Demenz-Prävention, Kartenspielen

Demenz-Prävention: Kartenspielen senkt Risiko um 15 Prozent

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 14:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Fachverbände empfehlen, schon in der Lebensmitte mit Bewegung und Gehirntraining zu beginnen. Bridge und soziale Kontakte ergänzen die Vorsorge.

Demenzprävention: Warum Bewegung, Bridge und soziale Kontakte zählen
Ein Set Spielkarten auf einem Holztisch in einem hellen Raum zur Symbolisierung kognitiven Trainings. Illustration mit AI erstellt.

Anlässlich des bevorstehenden Welt-Alzheimertags am 21. September rücken Fachverbände verstärkt die Möglichkeiten der Demenzprävention in den Fokus der Öffentlichkeit. Aktuelle Stellungnahmen unterstreichen dabei, dass der Erhalt kognitiver Fähigkeiten keine Aufgabe ist, die erst mit dem Eintritt in das Seniorenalter beginnt.

Vielmehr weisen Experten darauf hin, dass gezielte Maßnahmen bereits Jahrzehnte vor dem Ruhestand in den Alltag integriert werden sollten, um langfristige Effekte zu erzielen.

Prävention als jahrzehntelange Aufgabe

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) betonte in einer Stellungnahme Anfang September 2026 die Notwendigkeit eines frühzeitigen Beginns von Präventionsmaßnahmen. Nach Einschätzung des Verbandes sei es entscheidend, bereits in jüngeren Jahren ein Bewusstsein für die eigene Gehirngesundheit zu entwickeln. Ein kontinuierliches körperliches und kognitives Training spiele dabei eine zentrale Rolle.

Die Fachleute des Verbandes führten aus, dass die Weichen für ein gesundes Altern oft schon in der Mitte des Lebens gestellt werden. Wer bereits Jahrzehnte vor dem Renteneintritt aktiv gegensteuert, könne die kognitive Reserve des Gehirns stärken. Dies könne dazu beitragen, den Ausbruch demenzieller Erkrankungen hinauszuzögern oder deren Verlauf zu mildern. Der Fokus liegt dabei auf einer Regelmäßigkeit, die über rein sporadische Aktivitäten hinausgeht.

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Kognitive Stimulation durch strategische Spiele

Neben der körperlichen Aktivität wird der kognitiven Herausforderung durch anspruchsvolle Tätigkeiten ein hoher Stellenwert beigemessen. In diesem Zusammenhang verwies der Deutsche Bridge-Verband (DBV) auf den positiven Einfluss von strategischen Kartenspielen auf die Gehirnleistung. Als Beleg für diese Einschätzung dient die sogenannte Paquid-Studie, die über einen Zeitraum von 20 Jahren durchgeführt wurde.

An dieser großangelegten Untersuchung nahmen insgesamt 3.675 Probanden teil. Die Ergebnisse der Langzeitbeobachtung legen nahe, dass regelmäßiges Kartenspielen das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, um 15 % senken kann. Die Komplexität des Spiels, die Planung von Spielzügen und die ständige Anpassung an neue Situationen fordern das Gehirn in einer Weise, die dem geistigen Abbau entgegenwirken kann.

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Soziale Teilhabe als Schutzfaktor

Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Prävention ist das soziale Umfeld. Der Deutsche Bridge-Verband bezog sich in seinen Ausführungen auf die Erkenntnisse der Lancet-Kommission, die soziale Isolation als einen der wesentlichen Risikofaktoren für die Entwicklung von Demenz identifiziert hat. Einsamkeit und mangelnde soziale Interaktion können demnach den kognitiven Verfall beschleunigen.

Spiele wie Bridge bieten hier einen doppelten Nutzen, da sie die geistige Anforderung mit dem Austausch in einer Gemeinschaft verbinden. Um die Aufmerksamkeit für diese Form der Prävention zu steigern, ist für den 1. Oktober 2026 ein bundesweiter Aktionstag geplant. Ziel dieser Initiative ist es, Menschen für die Bedeutung des sozialen Miteinanders und der geistigen Fitness zu sensibilisieren.

Die Zusammenführung von frühzeitigem Training, kognitiver Herausforderung und der Vermeidung sozialer Isolation bildet nach aktuellem Kenntnisstand der beteiligten Verbände ein stabiles Fundament für die Gesundheitsvorsorge im Alter. Experten raten dazu, diese Faktoren nicht isoliert zu betrachten, sondern als Teil eines lebenslangen, aktiven Lebensstils zu begreifen.

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