Demenz-Prävention: Impfung senkt Risiko um 6 Prozentpunkte
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 13:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im September 2026 rückt das Thema Demenz durch zahlreiche regionale Veranstaltungen und wissenschaftliche Veröffentlichungen verstärkt in den Fokus der deutschen Öffentlichkeit.
Mehrere Städte und Landkreise nutzen den Zeitraum rund um den Welt-Alzheimertag, um über Prävention, Versorgung und den gesellschaftlichen Umgang mit der Erkrankung zu informieren. Die Bandbreite der Angebote reicht von interaktiven Ausstellungen über neue Beratungsmodelle bis hin zu aktuellen Forschungsergebnissen aus Langzeitstudien.
Kommunale Aktionswochen und lokale Informationsangebote
In Berlin veranstaltet der Bezirk Lichtenberg vom 21. bis 28. September 2026 die zweite „Lichtenberger Woche der Demenz“. Statistiken des Bezirks zufolge leben dort etwa 6.130 Menschen mit einer Demenzerkrankung; insgesamt seien zwischen 17.000 und 20.000 Personen direkt oder indirekt von der Thematik betroffen. Das Programm soll die Öffentlichkeit für die Bedürfnisse der Betroffenen sensibilisieren.
Ähnliche Schwerpunkte setzt die Münchner Stadtbibliothek im Herbst. Geplant sind unter anderem eine Ausstellung im Stadtteil Riem vom 17. September bis zum 18. Oktober sowie spezielle Demenzparcours in Bogenhausen am 18. September und in Neuhausen am 25. September. Ergänzt wird das Programm durch Fachvorträge Ende September.
Auch das Netzwerk Demenz Parchim hat für den September 2026 einen Aktionsmonat unter dem Titel „Für ein gutes Leben mit Demenz“ organisiert. Neben einem Infotag am 7. September in der Stadthalle stehen kulturelle und sportliche Termine wie eine musikalische Lesung, ein Sportfest und gemeinsames Tanzen auf der Agenda.
Wer sich mit der Prävention von Gedächtnisverlust beschäftigt, findet in diesem Ratgeber 11 praktische Übungen, um das Gehirn bis ins hohe Alter aktiv zu halten. Kostenlosen Ratgeber für geistige Fitness herunterladen
In Donauwörth konzentrieren sich Museen und das örtliche Mehrgenerationenhaus auf demenzsensible Angebote im Herbst. Das Käthe-Kruse-Puppen-Museum führt Angebote in leichter Sprache ein, während eine Kunstaktion auf dem Platz der Begegnung die Teilhabe fördern soll.
Innovative Versorgungsmodelle und digitale Ansätze
Ein bedeutender Schritt in der regionalen Versorgung wurde im Ilm-Kreis eingeleitet. Dieser wurde als Demenz-Modellregion im Rahmen eines landesweiten Projekts ausgewählt. Die am 2. September 2026 im Landratsamt vorgestellten Pläne umfassen neue Beratungsangebote, Schulungen und spezifische Versorgungskonzepte für die Region.
Auch die Digitalisierung gewinnt in der Unterstützung von Betroffenen an Bedeutung. Das Kompetenzzentrum Demenz Schleswig-Holstein, das auf über 70.000 Erkrankte im Bundesland verweist, veröffentlichte eine Broschüre zum Einsatz von Tablets im Umgang mit Demenzpatienten.
Parallel dazu startete im September eine Informationstour, die Stationen in Leck, Quickborn, Bad Schwartau und weiteren Städten umfasst. Ein weiteres digitales Angebot ist das Projekt „Taiso am Morgen“, das dreimal wöchentlich japanische Morgengymnastik per Videoschaltung anbietet. Das Hessische Ministerium für Digitalisierung und Innovation fördert dieses Format mit 17.000 Euro.
Neben digitaler Unterstützung spielen einfache Alltagsstrategien eine zentrale Rolle, um die geistige Leistungsfähigkeit nachhaltig zu stärken und Demenz vorzubeugen. 7 Geheimnisse mentaler Fitness jetzt kostenlos lesen
In Offenbach wird zudem das Projekt „NeuroTango“ fortgeführt. Bis Mitte Oktober 2026 können Betroffene und ihre Begleitpersonen wöchentlich an Tangostunden teilnehmen, was durch die Unterstützung der Hans und Ilse Breuer-Stiftung ermöglicht wird.
Präventionsstrategien und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse
Die Bedeutung der Prävention wird unter anderem in Taunusstein thematisiert. Eine Informationsveranstaltung am 22. September 2026 stützt sich dabei auf die Erkenntnisse der Lancet-Kommission aus dem Jahr 2024 und zeigt Maßnahmen zur Risikominderung auf.
Auch der Deutsche Bridge-Verband weist auf präventive Effekte hin: Unter Berufung auf die Paquid-Studie mit 3.675 Teilnehmern über einen Zeitraum von 20 Jahren senke das Bridgespielen das Demenzrisiko um 15 Prozent. Ein bundesweiter Aktionstag hierzu ist für den 1. Oktober 2026 geplant.
Wissenschaftliche Unterstützung für medikamentöse Präventionsansätze liefert eine US-Studie der Brown University. Die Untersuchung von über 500.000 Erwachsenen im Alter ab 66 Jahren im Zeitraum von 2017 bis 2022 ergab, dass das Demenzrisiko bei Personen, die mit dem Impfstoff „Shingrix“ geimpft wurden, nach vier Jahren bei 18,8 Prozent lag, während es bei Ungeimpften 24,6 Prozent betrug.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt diese Impfung bereits für Personen ab 60 Jahren sowie für Menschen ab 50 Jahren mit Grunderkrankungen. Die Kosten für zwei benötigte Dosen belaufen sich auf etwa 500 Euro.
