Demenz-Simulation, VR-App

Demenz-Simulation: VR-App zeigt Wahrnehmung von Erkrankten

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 03:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

VR-Tool VitaBlick bildet drei Demenzstadien nach, um Pflegepersonal die Krankheitswahrnehmung näherzubringen. Bis 2050 werden in Österreich 290.000 Betroffene erwartet.

VitaBlick VR-Simulation: Demenz-Symptome für Pflegekräfte erlebbar machen
Eine Pflegekraft mit VR-Brille in einem hellen, freundlichen Aufenthaltsraum einer Pflegeeinrichtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Versorgung und Begleitung von Menschen mit Demenz stellt sowohl Angehörige als auch professionelles Pflegepersonal vor komplexe psychologische Herausforderungen. Ein zentrales Problem im Pflegealltag ist das oft mangelnde Verständnis für die spezifischen Wahrnehmungsveränderungen und Einschränkungen der Betroffenen. In diesem Kontext gewinnen technologische Lösungen an Bedeutung, die darauf abzielen, die Perspektive der Erkrankten durch Simulationen zugänglich zu machen. Die Virtual-Reality-Anwendung VitaBlick stellt ein aktuelles Beispiel für diesen Bereich dar, indem sie die Symptomatik einer Demenz in verschiedenen Phasen digital nachbildet.

Technologische Nachbildung von Demenzsymptomen in drei Stadien

Die Anwendung wurde konzipiert, um das Verständnis und die Empathie derer zu fördern, die täglich mit Demenzkranken interagieren. Durch den Einsatz von Virtual Reality (VR) werden Nutzer in eine Umgebung versetzt, in der sie die kognitiven und körperlichen Herausforderungen, die mit der Krankheit einhergehen, unmittelbar erleben können. Ein wesentliches Merkmal der Software ist die Darstellung von drei unterschiedlichen Stadien der Demenz.

Diese Differenzierung ermöglicht es, die schleichende Veränderung der Wahrnehmung und die Zunahme der Beeinträchtigungen über den Krankheitsverlauf hinweg abzubilden. Dabei stehen nicht nur die kognitiven Defizite im Vordergrund, sondern auch die physischen Barrieren, die im fortgeschrittenen Stadium auftreten können. Das Ziel dieses immersiven Ansatzes ist es, die Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung der Gesunden und der Erlebniswelt der Erkrankten zu verringern.

Interdisziplinäre Entwicklung und Fokus auf Authentizität

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Die Entwicklung des VR-Simulators erfolgte in einer Kooperation zwischen den Entwicklern von VitaBlick und der Hochschule Burgenland. Dieser interdisziplinäre Ansatz sollte sicherstellen, dass die Simulation wissenschaftlichen Ansprüchen genügt und gleichzeitig praxisnah bleibt. Wie die Projektleiterin Christina Wiesenhofer im Rahmen der Projektvorstellung im August 2026 erläuterte, lag eine der größten Herausforderungen darin, die Symptome so authentisch wie möglich darzustellen.

Die Schwierigkeit bestehe laut Wiesenhofer darin, die oft schwer greifbaren Symptome einer Demenz in eine visuelle und auditive Sprache zu übersetzen, die für Außenstehende nachvollziehbar ist. Eine zu abstrakte Darstellung könnte den Lerneffekt mindern, während eine zu drastische Abbildung abschrecken könnte. Die Balance zwischen Realitätstreue und pädagogischem Nutzen war somit ein Kernaspekt der Zusammenarbeit mit der Hochschule Burgenland.

Der wachsende Bedarf im Kontext der demografischen Entwicklung

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Die Relevanz solcher Trainingswerkzeuge wird durch aktuelle statistische Erhebungen unterstrichen. Der österreichische Demenzbericht 2025 liefert hierfür eine fundierte Datenbasis. Demnach leben in Österreich derzeit 168.650 Menschen mit einer Demenzerkrankung. Ein erheblicher Teil dieser Diagnosen, nämlich zwischen 70-75 %, entfällt auf die Alzheimer-Krankheit.

Die Prognosen für die kommenden Jahrzehnte deuten auf eine massive Verschärfung der Situation hin. Bis zum Jahr 2050 wird erwartet, dass die Zahl der Demenzkranken auf 290.000 ansteigen wird. Angesichts dieser demografischen Entwicklung und der damit verbundenen Belastung für das Gesundheitssystem und private Haushalte rücken digitale Hilfsmittel zur Schulung von Pflegepersonen stärker in den Fokus von Forschung und Anwendung. Simulationen wie VitaBlick werden dabei als ein Baustein gesehen, um die Versorgungsqualität durch eine verbesserte emotionale Kompetenz der Pflegenden langfristig zu sichern.

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