Demenzpflege, Bewegungsprogramme

Demenzpflege: 30 neue Bewegungsprogramme stärken Mobilität

12.06.2026 - 03:31:36 | boerse-global.de

Innovative Bewegungsprogramme, biografieorientierte Ansätze und mehr Beratung prägen die aktuelle Demenzversorgung.

Demenz-Pflege: Neue Konzepte und Therapien im Juni 2026
Demenzpflege - Eine ältere Person mit Demenz führt mit Unterstützung einer Pflegekraft eine sanfte Bewegungsübung durch. 12.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Im Juni 2026 haben mehrere Institutionen neue Materialien und Konzepte vorgestellt, die den Alltag von Betroffenen und Angehörigen verbessern sollen. Der Trend geht zu wissenschaftlich fundierten Bewegungsprogrammen, biografieorientierten Ansätzen und niederschwelligen Beratungsangeboten.

Anzeige

Geistig fit bleiben und Demenz gezielt vorbeugen: Dieser kostenlose Ratgeber liefert Ihnen 11 praktische Alltagsübungen und wertvolle Ernährungstipps für Ihre mentale Fitness. Gehirntraining-Guide jetzt kostenlos sichern

Bewegung als Therapie: 30 neue Interventionen

Die Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat am 11. Juni neues Arbeitsmaterial veröffentlicht. Es richtet sich an die professionelle Langzeitpflege und stellt insgesamt 30 Interventionen vor. Darunter finden sich das Otago-Übungsprogramm und die MAKS-Therapie.

Ziel der frei zugänglichen Unterlagen: Die Mobilität der Bewohner erhalten und digitale Konzepte stärker in den Pflegealltag einbinden. Parallel dazu planen der Verbund digiDEM Bayern und die GesundheitsregionPlus Landshut einen wissenschaftlich begleiteten Demenz-Screeningtag. Am 2. Juli sollen bei Personen ab 65 Jahren in kurzen Testverfahren mögliche Gedächztnisverschlechterungen erfasst werden.

Tagespflege mit Auszeichnung

Die Diakonie Münster wurde am 9. Juni mit dem TP Tagespflege Innovationspreis ausgezeichnet. Das prämierte Konzept „RehaZeit Simeon“ verknüpft Tagespflege mit Rehabilitation und gezieltem Training der Alltagskompetenzen. Die Fachhochschule Münster begleitet das Modell wissenschaftlich. Die Jury sieht darin einen potenziellen Standard für künftige Versorgungsformen.

Anzeige

Viele Menschen bemerken erste geistige Veränderungen erst sehr spät – doch Klarheit schafft Sicherheit. Mit diesem anonymen 7-Fragen-Selbsttest erhalten Sie in nur 2 Minuten eine fundierte Einschätzung zu möglichen frühen Anzeichen. Hier geht es zum kostenlosen Demenz-Selbsttest

Auch bestehende Einrichtungen erweitern ihr Angebot. Die DRK-Tagespflege in Langenhagen hat zum 15-jährigen Bestehen eine spezifische Gruppe für jüngere Pflegebedürftige zwischen 18 und 65 Jahren eingerichtet. Die Differenzierung nach Altersgruppen soll den unterschiedlichen Lebensrealitäten gerecht werden.

Erinnerungen wecken: Die Demenzkneipe

Ein besonderes Projekt findet sich im Caritas-Seniorenheim St. Josef in Hamm-Herringen. Dort wurde eine Demenzkneipe eingerichtet – gestaltet im Stil der 1970er-Jahre. Der Raum dient als Begegnungsort für Bewohner, Angehörige und Ehrenamtliche. Biografieorientierte Projekte wie dieses nutzen vertraute Reize, um soziale Teilhabe zu stärken.

In Hückeswagen setzt man auf intergenerationelle Begegnungen. Ein Altenzentrum und ein Kindergarten kooperieren dort bei gemeinsamen Spielvormittagen. Besonders bei dementen Bewohnern sollen so Erinnerungen aktiviert und der Austausch zwischen den Generationen gefördert werden.

Beratung und Qualifizierung

Neben der direkten Pflege rückt die Unterstützung von Angehörigen in den Fokus. In Drensteinfurt startet im Juni ein neuer Gesprächskreis unter fachlicher Begleitung der Alzheimer Gesellschaft Kreis Warendorf. Formate wie das „Café Auszeit“ in Dreis-Brück bieten regelmäßige Termine für den Erfahrungsaustausch.

Die Universität Vechta und die Katholische Akademie Stapelfeld haben spezialisierte Fortbildungsmodule entwickelt. Themen sind „Vorlesen für dementiell erkrankte Menschen“ sowie Singen und Musizieren. Die Angebote richten sich an Pflegekräfte, Ehrenamtliche und Angehörige.

Auch Krankenhäuser reagieren auf den steigenden Bedarf. Im Krankenhaus Neuwerk in Mönchengladbach unterstützt eine Demenzberaterin Betroffene und deren Familien – um die belastende Situation im klinischen Umfeld zu bewältigen.

de | wissenschaft | 69523746 |