Demenztest, Punkten

Demenztest: Ab 23 von 30 Punkten empfiehlt digiDem weitere Abklärung

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 15:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Kurztest bietet eine erste Orientierung; auffällige Ergebnisse führen zur Empfehlung einer ärztlichen Abklärung.
Ein heller, minimalistisch eingerichteter Raum mit einem Holztisch und weichem Tageslichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Kognitive Beeinträchtigungen beginnen oft schleichend, weshalb standardisierte Screening-Verfahren eine wichtige Rolle bei der ersten Orientierung spielen. Ein Beispiel dafür ist das von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg entwickelte Projekt digiDem Bayern.

Das Angebot richtet sich primär an Menschen ab 65 Jahren, steht jedoch auch jüngeren Interessierten offen. Der Test nimmt rund 20 Minuten in Anspruch und überprüft sechs zentrale kognitive Bereiche: logisches Denken, Wortfindung, Gedächtnis, Konzentration, Sprache sowie Orientierung. Maximal können Teilnehmer dabei 30 Punkte erreichen.

Ablauf der kognitiven Kurztests und Grenzwerte

Bei dem Testverfahren von digiDem Bayern gilt ein Ergebnis ab 23 Punkten laut Projektangaben als auffällig. Die Verantwortlichen betonen, dass ein solches Screening keine ärztliche Diagnose darstellt.

Stattdessen wird bei auffälligen Resultaten eine Empfehlung zur weitergehenden Abklärung bei einem Hausarzt oder Neurologen ausgesprochen. Ein solches kostenloses Screening fand beispielsweise in Kooperation mit einer Nachbarschaftshilfe in Oberottmarshausen mit rund 35 Teilnehmenden statt.

Nach Angaben der Projektorganisation leben in Bayern schätzungsweise 277.000 Menschen mit Demenz, gemeldet sind rund 280.000 Betroffene, wobei die Dunkelziffer darüber liege. Bis zum Jahr 2030 könnte dieser Wert im Freistaat auf rund 300.000 steigen. Eine deutsche Untersuchung deutet zudem darauf hin, dass etwa 60 Prozent der Betroffenen ohne eine gesicherte Diagnose leben.

Bundesweit sind nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft rund 1,8 Millionen Menschen an Demenz erkrankt. Täglich kommen etwa 900 Neuerkrankungen hinzu; bis zum Jahr 2050 prognostiziert die Fachgesellschaft einen Anstieg auf 2,3 bis 2,7 Millionen Betroffene.

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Frühe Warnsignale und Differenzialdiagnosen

Die häufigste Ursache kognitiver Verfallserscheinungen ist die Alzheimer-Krankheit, die etwa 60 bis 70 Prozent aller Demenzfälle ausmacht. Bereits am 3. November 1906 stellte der Psychiater Alois Alzheimer in Tübingen erstmals das Krankheitsbild vor.

Zu den frühen Warnzeichen zählen laut der Weltgesundheitsorganisation das Vergessen kürzlich zurückliegender Ereignisse, das Verlegen von Alltagsgegenständen sowie ein schwindendes Zeitgefühl. Darüber hinaus können Stimmungs- und Verhaltensänderungen bereits auftreten, bevor Gedächtnisprobleme offensichtlich werden.

Weitere Anzeichen betreffen den Umgang mit komplexeren Anforderungen: Die Organisation Alzheimer Europe verweist auf Schwierigkeiten bei der gedanklichen Strukturierung, während das National Institute on Aging einen erhöhten Zeitbedarf bei Routineaufgaben sowie Defizite im Planen und im Umgang mit Geld hervorhebt.

Gesundheitsdienste wie der britische National Health Service empfehlen bei ersten Einbußen eine rasche hausärztliche Abklärung. Symptome wie Gedächtnisstörungen können auch durch Stress, Medikamente oder Depressionen ausgelöst werden.

In Gedächtnissprechstunden zeigt sich demnach bei rund einem Viertel der Patienten eine Depression anstelle einer Demenzerkrankung. Eine frühzeitige Beratung von Familien ist für Fachkräfte im Pflege- und Heilpädagogikbereich essenziell, da viele Betroffene erst spät professionelle Hilfe suchen.

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Risikofaktoren und Präventionsmöglichkeiten

Die Verringerung beeinflussbarer Risikofaktoren birgt erhebliches Potenzial: Bis zu 40 Prozent der Demenzfälle könnten dadurch verhindert oder zeitlich verzögert werden. Nach einer Analyse der Lancet-Kommission sind 14 modifizierbare Risikofaktoren für insgesamt 45 Prozent aller Demenzfälle verantwortlich, während 55 Prozent auf nicht beeinflussbare Faktoren wie Alter, genetische Veranlagung und Umwelt entfallen.

Zu den 14 identifizierten Faktoren gehören geringe Bildung, Schwerhörigkeit, Sehverlust, erhöhtes LDL-Cholesterin, Bluthochdruck, Adipositas, Rauchen, Depressionen, Bewegungsmangel, soziale Isolation, Diabetes Typ 2, Luftverschmutzung, Kopfverletzungen sowie Alkoholkonsum.

So verdoppelt Rauchen laut einer Langzeitstudie das Risiko, während bereits täglich rund 3.800 Schritte den Bewegungsmangel ausgleichen und das Demenzrisiko um ein Viertel senken können. Neben körperlicher Aktivität und sozialer Interaktion werden auch eine mediterrane Ernährung sowie eine Impfung gegen Gürtelrose im Rahmen der allgemeinen Gesundheitsprävention als vorteilhaft erwähnt.

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