Demenzpflege, Verein

Demenzpflege: Verein wohlBEDACHT erhält 5.000 Euro für nächtliche Betreuung

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 02:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Regionale Kurse, Selbsthilfeangebote und ein preisgekröntes Nachtbetreuungsmodell unterstützen Familien im Umgang mit Demenz.
Ein ruhiges, sonnendurchflutetes Wohnzimmer mit einem bequemen Sessel und Blick in einen Garten. Illustration mit AI erstellt.

Die Betreuung von Menschen mit Demenz stellt Angehörige sowie das Pflegeumfeld vor erhebliche Herausforderungen. Um die Selbstständigkeit der Betroffenen im Alltag möglichst lange zu erhalten und Pflegende vor physischer wie psychischer Überlastung zu schützen, setzen zahlreiche Träger, Kliniken und kommunale Initiativen auf zielgerichtete Bildungs- und Entlastungsangebote. Das Spektrum reicht von häuslichen Schulungsformaten über kompakte Orientierungskurse bis hin zu spezialisierten Betreuungsdiensten.

Mobile Schulungsformate und praxisnahe Anleitung im häuslichen Umfeld

Einen niedrigschwelligen Ansatz verfolgt beispielsweise die Pflegeberatung des Landes Salzburg, die ihr Angebot um sogenannte Mikroschulungen und Kitteltaschenschulungen erweitert hat. Diese Einheiten finden überwiegend direkt im häuslichen Umfeld der pflegebedürftigen Personen statt.

Soziallandesrat Wolfgang Fürweger erklärte, Ziel der Initiative sei es, Sicherheit im Alltag zu vermitteln und Entlastung zu schaffen. Nach Angaben der Leiterin der Pflegeberatung, Claudia Bernhard-Kessler, sollen kurze, praxisnahe Anleitungen einer Überlastung von Pflegenden vorbeugen.

Die Mikroschulungen thematisieren unter anderem den Umgang mit Demenzerkrankungen, den Einsatz von Hilfsmitteln, Medikamentenverabreichung, Vitalzeichenkontrollen sowie Selbstfürsorge.

Ergänzend decken Kitteltaschenschulungen Bereiche wie Dekubitusprophylaxe, Ernährungs- und Flüssigkeitsmanagement oder Positionierungstechniken ab. Das Programm versteht sich nicht als Gruppenkurs oder Ersatz für professionelle medizinische Versorgung, sondern kooperiert mit Haus- und Fachärzten sowie Primärversorgungszentren.

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Regionale Pflege- und Kompaktkurse für Angehörige

Parallel dazu organisieren Hilfsorganisationen und Kliniken in vielen Regionen strukturierte Schulungsreihen. Im AWO Begegnungszentrum Bad Schwartau ist für den 20. Oktober 2026 eine dreistündige Kompakteinführung zu Diagnostik, Krankheitsverlauf und Kommunikation angesetzt. Das DemenzForumDarmstadt plant für den 24. Oktober 2026 ein Seminar zu familiären Veränderungen und Hilfsstrukturen.

Weitere mehrtägige Programme starten Ende Oktober und Anfang November:
- Speyer: Die Malteser Speyer bieten am 29. Oktober und 5. November 2026 kostenfreie Schulungen an und unterhalten eine offene Selbsthilfegruppe mit der Alzheimergesellschaft.
- Dorsten: Im St. Elisabeth-Krankenhaus Dorsten beginnt am 28. Oktober 2026 ein Kurs der Familialen Pflege mit Folgeeinheiten im November.
- Ratingen: Der Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW und die AOK Rheinland/Hamburg führen ab dem 30. Oktober 2026 einen zwölfstündigen Kurs im Mehrgenerationentreff Tiefenbroich durch.
- Bayreuth: Das Seniorenamt Bayreuth veranstaltet gemeinsam mit dem Bayerischen Roten Kreuz und weiteren Partnern ab dem 31. Oktober 2026 dreiteilige Workshops zu rückenschonenden Bewegungstechniken und Alltagshilfen.
- Mönchengladbach: Die LVR-Klinik Mönchengladbach plant ab dem 3. November 2026 einen Kleingruppenkurs für maximal zehn Teilnehmende.

Selbsthilfe, Vernetzung und neue Betreuungskonzepte

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Neben Kursen gewinnen kontinuierliche Begegnungsformate an Bedeutung. Das Samariterstift im baden-württembergischen Gärtringen lädt monatlich zu Gesprächskreisen ein und richtet wöchentliche Frühstücksvormittage in Gärtringen und Nufringen aus.

In Rheinland-Pfalz koordiniert die Pflegeselbsthilfe diverse Aktionen, darunter Zusammenkünfte in Mainz, Hermeskeil und Saarburg sowie die Reihe „Demenz im Fokus“ im November in Wittlich. Das Netzwerk Demenz im Landkreis Altenkirchen bündelt Informationen im Rahmen eines Tages der seelischen Gesundheit mit Fachvorträgen und Demenzparcours.

Wie dringlich flexible Modelle sind, verdeutlichte die Verleihung des Bayerischen Demenzpreises 2026 am 13. Oktober in München durch Gesundheitsministerin Judith Gerlach.

In Bayern leben mehr als 270.000 Demenzkranke; Prognosen gehen von rund 300.000 Betroffenen bis 2030 und 380.000 bis 2040 aus. Den mit 5.000 Euro dotierten ersten Preis erhielt der Verein wohlBEDACHT für eine nächtliche Betreuung, die Angehörigen dringend benötigte Erholungsphasen ermöglicht.

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