Demenz-Therapie: MAKS-Konzept erhält kognitive Fähigkeiten länger
Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 04:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die pflegerische Versorgung von Menschen mit Demenz steht vor der Herausforderung, nicht nur die körperliche Grundversorgung sicherzustellen, sondern auch die kognitiven und sozialen Kompetenzen der Betroffenen so lange wie möglich zu erhalten. Ein zentrales Instrument in diesem Bereich ist die sogenannte MAKS-Therapie, die zunehmend Einzug in die stationäre und teilstationäre Pflege findet. Am Beispiel des Seniorenzentrums Servatius in Augsburg zeigt sich, wie diese wissenschaftlich fundierten Konzepte in der erweiterten Tagespflege praktisch umgesetzt werden, um die Lebensqualität der Bewohner nachhaltig zu stabilisieren.
Wissenschaftlicher Hintergrund und die vier Säulen der MAKS-Therapie
Die MAKS-Therapie ist ein evidenzbasierter Ansatz, der speziell für Menschen mit Gedächtnisstörungen entwickelt wurde. Die Abkürzung steht für die vier zentralen Bereiche der Intervention: Motorik, Alltagspraktik, Kognition und Soziales. Das Programm wurde an der Universität Erlangen-Nürnberg konzipiert und verfolgt einen ganzheitlichen, nicht-pharmakologischen Ansatz.
Die Wirksamkeit der Methode beruht auf der regelmäßigen und strukturierten Aktivierung der Teilnehmer. In den verschiedenen Modulen werden motorische Übungen mit kognitiven Aufgaben verknüpft, während alltagspraktische Tätigkeiten und soziale Interaktionen die Selbstständigkeit im täglichen Leben unterstützen sollen. Ziel dieses multidimensionalen Trainings ist es, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen und den Verlust von Alltagsfähigkeiten zu verzögern.
Praktische Umsetzung im Seniorenzentrum Servatius
Die MAKS-Therapie zeigt, wie Sie mit strukturierter Aktivierung die kognitiven Fähigkeiten von Demenzkranken länger erhalten. Unser kostenloser Leitfaden erklärt die vier Module und wie Sie sie im Pflegealltag umsetzen. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Im Seniorenzentrum Servatius in Augsburg wurde dieses Therapiekonzept in den Betrieb der erweiterten Tagespflege integriert. Die Einrichtung nutzt das Verfahren gezielt, um eine strukturierte Förderung für Demenzkranke anzubieten. Dabei liegt der Fokus darauf, die vorhandenen Fähigkeiten der Bewohner nicht nur zu verwalten, sondern aktiv zu stimulieren.
Die Implementierung umfasst dabei alle vier Bereiche des MAKS-Konzepts. In Gruppenangeboten werden motorische Einheiten durchgeführt, die die Beweglichkeit fördern, während kognitive Übungen die geistige Leistungsfähigkeit fordern. Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit in Augsburg ist zudem die Förderung der sozialen Teilhabe, um Isolation vorzubeugen und das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Tagespflege zu stärken. Durch die alltagspraktischen Übungen sollen die Teilnehmer zudem darin unterstützt werden, einfache Handlungen des täglichen Lebens weiterhin eigenständig auszuführen.
Professionalisierung durch zertifizierte Fachkräfte
Fehlt in Ihrer Einrichtung ein strukturiertes Aktivierungsprogramm? Die MAKS-Therapie bietet einen evidenzbasierten Ansatz, der Motorik, Alltagspraktik, Kognition und Soziales kombiniert. Unsere Checkliste hilft Ihnen, das Konzept in Ihrer Tagespflege zu implementieren. Checkliste zur MAKS-Implementierung sichern
Ein entscheidender Faktor für den Erfolg der MAKS-Therapie in Pflegeeinrichtungen ist die Qualifikation des Personals. Die Durchführung der Einheiten erfordert spezifisches Fachwissen über die Methodik und die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Demenz. Im Seniorenzentrum Servatius wurde daher Wert darauf gelegt, dass die beteiligten Mitarbeiter eine entsprechende Schulung durchlaufen.
Durch die Ausbildung zu zertifizierten MAKS-Therapeuten ist sichergestellt, dass die Übungen fachgerecht angeleitet und individuell an das Leistungsniveau der Bewohner angepasst werden können. Diese Professionalisierung der Betreuungsangebote gilt in der Branche als wichtiger Schritt, um die Qualität der Versorgung in der Tagespflege zu erhöhen. Die Schulungen vermitteln den Pflegekräften die notwendigen Werkzeuge, um die therapeutischen Ziele – den Erhalt der Selbstständigkeit und die Förderung der kognitiven sowie körperlichen Aktivierung – strukturiert zu verfolgen. Damit etabliert sich das Verfahren als fester Bestandteil moderner Pflegekonzepte, die über die reine Betreuung hinausgehen.
