Demenzrisiko: Ultraverarbeitete Lebensmittel erhöhen Risiko um 58%
06.06.2026 - 11:41:45 | boerse-global.de
Das belegt eine Langzeitstudie der Harvard-Universität mit fast 200.000 Teilnehmern über 30 Jahre.
Die bessere Strategie fürs Herz
Sowohl eine gesunde Low-Carb- als auch eine gesunde Low-Fat-Ernährung senken das Risiko für koronare Herzkrankheiten. Entscheidend ist der Anteil an Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten. Stark verarbeitete Produkte und viele tierische Fette mindern den gesundheitlichen Nutzen erheblich.
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Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung und die Deutsche Herzstiftung empfehlen eine mediterrane Ernährungsweise mit viel Obst, Hülsenfrüchten und pflanzlichen Ölen. „Pflanzlich" heißt aber nicht automatisch gesund – Qualität und Verarbeitungsgrad bleiben entscheidend.
Das Darmmikrobiom als Stoffwechselmotor
Eine internationale Studie der Universität Jena aus 2024 zeigt: Resistente Stärke aus Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten fördert das Wachstum des Darmbakteriums Bifidobacterium adolescentis. Bei übergewichtigen Probanden führte das zu Gewichtsabnahme und besserer Insulinsensitivität. Die Bakterienart hemmt offenbar die Fettaufnahme im Darm.
Ultraverarbeitete Lebensmittel wirken dagegen gefährlich. Eine US-Studie ab 50 Jahren belegt: Hoher Konsum von Fertiggerichten und Softdrinks steigert das Demenzrisiko um 58 Prozent. Verarbeitetes Fleisch verdoppelt das Risiko für kognitive Beeinträchtigungen.
Gefährlicher als LDL: Lipoprotein(a)
Lipoprotein(a) gilt als Risikomarker für Schlaganfälle und Herzinfarkte – gefährlicher als LDL-Cholesterin. Jeder f?nfte Deutsche hat einen genetisch bedingt erhöhten Wert. Der Kölner Internist Dr. Karsten Behle empfiehlt Frauen in den Wechseljahren eine Überprüfung, da sinkende Östrogenspiegel das LP(a)-Niveau steigen lassen können.
Medikamente können LP(a) derzeit nicht senken. An der Berliner Charité forscht Prof. Elisabeth Steinhagen-Thiessen an neuen Therapieansätzen. Parallel zeigt das Deutsche Diabetes Zentrum: Auch der Leberfettgehalt spielt eine zentralere Rolle bei Typ-2-Diabetes als angenommen. Eine frühzeitige Behandlung der Fettleber könnte das Diabetesrisiko senken.
Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln
Stiftung Warentest fand im Juni 2026 bei 20 Omega-3-Präparaten keine qualitativen Mängel – den gesundheitlichen Nutzen sieht sie aber als nicht ausreichend belegt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt: Hohe Dosen über 1,5 Gramm täglich können bei Herzpatienten das Risiko für Vorhofflimmern erhöhen.
Beim Intervallfasten empfehlen Experten altersabhängige Methoden. Die AOK rät 18- bis 30-Jährigen zur klassischen 16:8-Methode. Ab 35 Jahren sei ein sanfterer Einstieg mit zehn Stunden Essensfenster ratsam. Für Menschen über 50 stehen milde Methoden und ausreichend Protein im Vordergrund, um dem Muskelabbau entgegenzuwirken.
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Prävention: Große Lücke zwischen Wissen und Handeln
Ein gesunder Lebensstil bringt Frauen bis zu 20 und Männern bis zu 24 zusätzliche Lebensjahre. Das berichtete Prof. Dr. Gertraud Stadler von der Charité auf dem 37. Deutschen Krebskongress im Juni 2026. Dennoch nutzen fast drei Viertel der Männer und über die Hälfte der Frauen keine Präventionsprogramme. Bei Männern liegt oft eine geringere Risikowahrnehmung vor, Frauen werden häufig durch familiäre Verpflichtungen gehindert.
Im Public Health Index 2025 belegt Deutschland Platz 17 von 18 Nationen. Politische Maßnahmen wie die für 2028 geplante Zuckersteuer orientieren sich an Großbritannien, wo der Zuckergehalt in Softdrinks nach Einführung einer Abgabe um 46 Prozent sank. Ziel ist es, den Konsum von Salz, Zucker und gesättigten Fetten zu reduzieren – die Haupttreiber nichtübertragbarer Krankheiten.
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