Demenzprävention, Gesunder

Demenzprävention: Gesunder Lebensstil kann Risiko um gut 40 Prozent senken

Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 12:46 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Regelmäßiges Training, kontrollierte Gefäßwerte und mehrere gesunde Gewohnheiten können das Demenzrisiko senken.
Ein friedlicher, von Sonnenlicht durchfluteter Waldweg in einem Park, der zu Bewegung und körperlicher Aktivität einlädt. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Analysen zur Demenzprävention verdeutlichen, dass isolierte Einzelmaßnahmen nicht genügen, um den Prozess der Gehirnalterung aufzuhalten. Fachgesellschaften und medizinische Experten empfehlen stattdessen ein ganzheitliches Vorgehen, um Risikofaktoren systematisch zu minimieren.

Wie bereits die Lancet-Kommission in einer Untersuchung aus dem Jahr 2020 darlegte, kann ein gesunder Lebensstil das Demenzrisiko um gut 40 Prozent senken. Prof. Peter Berlit von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie verwies in diesem Zusammenhang auf eine nahezu halbierte Rate des kognitiven Abbaus bei entsprechenden präventiven Maßnahmen.

Gezielte Bewegung und muskuläre Reize

Einen zentralen Baustein der Vorbeugung bildet regelmäßige körperliche Aktivität, insbesondere das Krafttraining. Entsprechende Übungen fördern die Gehirndurchblutung, regen die Produktion des Nervenwachstumsfaktors BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) an und reduzieren neuroinflammatorische Prozesse.

Fachleute raten zu zwei bis drei Einheiten pro Woche mit mindestens einem Ruhetag dazwischen. Pro Übung werden zwei bis drei Sätze mit acht bis zwölf Wiederholungen empfohlen. Bei Vorerkrankungen wie Bluthochdruck oder Herzproblemen sollte vor Beginn eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Die Relevanz strukturierter Programme belegt auch die sogenannte LIFE-Studie an mehr als 1.600 körperlich eingeschränkten, wenig aktiven Personen im Alter von 70 bis 89 Jahren. In der Untersuchung verhinderten gezielte Bewegungsprogramme bei etwa jedem 19. Teilnehmenden den Verlust der Gehfähigkeit.

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Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie zählt neben dem Krafttraining für die Beine auch Ausdauer- und Gleichgewichtsübungen zu den gesicherten Maßnahmen für ein gesundes Altern.

Gefäßwerte und kardiovaskuläre Risiken kontrollieren

Neben der körperlichen Aktivität spielen internistische Parameter eine ausschlaggebende Rolle. Nach Angaben von Prof. Kathrin Reetz, Präsidentin der Deutschen Hirnstiftung, ist ein hohes LDL-Cholesterin allein für 7 Prozent aller Demenzen verantwortlich.

Insgesamt erhöhen 14 beeinflussbare Risikofaktoren das Gesamtrisiko um etwa 45 Prozent. Ein dauerhaft über Monate oder Jahre erhöhter LDL-Wert steigere die Gefahr, während ein Wert von unter 70 mg/dl mit einem deutlich verringerten Alzheimer-Risiko einhergehe. Ab einem Alter von 80 Jahren besitzt dieser Parameter kaum noch Einfluss.

Ergänzend dazu zeigte eine Metaanalyse zu Statinen, dass hochpotente Präparate das Demenzrisiko um 20 Prozent und das Alzheimer-Risiko um 32 Prozent senkten. Zur frühzeitigen Identifikation von Risikofaktoren wird ab einem Alter von 35 Jahren die regelmäßige Wahrnehmung des Check-up 35+ im Dreijahresrhythmus empfohlen.

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Lebensstilfaktoren statt vermeintlicher Wundermittel

Häufig beworbene Abkürzungen halten wissenschaftlichen Kriterien nicht stand. Prof. Michael Denkinger von der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie betonte, dass Altern keine Krankheit darstelle. Für eine lebensverlängernde Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln, Vitaminen oder experimentellen Peptiden, die oft als Verjüngungsmittel angepriesen werden, gebe es beim Menschen keine belastbaren Nachweise.

Stattdessen stützen wissenschaftliche Beobachtungen den Nutzen eines breit gefächerten Lebensstils. Eine Untersuchung der University of Florida an 128 Personen ergab, dass Probanden mit mehreren Schutzfaktoren – darunter Schlafqualität, normales Körpergewicht, Stressbewältigung, Tabakverzicht, Optimismus und stabile soziale Kontakte – ein im Mittel um acht Jahre niedrigeres Gehirnalter im Vergleich zum kalendarischen Alter aufwiesen.

Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie empfiehlt zur Gesunderhaltung eine ausgewogene Ernährung, den Verzicht auf Nikotin, geringen Alkoholkonsum sowie die konsequente Wahrnehmung von Impfungen und Früherkennungsuntersuchungen.

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