Demenz, Soziale

Demenz: Soziale Kontakte senken Risiko deutlich – bis 45% vermeidbar

01.06.2026 - 17:23:13 | boerse-global.de

Bis 2035 steigt die Zahl Pflegebedürftiger auf 5,6 Millionen. Die Barmer fordert eine Debatte über KI zur Entlastung von Fachkräften.

Demenz: Soziale Kontakte senken Risiko deutlich – bis 45% vermeidbar - Bild: über boerse-global.de
Demenz: Soziale Kontakte senken Risiko deutlich – bis 45% vermeidbar - Bild: über boerse-global.de

Bis 2035 steigt die Zahl der Pflegebedürftigen auf rund 5,6 Millionen Menschen. Die Barmer fordert deshalb eine gesellschaftliche Debatte über den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Im Fokus steht die Entlastung von Fachkräften – ohne die Würde der Betroffenen zu verletzen.

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Südkorea zeigt, wie es geht

Internationale Beispiele liefern Blaupausen für den Technologieeinsatz. In Südkorea nutzen rund 90 Prozent der Kommunen den KI-Roboter Hyodol. Das System imitiert die Sprache eines Kindes und erinnert an Medikamente oder Mahlzeiten. Eine Notruffunktion ist integriert. Über 15.000 Senioren nutzen den Roboter bereits.

In Deutschland sieht Digitalbotschafterin Brigitte Kern Potenzial in Sprachassistenten. Sie helfen beim Verstehen ärztlicher Diagnosen oder beim Verfassen von Texten. Gleichzeitig warnen Experten vor Datenschutzrisiken und Fehlinformationen.

Demenz besser verstehen

Die Universität Krems veröffentlichte im Mai 2026 eine vielversprechende Studie: Regelmäßige soziale Kontakte senken das Demenzrisiko deutlich. Die Alzheimer Forschung Initiative geht noch weiter: Bis zu 45 Prozent aller Demenzfälle ließen sich vermeiden. Entscheidend sei die Kontrolle von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder sozialer Isolation.

Wie fühlt sich Demenz an? Das Projekt SimuDementia liefert Antworten. Die Virtual-Reality-Simulation wurde im November 2025 abgeschlossen und ermöglicht Außenstehenden, verschiedene Krankheitsstadien nachzuempfinden. Entwickelt wurde sie von der Hochschule Burgenland und einem Startup. Angesichts der Prognose – in Österreich könnte sich die Zahl der Demenzkranken bis 2050 verdoppeln – gewinnen solche Bildungsanwendungen an Bedeutung.

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Digitale Bildung für alle

Die BAGSO sucht bis zum 12. Juli 2026 bundesweit acht Partner für lokale KI-Lernorte. Das Projekt KILeo+ richtet sich gezielt an ältere Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund und Bewohner ländlicher Regionen. Ziel: Niemand soll von der technologischen Entwicklung abgehängt werden.

International gehen die Pläne noch weiter. In Ho-Chi-Minh-Stadt startete Ende Mai 2026 eine Kampagne, die bis 2030 rund zwei Millionen Bürgern KI-Kenntnisse vermitteln will. Google und AMD sind mit an Bord. In Deutschland gibt es bereits lokale Vorreiter: Der Wetteraukreis verteilte schon im August 2020 Tablets an Pflegeheime und fördert generationsübergreifende Projekte.

Sicher zu Hause leben

90 Prozent der älteren Menschen möchten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben – das belegt eine Studie aus dem Jahr 2023. KI-basierte Plattformen und vernetzte Sensoren machen das möglich. Sturzmelder und Präsenzsensoren erhöhen Sicherheit und Autonomie. In einigen Regionen wird die Finanzierung bereits über staatliche Zulagen unterstützt.

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