Demenzforschung, NAKO-Studie

Demenzforschung: NAKO-Studie mit 150.000 Teilnehmern zeigt neue Risikofaktoren

10.06.2026 - 16:11:19 | boerse-global.de

Erste bundesweite Broschüre zu Demenz und queer veröffentlicht. Gesellschaftliche Unterstützung für queere Gleichstellung sinkt laut aktueller Studie.

Demenz und queer: Neue Broschüre für vergessene Patientengruppe
Demenzforschung - Eine vielfältige Gruppe von Menschen, darunter ältere Erwachsene, nimmt an einer Selbsthilfegruppe teil, mit Fokus auf Empathie. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Bis 2050 könnten es 2,8 Millionen sein. Eine neue Broschüre will nun die besonderen Bedürfnisse queerer Betroffenen in den Fokus rücken.

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„Demenz und queer“: Spezielle Hilfe für eine vernachlässigte Gruppe

Anfang Juni 2026 erschien die erste bundesweite Informationsbroschüre mit dem Titel „Demenz und queer“. Sie basiert auf einer regionalen Ausgabe aus Schleswig-Holstein von 2024. Die überarbeitete Fassung widmet sich dem sensiblen Umgang mit Begrifflichkeiten in der Gesundheitsversorgung. Für mehr Barrierefreiheit gibt es zudem eine vollständig eingesprochene Hörversion.

Die Broschüre ergänzt eine wachsende Beratungslandschaft. In Bergisch Gladbach starteten im Juni 2026 mehrwöchige Informationswochen mit Fachvorträgen zu Vorsorgevollmachten und kognitiven Beeinträchtigungen. Auch eine Musterwohnung der AOK können Besucher dort besichtigen. In Viernheim und Hürth organisieren Veranstalter ebenfalls Infoabende für Angehörige und Betroffene – mit ökumenischen Ansätzen und niederschwelligen Bewegungsformaten.

Gesellschaftlicher Rückenwind fehlt

Der Bedarf an spezifischen Angeboten ist groß – doch der gesellschaftliche Rückenwind lässt nach. Eine Studie eines Marktforschungsinstituts aus dem Frühjahr 2026 zeigt: Die Zustimmung zur queeren Gleichstellung sinkt. Zwar befürworten noch 74 Prozent den Schutz vor Diskriminierung. Die Unterstützung für entsprechende gesetzliche Regelungen fiel jedoch auf 45 Prozent.

Die Sicherheitsbehörden verzeichneten 2025 zudem einen Anstieg queerfeindlicher Straftaten um 12,8 Prozent auf 2.377 Fälle. Der Verband LSVD+ kritisierte eine mangelhafte Umsetzung nationaler Aktionspläne. Die Queer-Beauftragte der Bundesregierung warnte vor Kürzungen bei Präventions- und Beratungsangeboten.

Die Folgen zeigen sich auch am Arbeitsplatz: Laut Daten der EU-Grundrechteagentur von 2024 sind 29 Prozent der queeren Beschäftigten in Deutschland in ihrem beruflichen Umfeld nicht geoutet. Das erhöht die Hemmschwelle, spezialisierte Hilfe im Alter oder bei Krankheit zu suchen.

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Forschung liefert neue Erkenntnisse zu Risikofaktoren

Parallel zu den neuen Beratungsformaten gibt es Fortschritte in der Demenzforschung. Die im Frühjahr 2026 veröffentlichte NAKO-Studie der Universität Leipzig mit rund 150.000 Teilnehmern zeigt: Risikofaktoren unterscheiden sich je nach Lebensalter und Geschlecht. Bei jüngeren Probanden stehen Rauchen, Bewegungsmangel und Depressionen im Vordergrund. Bei älteren Menschen dominieren kardiovaskuläre Risiken.

Forscher der UC San Diego wiesen zudem darauf hin, dass Bluthochdruck und ein hoher Body-Mass-Index bei Frauen einen stärkeren Einfluss auf die Kognition haben könnten als bei Männern. In der Pharmaforschung deuten Registerstudien darauf hin, dass bestimmte Diabetes-Wirkstoffe (GLP-1-Rezeptor-Agonisten) das Demenzrisiko senken könnten. Der Effekt scheine unabhängig vom Gewichtsverlust durch eine Reduktion von Entzündungsmarkern einzutreten.

Trotz dieser Fortschritte bleibt die praktische Gleichstellung eine politische Aufgabe. In der Schweiz beschloss der Zürcher Kantonsrat im Juni 2026 den Ausbau der Fachstelle Gleichstellung um 1,8 Vollzeitstellen – gezielt für Maßnahmen gegen Hassrede und für Vielfalt.

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