Demenz, Gewicht

Demenz und Gewicht: Adipositas Grad 1 ist mit 27 Prozent weniger Sterberisiko verbunden

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 09:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Langzeitauswertung findet geringere Sterberisiken bei Übergewicht und Adipositas, belegt jedoch keinen ursächlichen Zusammenhang.

Demenzstudie: Höherer BMI bei Diagnose mit niedrigerer Sterblichkeit verbunden
Ein minimalistisch gedeckter Holztisch mit einer Schale frischem Gemüse und Vollkornprodukten in hellem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Ein höheres Körpergewicht zum Zeitpunkt einer Demenzdiagnose steht in Verbindung mit einer verringerten Sterblichkeit im weiteren Krankheitsverlauf. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Journal of Alzheimer's Disease veröffentlichte US-kanadische Untersuchung von Forschenden der Columbia University und der New York University (NYU).

Die Wissenschaftler analysierten dafür Daten von 4.523 Erwachsenen ab einem Alter von 51 Jahren aus der US-amerikanischen Health and Retirement Study im Erhebungszeitraum von 1998 bis 2022. Alle Teilnehmenden wiesen zu Beginn keine Demenz auf, erkrankten jedoch im späteren Verlauf. Die Nachbeobachtungszeit der Kohorte erstreckte sich über bis zu 20 Jahre.

Geringere Sterberaten bei Übergewicht und Adipositas

Im Rahmen der Langzeitanalyse untersuchten die Forscher das Körpergewicht vor, bei sowie nach der Demenzdiagnose. Dabei zeigte sich, dass der Body-Mass-Index (BMI) bei der Diagnosestellung als prognostischer Indikator dienen kann. Gegenüber normalgewichtigen Betroffenen wiesen Personen mit Übergewicht während des Beobachtungszeitraums ein um 16 Prozent niedrigeres Sterberisiko auf.

Noch deutlicher fielen die statistischen Unterschiede bei Personen mit Adipositas aus. Bei einer Adipositas Grad 1, definiert durch einen BMI zwischen 30,0 und 34,9, lag das Sterberisiko um 27 Prozent niedriger als bei Normalgewicht.

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Für diese Gruppe gaben die Studienautoren eine Hazard Ratio von 0,73 mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,62 bis 0,86 an. Bei einer Adipositas der Grade 2 und 3 mit einem BMI ab 35 lag das Sterberisiko um 22 Prozent unter dem von normalgewichtigen Erkrankten.

Den Auswertungen zufolge blieben diese Zusammenhänge auch nach der statistischen Berücksichtigung demografischer Merkmale, gesundheitlicher Begleitfaktoren sowie eines vor der Diagnose aufgetretenen Gewichtsverlusts bestehen. Die überprüften potenziellen Verzerrungsfaktoren konnten den festgestellten Zusammenhang demnach nicht erklären.

Methodische Grenzen und offene Wirkmechanismen

Trotz der deutlichen Kennzahlen mahnen die Studienautoren zur vorsichtigen Interpretation der Ergebnisse. Bei den Werten handelt es sich um relative Gruppenunterschiede innerhalb der Beobachtungskohorte und nicht um den Nachweis zusätzlich gewonnener Lebensjahre. Zudem weist die Messgröße des BMI methodische Schwächen auf, da sie nicht zwischen Fettmasse und Muskelgewebe differenziert.

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Als mögliche Erklärung diskutiert das Forschungsteam die Rolle von Energiereserven, die den oft mit fortgeschrittenen neurodegenerativen Erkrankungen einhergehenden Gewichtsverlust abfedern könnten. Diese Hypothese wurde im Rahmen der Arbeit jedoch nicht direkt überprüft.

Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, liefert die Publikation keinen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass ein höheres Körpergewicht ursächlich für eine längere Überlebenszeit ist. Eine gezielte Gewichtszunahme leiten die Forschenden aus den Daten daher ausdrücklich nicht als Handlungsempfehlung ab.

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