Demenz-Studie, Universität

Demenz-Studie: Universität Jena erforscht Entlastung für 350 Angehörige

Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 21:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neues Jenaer Forschungsprojekt untersucht bis 2029 die Situation pflegender Angehöriger von Demenzkranken und sucht dafür 350 Teilnehmer.

Uni Jena startet Demenz-Studie zur Entlastung pflegender Angehöriger
Eine pflegende Person sitzt in einem hellen Wohnzimmer neben einem älteren Menschen und spendet Trost. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In Deutschland stellt die häusliche Versorgung von Menschen mit Demenz eine der zentralen Herausforderungen für das Gesundheitssystem und die betroffenen Familien dar.

Um die Unterstützung für private Pflegepersonen wissenschaftlich zu fundieren und weiterzuentwickeln, hat die Universität Jena ein neues Forschungsprojekt initiiert. Das Vorhaben mit dem Titel „AnDem-RoSe“ konzentriert sich gezielt auf die Situation pflegender Angehörige und deren Bedarf an Entlastungsmöglichkeiten.

Rahmenbedingungen des Forschungsprojekts „AnDem-RoSe“

Das an der Universität Jena angesiedelte Projekt ist als Langzeitstudie konzipiert und soll über einen Zeitraum von mehreren Jahren wichtige Erkenntnisse liefern. Die Planungen sehen vor, dass die Untersuchung bis zum Ende des Jahres 2029 läuft.

Ein wesentliches Element der Forschungsarbeit ist die Einbeziehung einer breiten Datenbasis aus der Praxis. Zu diesem Zweck sucht die Universität 350 teilnehmende Angehörige, die bereit sind, ihre Erfahrungen in die Studie einzubringen.

Im Fokus stehen dabei Hilfen, die speziell auf die Anforderungen zugeschnitten sind, die eine Demenzerkrankung im familiären Umfeld mit sich bringt. Die Forscher beabsichtigen, bestehende Unterstützungsstrukturen zu evaluieren und neue Ansätze zu prüfen, um die physische und psychische Belastung der Pflegenden nachhaltig zu senken.

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Die Ergebnisse der Studie sollen dazu beitragen, die Versorgungsqualität in der häuslichen Pflege zu sichern und praxisnahe Empfehlungen für Politik und Gesundheitswesen zu formulieren.

Die wachsende Bedeutung häuslicher Pflege in Deutschland

Die Notwendigkeit für Forschungsprojekte wie „AnDem-RoSe“ ergibt sich aus der demografischen Entwicklung und den aktuellen Patientenzahlen. Daten der Deutschen Alzheimer Gesellschaft verdeutlichen die Dimension der Aufgabe: In Deutschland sind derzeit rund 1,84 Millionen Menschen von einer Demenzerkrankung betroffen.

Da ein signifikanter Teil dieser Patienten nicht in stationären Einrichtungen, sondern im privaten Umfeld betreut wird, kommt den Angehörigen eine Schlüsselrolle in der pflegerischen Versorgung zu.

Berichte des MDR Thüringen aus dem August 2026 unterstreichen die Relevanz der Jenaer Initiative für die Region und darüber hinaus. Die mediale Begleitung des Projektstarts verdeutlicht, dass die Stabilisierung der häuslichen Pflegesituation zunehmend als gesellschaftliche Notwendigkeit wahrgenommen wird.

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Ohne ausreichende Hilfsangebote riskieren pflegende Angehörige oft selbst gesundheitliche Beeinträchtigungen, was das gesamte Pflegesystem vor zusätzliche Probleme stellen würde.

Wissenschaftlicher Fokus und langfristige Zielsetzung

Das Projekt der Universität Jena schließt eine wichtige Lücke in der Versorgungsforschung, indem es den Fokus von der rein medizinischen Behandlung der Erkrankten auf die psychosoziale Unterstützung der Helfenden verschiebt. In der Forschung wird zunehmend anerkannt, dass die Qualität der Pflege eng mit dem Wohlbefinden der Pflegepersonen verknüpft ist.

Durch die geplante Laufzeit bis Ende 2029 ermöglicht die Studie eine detaillierte Beobachtung von Entwicklungen über einen längeren Zeitraum. Die Gewinnung der 350 Teilnehmer gilt als entscheidender Meilenstein, um eine statistisch belastbare Grundlage für künftige Entlastungskonzepte zu schaffen.

Langfristig könnten die Erkenntnisse aus „AnDem-RoSe“ dazu führen, dass Beratungsangebote und ambulante Hilfsdienste effizienter auf die individuellen Bedürfnisse von Familien mit Demenzpatienten reagieren können.

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