Demenz weltweit: Neuerkrankungen könnten bis 2050 auf 24,7 Millionen steigen
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 05:32 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Zahl der weltweiten Demenz-Neuerkrankungen könnte in den kommenden Jahrzehnten drastisch zunehmen. Eine am 12. Oktober 2026 im Fachjournal JAMA Neurology veröffentlichte Untersuchung des Centre for Healthy Brain Ageing (CHeBA) an der UNSW Sydney zeigt, dass die jährlichen Neuerkrankungen von 11,4 Millionen im Jahr 2023 auf voraussichtlich 24,7 Millionen Fälle im Jahr 2050 ansteigen werden. Dies entspricht einer Zunahme um 116 Prozent.
Breite Datenbasis aus sechs Kontinenten
Für die Modellierung werteten die Forschenden 22 bevölkerungsbasierte Studien aus 18 Ländern und Regionen auf sechs Kontinenten aus. Die Datenbasis umfasst insgesamt 38.418 Teilnehmende sowie 3.001 dokumentierte Demenzfälle über einen Zeitraum von 287.632 Personenjahren.
Aus der Auswertung ergab sich eine alters- und geschlechtsbereinigte Inzidenz von 9,7 Fällen pro 1.000 Personenjahre. Dabei zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während die Rate bei Frauen bei 10,6 pro 1.000 Personenjahre lag, belief sie sich bei Männern auf 8,6 pro 1.000 Personenjahre.
Deutliche Diskrepanzen zwischen Einkommensgruppen
Auffällige Unterschiede bestehen zudem im Hinblick auf das Wohlstandsniveau der Regionen. In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen lag die Inzidenz laut CHeBA bei 13,6 pro 1.000 Personenjahre, verglichen mit 8,3 in Ländern mit hohem Einkommen.
Von den 22 analysierten Studien stammten sechs aus Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen und zwölf aus wohlhabenderen Staaten. Für einzelne Staaten wie Vietnam prognostiziert die Untersuchung einen Anstieg auf 1,8 Millionen Demenzkranke bis 2050.
Dr. Liron Sinvani vom Northwell Institute ordnete diese Entwicklung ein und wies darauf hin, dass die Neuerkrankungsrate in Staaten mit niedrigem und mittlerem Einkommen um 64 Prozent höher liege als in Ländern mit hohem Einkommen. Zudem verdeutlichte Sinvani das altersabhängige Risiko: Nach dem 65. Lebensjahr sei etwa eine von neun Personen von einer Demenz betroffen, ab dem 85. Lebensjahr treffe dies auf fast eine von drei Personen zu.
Wer sich mit dem steigenden Risiko geistiger Einschränkungen im Alter befasst, findet in diesen 11 Alltagsübungen eine effektive Möglichkeit, das Gehirn fit zu halten. Der kostenlose Ratgeber zeigt, wie man ohne großen Aufwand der Demenz gezielt vorbeugen kann. 11 Alltagsübungen für geistige Fitness kostenlos entdecken
Ursachen und die Rolle modifizierbarer Risiken
Als Haupttreiber der insgesamt steigenden Fallzahlen gilt die zunehmende Alterung der Weltbevölkerung. Frühere Erhebungen beziffern die Gesamtzahl der weltweit Demenzkranken auf derzeit über 57 Millionen Menschen, für 2050 wird ein Anstieg auf rund 150 Millionen Betroffene projiziert.
Die konkreten Ursachen für die überproportional hohen Raten bei Frauen sowie in ärmeren Regionen stufen die Autoren als noch ungeklärt ein; sie vermuten ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren.
Die Forschungsgruppe von CHeBA und UNSW Sydney betonte, dass es sich bei den Zahlen um Modellrechnungen und keine unabwendbaren Ergebnisse handle. Fortschritte in der Prävention, der Umgang mit der Bevölkerungsalterung und künftige Therapien könnten den tatsächlichen Verlauf verändern.
Da Vergesslichkeit ab 50 oft Fragen aufwirft, bietet dieser kostenlose Selbsttest eine diskrete Möglichkeit, die eigene geistige Fitness besser einzuschätzen. In nur zwei Minuten erhalten Sie eine erste, expertenbasierte Rückmeldung zu möglichen Warnsignalen. Hier am kostenlosen 7-Fragen-Selbsttest teilnehmen
Ein Teil des Risikos stehe mit beeinflussbaren Faktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, Bewegungsmangel, Hörschäden und sozialer Isolation in Verbindung. Sinvani betonte in diesem Zusammenhang, dass 14 modifizierbare Risikofaktoren für fast die Hälfte aller Fälle verantwortlich seien.
Angesichts dieser Entwicklung forderte der Ko-Direktor von CHeBA, Henry Brodaty, verstärkte Investitionen in Präventionsmaßnahmen. Auch die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, Risikofaktoren gezielt zu kontrollieren: Neben der Reduzierung des Rauchens und dem Schutz vor Luftverschmutzung rät die Organisation zu einer konsequenten Steuerung von Bluthochdruck, Diabetes und hohen Cholesterinwerten, um Neuerkrankungen vorzubeugen.
