Demenzprävention: Pflegeprogramm verbessert Risikoprofile bei 56 Prozent
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 04:44 Uhr | Redaktion boerse-global.dePflegekräfte in allgemeinmedizinischen Praxen können eine entscheidende Rolle bei der gezielten Senkung individueller Demenzrisiken spielen. Das zeigt eine Untersuchung der australischen Monash-Universität, deren Ergebnisse in der Fachzeitschrift Lancet Regional Health – Western Pacific veröffentlicht wurden.
Im Rahmen eines strukturierten Präventionsprogramms gelang es, die geschätzten Demenzrisikoprofile bei Erwachsenen im mittleren Lebensalter messbar zu verbessern.
An der Untersuchung nahmen 403 Erwachsene im Alter zwischen 45 und 65 Jahren aus 31 australischen Hausarztpraxen teil. Die Intervention erstreckte sich über einen Zeitraum von zwölf Monaten und kombinierte persönliche Betreuung mit digitaler Unterstützung.
Strukturierte Intervention mit App und Pflegekonsultationen
Das multidimensionale Programm setzte auf eine enge Anbindung an das bestehende hausärztliche Umfeld. Die Teilnehmer der Interventionsgruppe erhielten fünf Konsultationen bei Hausarzt-Pflegekräften sowie einen individuell ausgearbeiteten Aktionsplan. Ergänzend kam die mobile Anwendung HAPPI-MIND zum Einsatz, um Verhaltensänderungen im Alltag zu begleiten und zu festigen.
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Nach zwölf Monaten zeigte sich ein deutlicher Unterschied zwischen den Versuchsgruppen: In der Interventionsgruppe verbesserten 56 Prozent der Teilnehmenden ihr geschätztes Demenzrisikoprofil, während dies in der Kontrollgruppe bei 44 Prozent der Fall war.
Die positiven Veränderungen machten sich nach Angaben der Studienautoren vor allem bei gesteigerter körperlicher Bewegung, einem höheren Fischkonsum sowie einem verbesserten Body-Mass-Index (BMI) bemerkbar.
Finanziert wurde das wissenschaftliche Vorhaben durch den National Health and Medical Research Council (NHMRC) unter der Fördernummer GNT1171851.
Fokus auf Risikofaktoren statt klinischer Diagnosen
Die Forschenden weisen darauf hin, dass die aktuelle Studie keine klinischen Demenzdiagnosen erfasst. Gemessen wurden ausschließlich die Veränderungen der geschätzten Risikoprofile über die einjährige Laufzeit. Um festzustellen, ob sich die erzielten Lebensstiländerungen und verbesserten Risikowerte auch langfristig auf das tatsächliche Auftreten kognitiver Erkrankungen auswirken, ist eine Nachbeobachtung über 36 Monate angesetzt.
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Die Notwendigkeit wirksamer Präventionsansätze verdeutlichen Daten des Australian Institute of Health and Welfare (AIHW). Demnach leben im Jahr 2026 rund 459.000 Menschen in Australien mit einer Demenzerkrankung. Bis zum Jahr 2066 prognostiziert das Institut einen Anstieg auf mehr als eine Million Betroffene.
Niedrigschwellige Programme in der Primärversorgung, die bestehende Praxisstrukturen und Fachpersonal einbinden, gelten daher im Gesundheitswesen als vielversprechender Hebel, um modifizierbare Risikofaktoren frühzeitig in der breiten Bevölkerung anzugehen.
