg startet für das Winterhalbjahr 2026/2027 ein neues Fortbildungsformat unter dem Titel „Update Seelsorge“. Das Programm richtet sich an ehren- und hauptamtliche Seelsorger in Unterfranken und umfasst vier Termine zwischen Oktober 2026 und Februar 2027.

Die Schulungen, die in Städten wie Würzburg, Schweinfurt, Aschaffenburg und Bad Neustadt stattfinden, sollen die Teilnehmer für eine demenzsensible Begleitung qualifizieren. Dieser Ansatz unterstreicht die Notwendigkeit, Demenz als eine Aufgabe zu begreifen, die über die rein pflegerische Versorgung hinausgeht und eine entsprechende Sensibilisierung in allen gesellschaftlichen Bereichen erfordert.

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