Demenz-Prognose, Jährliche

Demenz-Prognose: Jährliche Neuerkrankungen steigen bis 2050 auf 24,7 Millionen

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 18:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine UNSW-Analyse erwartet bis 2050 weltweit 24,7 Millionen jährliche Demenz-Neudiagnosen; Frauen und LMICs weisen höhere Inzidenzen auf.
Ein minimalistischer, sonnendurchfluteter Flur mit langen Schatten, der den Lauf der Zeit symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Die Zahl der weltweiten Demenz-Neuerkrankungen könnte sich in den kommenden Jahrzehnten mehr als verdoppeln. Eine am 12. Oktober 2026 im Fachjournal JAMA Neurology veröffentlichte Untersuchung des Centre for Healthy Brain Ageing (CHeBA) an der UNSW Sydney prognostiziert einen globalen Anstieg der jährlichen Neudiagnosen von 11,4 Millionen im Jahr 2023 auf 24,7 Millionen bis zum Jahr 2050. Dies entspricht einer Zunahme um 116 Prozent.

Umfassende Datenbasis aus 18 Ländern

Für die Meta-Analyse wertete das Forschungsteam der UNSW Sydney 22 Kohortenstudien aus. Die Datengrundlage umfasst insgesamt 38.418 Teilnehmer im Alter zwischen 60 und 102 Jahren aus 18 Ländern auf sechs Kontinenten, darunter sechs Staaten mit niedrigem und mittlerem Einkommen (LMICs) sowie zwölf Länder mit hohem Einkommen (HICs).

Der Frauenanteil lag bei 57,7 Prozent, während 30,6 Prozent der Probanden aus LMICs stammten. Über den Beobachtungszeitraum von 287.632 Personenjahren wurden 3.001 Demenzfälle erfasst.

Auf dieser Basis ermittelten die Forscher für das Jahr 2023 eine alters- und geschlechtsstandardisierte Inzidenz von 9,7 Fällen pro 1.000 Personenjahre, was den rund 11,4 Millionen Neuerkrankungen entsprach. Für das Jahr 2050 kalkuliert die Projektion mit einer Inzidenz von 11,7 pro 1.000 Personenjahre.

Diskrepanzen zwischen Regionen und Geschlechtern

Die Analyse deckt deutliche Unterschiede zwischen den Bevölkerungsgruppen auf. Frauen verzeichneten mit 10,6 pro 1.000 Personenjahre eine höhere Inzidenz als Männer mit 8,6 (P<.001). Auch bei der Projektion für 2050 zeigt sich diese Differenz mit erwarteten Werten von 12,8 bei Frauen gegenüber 10,5 bei Männern.

Zugleich zeigen sich geografische und ökonomische Unterschiede: In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen lag die Inzidenz bei 13,6 pro 1.000 Personenjahre, verglichen mit 8,3 in Ländern mit hohem Einkommen (P=.02).

Die Zahl der neuen Fälle liegt in den einkommensschwächeren Regionen damit um 64 Prozent höher. Aufgeschlüsselt nach Geschlecht betrugen die Raten in LMICs 15,3 bei Frauen und 12,6 bei Männern, während sie in HICs bei 9,3 für Frauen und 7,5 für Männer lagen.

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Regional verzeichneten Lateinamerika mit 13,1 und Asien mit 13 die höchsten Inzidenzen, während Ozeanien mit 7,6 die niedrigsten Werte aufwies. Die konkreten Ursachen für die Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern und Staatengruppen wurden im Rahmen der Untersuchung nicht analysiert. Als Hauptursache für den weltweiten Gesamtzuwachs gilt das Wachstum und die fortschreitende Alterung der globalen Bevölkerung.

Globale Krankheitslast und Präventionspotenziale

Gegenwärtig sind weltweit mehr als 57 Millionen Menschen von Demenz betroffen. Bis zur Mitte des Jahrhunderts soll diese Gesamtzahl auf rund 150 Millionen Betroffene anwachsen. Welche Konsequenzen dies für nationale Gesundheitssysteme haben kann, verdeutlichten australische Behördendaten aus dem Jahr 2024: Demenz bildete dort erstmals die häufigste Todesursache vor ischämischen Herzkrankheiten.

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Ein nicht an der Studie beteiligter Mediziner der Organisation Northwell hob hervor, dass nach dem 65. Lebensjahr rund ein Neuntel der Menschen an Demenz erkranke und ab dem 85. Lebensjahr etwa ein Drittel. Zudem seien 14 modifizierbare Risikofaktoren für nahezu die Hälfte der Fälle verantwortlich.

Dem CHeBA zufolge könnten gezielte Lebensstiländerungen 40 bis 45 Prozent der Demenzfälle verhindern oder verzögern. Mitautor Prof. Henry Brodaty und das Forschungsteam mahnten vor diesem Hintergrund dringende Investitionen in präventive Maßnahmen an.

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